Borussia Dortmund kam im Heimspiel gegen den Revier-Rivalen FC Schalke 04 trotz guter Chancen nicht über ein 0:0 hinaus und ist damit in der Fußball-Bundesliga seit vier Spielen in Serie ohne Sieg.

BVB - S04

Großes Derby, keine Tore

Daniel Berg
29. Oktober 2016, 20:32 Uhr
Foto: firo

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Borussia Dortmund kam im Heimspiel gegen den Revier-Rivalen FC Schalke 04 trotz guter Chancen nicht über ein 0:0 hinaus und ist damit in der Fußball-Bundesliga seit vier Spielen in Serie ohne Sieg.

Schalke hingegen verdiente sich den Punkt durch eine leidenschaftliche Defensivleistung. Vor dem Anpfiff hatte es gute Neuigkeiten aus dem schwarz-gelben Krankenlager gegeben. Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang meldete sich trotz hartnäckiger Wadenschmerzen nach einer unliebsamen Behandlung im vergangenen Bundesligaspiel beim FC Ingolstadt spielfähig. Anders die Lage auf der Gegenseite: Mit Klaas-Jan Huntelaar (Knöchelblessur) verletzte sich der Derby-Experte von Königsblau im Abschlusstraining. Schalke lief mit Franco Di Santo und Max Meyer im Angriff auf. Ihre Wirkung sollten auf Dortmunder Seite die Innenverteidiger Sokratis und der zuletzt formstarke Matthias Ginter neutralisieren.

Und das mit dem Neutralisieren funktionierte auf beiden Seite so außerordentlich gut, dass eine erste Halbzeit entstand, die zwar von hoher Intensität, aber auch erschreckend weniger Torraumszenen geprägt war. Der BVB entwickelte sich in den ersten 45 Minuten zu der Mannschaft, die den Ball deutlich mehr besaß, der aber gegen die lauffreudige und aggressive Verteidigung der Schalker nichts einfiel. Null Torschüsse in der ersten Halbzeit. Keiner. Das gab es seit 1992 noch nie. Es eine Rarität zu nennen, wäre eine Untertreibung.

So war Königsblau sogar die etwas, etwas gefährlichere Mannschaft, weil sie zielstrebiger agierte und mehr Räume für Kombinationen vorfand. Viele Chancen zu Chancen versandeten, aber als Di Santo in der 14. Minute recht unbehelligt im Dortmunder Strafraum an den Ball kam, war es Lukasz Piszczek, der ihn im letzten Moment stoppte. Dortmunds Trainer Thomas Tuchel wirkte an der Seitenlinie unzufrieden mit großen Teilen der Darbietung seiner Mannschaft.

Doch der Trainer schien in der Halbzeit die richtigen Worte gefunden zu haben. Der BVB erhöhte mit Beginn des zweiten Durchgangs Druck und Entschlossenheit. Zunächst reklamierte Schwarz-Gelb einen Elfmeter für sich, weil die Flanke von Ousamne Dembélé dem Schalker Kapitän Bennedikt Höwedes an die Hand sprang (47.). Ein Pfiff blieb aus. Fünf Minuten später stieg der kollektive Adrenalinspiegel signifikant, als Piszeck flankte, Christian Pulisic mit dem Kopf verlängerte und Dembélé aus vier Metern nur die Latte traf. Weitere Chancen: Naldo rettete vor dem einschussbereiten Aubameyang (56.), Pulisics Volleyversuch ging weit über das Tor (58.). Offensive Lebenszeichen der Borussia. Aber auch ein Vabanquespiel. Denn Schalke lauerte auf Konter, blieb gefährlich. Beleg? Sead Kolasinac, defensiv resolut kontaktfreudig, kam nach einem Konter zum Schuss, doch Torwart Roman Bürki wehre zur Ecke ab (49.).

Dortmund aber blieb die dominierende Elf, die dem Ausgleich immer näher zu kommen schien. 73. Minute: Doppelpass, zwischen Mario Götze und Dembélé, doch der Weltmeisterschütze scheiterte an Schalkes Keeper Ralf Fährmann. 74. Minute: Ein Versuch von Aubameyang trudelte auf die Torlinie zu, doch Sead Kolasinac klärte Zentimeter vor dem heraneilenden Christian Pulisic. Die Borussia setzte auf Sieg, wechselte Raphael Guerreiro und André Schürrle ein, doch vermochte den entscheidenden Wirkungstreffer nicht mehr zu setzen.

Autor: Daniel Berg

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