23.12.2017

Handball

Last-Second-Schock für Tusem Essen

Foto: Michael Gohl

In der letzten Sekunde kassiert der Essener Handball-Zweitligist Tusem das Gegentor zum 32:32-(15:16)-Endstand beim Wilhelmshavener HV.

Handball ist ein harter Sport – für Körper und Geist. Das hat auch die Zweitligapartie zwischen dem Wilhelmshavener HV und Tusem Essen gezeigt, die mit einem 32:32 (15:16)-Unentschieden endete. Nicht das Ergebnis an sich, das durchaus in Ordnung ging, sondern vielmehr der Punktverlust für die Gäste aus dem Ruhrgebiet schmerzte. Denn die Gastgeber trafen erst mit der Schlusssirene per Lucky Punch zum Ausgleich.

Eine Sekunde nicht wach genug

Hängende Köpfe auf Seiten der Essener nach der Begegnung. Sie haben viel getan, um die vorangegangene Niederlage beim Tabellenletzten in Konstanz vergessen zu machen, hätten dank einer starken Leistung von Justin Müller einen Sieg an der Nordsee verdient gehabt. Doch, wie schon in den 60 Minuten zuvor, war es die eine Sekunde während der gegnerischen Angriffe, die der Tusem nicht wach war. Der letzte Treffer vom stark aufspielenden Torjäger Kay Smits wäre zu verteidigen gewesen, aber der Niederländer fand eben diese eine kleine Lücke in der Deckung.

Was die einen groß feierten, ärgerte die anderen umso mehr. Vor allem auch deshalb, weil sich der Tusem in der zweiten Halbzeit stark zurückgekämpft hatte und sich eine Führung erspielen konnte. Immer wieder war es der flinke Rückraumspieler Müller, der die Wilhelmshavener Abwehr durcheinanderwirbelte und insgesamt sieben Treffer beisteuerte. Generell waren die Essener immer dann erfolgreich, wenn es schnell ging. Das Tempospiel funktionierte über weite Strecken gut. Problematisch war es eher, wenn die Gastgeber in Ruhe verteidigen konnten. Und wenn sich mal eine Chance für den Tusem ergab, fehlte hin und wieder die letzte Konsequenz. So blieb der Abstiegskandidat aus Norddeutschland lange im Spiel und konnte mit den eigenen Fans im Rücken am Ende doch noch etwas Zählbares mitnehmen.

Am Dienstag die nächste harte Prüfung

„Wir sollten zusehen, dass wir Wilhelmshaven unter der 25-Gegentore-Marke halten“, sagte Tusem-Trainer Jaron Siewert im Vorfeld der Partie. Dieser Plan ging am Ende nicht auf. Die Mannschaft von der Margarethenhöhe verteidigte phasenweise gut, phasenweise nicht gut. 32 Gegentreffer waren schlussendlich zu viel, um den Sieg zum Abschluss der Hinrunde mit ins Ruhrgebiet nehmen zu können.
Auch für das Selbstvertrauen wäre ein – in Form von Punkten – doppeltes Erfolgserlebnis sicher etwas besser gewesen, um die kommende Aufgabe zu bestreiten. Zum ersten Spieltag der Rückrunde gastiert am kommenden Dienstag Erstliga-Absteiger und Aufstiegskandidat HBW Balingen-Weilstetten in der Sporthalle „Am Hallo“ (Anwurf 17 Uhr).

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