Nur zwei Wochen, nachdem der SV Rödinghausen durch einen souveränen 2:0-Sieg bei Rot-Weiss Essen seinen Status als Aufstiegsaspirant der Regionalliga West eindrucksvoll untermauerte, ist der Profifußball wieder abgehakt. Womöglich für unbestimmte Zeit. Ein Kommentar. 

RL West

Der SV Rödinghausen begräbt sämtliche Ambitionen

Chris McCarthy
13. Februar 2020, 16:29 Uhr

Foto: Thorsten Tillmann

Nur zwei Wochen, nachdem der SV Rödinghausen durch einen souveränen 2:0-Sieg bei Rot-Weiss Essen seinen Status als Aufstiegsaspirant der Regionalliga West eindrucksvoll untermauerte, ist der Profifußball wieder abgehakt. Womöglich für unbestimmte Zeit. Ein Kommentar. 

Wie schon im Vorjahr wird Rödinghausen nicht die erforderliche Lizenz für die dritthöchste Spielklasse Deutschlands beantragen und somit – unabhängig vom weiteren Saisonverlauf – auch 2020/2021 in der Regionalliga West an den Start gehen.

Es ist eine Entscheidung, die sicherlich wohl überlegt ist. Da muss man den Hut ziehen, dass der Verein nicht kopfüber in sein Verderben rennt. Neben der Stadionfrage hätte der SV Rödinghausen etliche kostspielige Vorkehrungen in Sachen Infrastruktur angehen müssen. Das kann einen kleinen Klub ruinieren, es gibt genügend Beispiele, wo ein Aufstieg der Anfang vom Ende war.

Nichtsdestotrotz ist es auch eine Entscheidung, die die Ostwestfalen zurückwerfen wird. Denn zum zweiten Mal in Folge klopft eine stark besetzte Mannschaft durch konstant souveräne Leistungen mit geballten Fäusten an die Tür zum Profifußball. Bereits zum zweiten Jahr in Folge wird diese Tür durch die Vereinsführung verriegelt, egal ob begründet oder unbegründet. 


Im Kreis Herford werden sich nun Zweifel breit machen, vor allem bei den Leistungsträgern und dem Erfolgstrainer Enrico Maaßen. Warum sollten sie bei einem Verein bleiben, der den nächsten Schritt nicht gehen kann oder will? Welcher Spieler mit Ziel 3. Liga oder mehr soll jetzt zum SVR wechseln? Für die Antwort muss man kein Prophet sein Niemand.

Zehn Jahre lang ging der Weg des SV Rödinghausen rasant nach oben. Mit der finanziellen Unterstützung von Mäzen Horst Finkemeier marschierte der Verein von der Kreisliga bis in die Regionalliga West und das in lediglich fünf Jahren. Vergangenen März folgte die Ausgliederung der 1. Mannschaft zu einer GmbH. Der nächste logische Schritt, der Weg in den Profifußball, wird nun aber in absehbarer Zeit keine Chance haben.

Den SC Verl, Rot-Weiss Essen und Rot-Weiß Oberhausen wird es freuen. Sie alle müssen sich nun gegen einen Konkurrenten weniger durchsetzen.

Und das führt uns zum Verfolgerduell in Essen. RWE spielt am Sonntag gegen RWO. Dritter gegen Vierter. Zwei Teams, die in den Profifußball wollen und nun die sportliche Argumente liefern müssen. Es wird ein heißer Tanz im Stadion Essen. 

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14.02.2020 - 15:50 - Bierchen

Lahme Westfalen- Mähre trifft es besser

13.02.2020 - 20:23 - Frankiboy51

MK84, es reichte dem Westphalenpferd.

13.02.2020 - 20:21 - Frankiboy51

Der Senior als Lokalpatriot und Sportsfreund brachte es auf den Weg vs. amtierender Zahlenfuchs.
Mit der RL ist jetzt die Fahnenstange am oberen Ende erreicht und der Geldtopf ist empty.

13.02.2020 - 20:02 - MK84

Souverän gegen RWE war das nicht

13.02.2020 - 18:02 - Jakoma

Genauso sehe ich das auch!!! Man fragt sich echt, warum die dann mit so einer Truppe überhaupt antreten und sehr viel Geld für Spieler ausgeben...

13.02.2020 - 17:45 - kullch

Wie oft muss man in Rödinghausen eigentlich über die Lizenzunterlagen nachdenken, die Auflagen existieren doch bereits seit mehr als 10 Jahren. Das ist doch seitens der Vereinsführung nur blablabla....