Die lauten Töne, die aus der Schalker Kabine kamen, hatten Horst Heldt nicht gefallen.

Schalke

Fährmann spielt Doppelpass mit Breitenreiter

Manfred Hendriock
06. März 2016, 23:07 Uhr
Foto: firo

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Die lauten Töne, die aus der Schalker Kabine kamen, hatten Horst Heldt nicht gefallen.

„Wer legt denn so einen Mist auf?”, fragte der Manager, als er vor der Tür gegen die dröhnende Hip-hop-Musik anreden musste.
Diesmal war Jung-Profi Thilo Kehrer für die Musikauswahl zuständig, normalerweise ist das eine Sache von Ralf Fährmann. Aber der Torwart kann schließlich auch nicht alles machen, er war schon auf dem Platz wieder der beste Spieler.

Die dumpfen, kräftigen Bässe passten aber zur entschlossenen Stimmung der Schalker Profis, die ein mitreißendes Spiel beim 1. FC Köln mit 3:1 gewonnen hatten und durch den zweiten Sieg binnen vier Tagen in der Tabelle wieder viel Boden gut gemacht haben. Besonders Ralf Fährmann gab sich danach voller Angriffslust und sagte: „Ich denke, jetzt ist die Trainerfrage geklärt.” Wobei erwähnt werden muss, dass der 27-Jährige damit nur deutlich machen wollte, was er von den Spekulationen um Lucien Favre hält. Nämlich: Nichts.

Fährmann sieht Schalke unter André Breitenreiter genau auf dem Weg, den man sich für diese Saison vorgenommen hatte: Einem Neuaufbau, der zwar Schwankungen unterworfen ist – der letztlich aber Verbesserungen herbeiführt. „Ich finde”, sagt er, „dass wir schon die ganze Saison einen komplett anderen Fußball spielen.” Das Spiel in Köln gab ihm recht: Es war ein offensives Spektakel, das Schalke durch Tore von Klaas-Jan Huntelaar (2., Elfmeter), Max Meyer (23.) und Franco Di Santo (76.) gewann. Damit hat Schalke nach dem Tiefpunkt gegen Donezk (0:3) rasch wieder die Kurve bekommen und aus drei Bundesligaspielen sieben Punkte geholt (0:0 in Frankfurt, 3:2 gegen Hamburg und 3:1 in Köln). Ruhe, fürchtet Fährmann, wird dadurch aber nicht einkehren: „Ich bin gespannt, was jetzt kommt – welches Feuer nun gelegt wird.”

Auch andere Spieler empfinden es als bizarr, dass über Breitenreiter überhaupt diskutiert wird. Johannes Geis etwa sagt: „Wer uns kennt, der weiß, dass jeder für den Trainer durchs Feuer gehen würde.“ Breitenreiter selbst behauptet zwar, dass ihn die Gerüchte um Favre kalt lassen, aber dennoch empfindet er sie offenbar als gezielte Attacke: „Auf Schalke besteht ein großes Interesse, von außen immer wieder Unruhe hereinzutragen“,, sagte er nach dem Sieg in Köln, ohne allerdings konkret zu werden.

Am meisten wirft sich Fährmann für den Trainer in die Bresche – und der für ihn. In Köln bedankte sich Breitenreiter bei seinem Torwart für dessen überragende Leistung und staunte nur: „Was Ralle gehalten hat, war Wahnsinn.“

Der Doppelpass funktioniert, Fährmann zeigte sich wieder in Nationalmannschafts-Form. Auch auf die Frage, ob er noch mehr tun könnte, um sich für die EM zu empfehlen, hatte er eine trockene Antwort parat: „Zu Null spielen...“

Autor: Manfred Hendriock

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