20 Punkte aus den letzten 17 Spielen, 14:27 Tore – der sportliche Absturz des WSV Borussia ist vor allem angesichts des sensationellen Starts schockierend.

WSV: Runge sagt Vertrags-Verhandlungen ab

Dann werden die Stühle neu gerückt"

gri
04. April 2008, 09:54 Uhr

20 Punkte aus den letzten 17 Spielen, 14:27 Tore – der sportliche Absturz des WSV Borussia ist vor allem angesichts des sensationellen Starts schockierend.

Auch für Präsident Friedhelm Runge, der sich sein Team am Dienstagabend in der Kabine zur Brust nahm. Was ihn vor allem auf die Palme bringt: "Bei uns wird zu viel geredet. Die Akteure brauchen die Luft zum spielen, stattdessen meckern sie sich auf dem Platz ständig an." Und doch hat der Funktionär noch nicht die Hoffnung auf Besserung aufgegeben: "Wir müssen unser Ziel nicht korrigieren, so lange wir die Aufstiegsplätze noch nicht aus den Augen verloren haben."

Dieser Punkt ist allerdings nur noch eine Frage der Zeit, sofern sich die jüngsten Darbietungen nicht grundlegend verändern. "Enttäuschend war für mich, dass sich die Truppe noch nicht einmal gewehrt hat. Man muss zumindest kämpfen, wenn es fußballerisch nicht läuft", legt sich Runge fest. Sein Zusatz: "Wolfgang Frank sollte aus diesem Haufen eine geschlossene Mannschaft machen, das ist ihm bislang nicht geglückt."

Dennoch hält der erfolgreiche Unternehmer an der Richtigkeit seiner Personal-Entscheidungen fest: "Optisch gesehen ist der Trainer-Wechsel wirkungslos geblieben. Wenn wir die alten Strukturen beibehalten hätten, wäre es genauso gelaufen - aber dann hätten wir keine Chance auf eine Verbesserung gehabt." Die sieht Runge nach wie vor, auch wenn die Zeit angesichts von nur noch zehn ausstehenden Partien und einem Rückstand von fünf Zählern auf die Aufstiegsränge drängt. "Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass die anderen weiter so schlecht wie wir punkten", warnt Runge.

Und weil sich die WSV-Kicker voll aufs Siegen konzentrieren sollen, wurde die für diese Woche anvisierte Abschluss-Runde bei den Vertrags-Verhandlungen abgesagt. "Ich habe so viel Zeit und Geld investiert. Da nehme ich für mich das Recht in Anspruch, jetzt erst einmal die weitere Entwicklung abzuwarten", betont Runge.

Wohl wissend, dass auch im Umfeld Änderungen anstehen könnten: Mit Dietmar Grabotin ist einer seiner langjährigen Vertrauten nach der Demission in Velbert wieder auf dem Markt. "Wir sollten mal die Kirche im Dorf lassen, schließlich sind derzeit alle Positionen besetzt", gibt sich Runge zurückhalten. Der vielsagende Zusatz über seinen leitenden Angestellten bei EMKA: "Aktuell ist eine Verpflichtung von Grabo kein Thema. Aber in der kommenden Saison werden die Stühle neu gerückt."

Autor: gri

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