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S04

Ultras werfen Schalke-Bossen fehlende Rückendeckung vor

22. Februar 2017, 10:04 Uhr
Foto: firo

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Die "Ultras Gelsenkirchen" kritisieren die Verantwortlichen des FC Schalke.

Der Grund ist ein Appell des Vereins. Der Klub bittet vor dem Spiel gegen Paok Saloniki (Mittwoch, 18 Uhr/Sky und LIVE bei uns im Ticker) auf Provokationen zu verzichten und verweist dabei auf seine Stadionordnung. Darin heißt es unter anderem, dass „Fanutensilien, soweit diese zur Provokation anderer Fangruppen genutzt werden“, nicht mit ins Stadion gebracht werden dürfen.

Diese Ankündigungen stoßen bei den Schalker Anhängern auf wenig Verständnis. Sie wollen offen ihren Protest und ihren Unmut gegenüber den Paok-Fans kundtun. Dazu veröffentlichten die "Ultras Gelsenkirchen" am Dienstag eine Stellungnahme, in dem sie die Vereinsführung scharf kritisieren. "Die Verantwortlichen unseres Vereins haben auch drei Jahre nach dem Polizeieinsatz in der Nordkurve anscheinend nichts dazugelernt und ein weiteres Mal eine große Chance vertan, seinen Fans Rückgrat zu beweisen", schreiben die Ultras. Die öffentlichen Aufrufe des S04, auf Provokationen zu verzichten, seien "für jeden verletzten und betroffenen Schalker der Ereignisse von 2013 ein Schlag ins Gesicht."

"Unfassbare Vorgehensweise"
Daher rufen die Ultras die Schalker Anhängerschaft dazu auf, den Forderungen des Vereins keine Bedeutung zukommen zu lassen. "Wir hoffen, dass sich trotz dieser unfassbaren Vorgehensweise kein Schalker am morgigen Tag in seiner Meinungsfreiheit einschränken lässt und dass wir dem Verein geschlossen zeigen, dass ein solches rückgratloses Verhalten gegenüber den eigenen Anhängern nicht toleriert wird!"

Am Mittwoch werden in Gelsenkirchen 3500 Paok-Anhänger und eine dementsprechend hitzige Stimmung erwartet. Eine strikte Trennung der beiden Fanlager ist vorgesehen, Stadt und Polizei rüsten sich mit einem massiven Aufgebot für das Hochrisikospiel. Außerdem wurde eine Hotline eingerichtet, griechisch sprechende Beamte werden vor Ort sein.

Provokationen vermeiden
Schalke selbst schafft Derbyverhältnisse und erhöht die Anzahl der Ordner auf 900. Ein wichtiges Anliegen ist den Verantwortlichen, dass Provokationen von Schalker Fans Richtung Gäste vermieden werden. Es soll nicht - wie 2013 beim letzten Duell zwischen Schalke und Saloniki - zu Eskalationen kommen, hervorgerufen beispielsweise durch das Zeigen der mazedonischen Flagge (Stern von Vergina). Der Verein verwies darauf, dass die Stadionordnung es verbiete, „Gegenstände mitzubringen, die der Provokation dienen.“

Der Ordnungsdienst sei angehalten, solche Gegenstände nicht zuzulassen und auch nach roten Sachen Ausschau zu halten. "Dabei setzen wir ausdrücklich auf Verständnis, Vernunft und Freiwilligkeit aller Schalker", teilte der S04 mit. Außerdem sollen die Fanbeauftragten gegen etwaige Materialien mit Bezug zu Mazedonien auf den Rängen vorgehen.

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