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U19-Trainer sehen Moukoko-Beförderung zu den Profis kritisch

16. November 2020, 16:00 Uhr
Geht es nach den Experten, dann wird Youssoufa Moukoko demnächst auch in der Bundesliga jubeln. Foto: firo

Geht es nach den Experten, dann wird Youssoufa Moukoko demnächst auch in der Bundesliga jubeln. Foto: firo

Youssoufa Moukoko wird am Freitag 16 Jahre alt - und könnte schon am Wochenende im Bundesliga-Kader von Borussia Dortmund stehen. RevierSport hat bei einigen U19-Bundesligatrainern nachgefragt, ob diese denn froh sind, dass der Ausnahmespieler wohl raus aus dem Juniorenbereich ist.

Es ist so weit: Super-Talent Youssoufa Moukoko wird am Freitag, 20. November 2020, 16 Jahre alt und darf fortan offiziell in der Fußball-Bundesliga auf Torejagd gehen. Vielleicht dann schon am kommenden Wochenende.

Für die U17 von Borussia Dortmund hat das Juwel in 56 Einsätzen 90 Tore erzielt, für die U19 waren es in 25 Spielen 47 Treffer. Nun geht es wohl in der Bundesliga weiter.

RevierSport hat bei einigen U19-Bundesligatrainern nachgefragt, ob sie denn froh sind mit ihren Mannschaften nicht mehr gegen Moukoko spielen zu müssen oder ob sie ihn vermissen werden? Und: Was trauen die Nachwuchstrainer diesem Ausnahmespieler in der Bundesliga zu?

Damian Apfeld (Rot-Weiss Essen):

"Im Grunde genommen haben wir ja schon die Erfahrung gesammelt. Wir haben 0:6 verloren und er hat gegen uns vier Tore erzielt. Somit haben wir uns mit dem Besten messen können (lacht). Er ist ein absoluter Ausnahmespieler in diesem Juniorenbereich. Ich glaube aber schon, dass es für die U19-Bundesliga an sich schade sein würde, wenn er nicht mehr spielt. Aber so ist das Geschäft: Ob Leroy Sané, Kai Havertz oder Christian Pulisic waren auch keine zwei Jahre in der U19. Zu Moukoko: Er hat eine überragende Handlungsschnelligkeit und einen brutalen ersten Kontakt. Ich bin mir relativ sicher, wie viele andere auch, dass er auch in der Bundesliga durchstarten und seine Tore machen wird."

Markus Kaya (Rot-Weiß Oberhausen):

"Grundsätzlich ist so ein Aushängeschild für die U19-Bundesliga immer schön. Aber klar ist auch, dass das nicht sein Anspruch ist. Seit vier Jahren bestätigt er seine Leistungen. Es gibt da keine Delle in seiner Leistung. Das ist schon sehr extrem. Ob er sich oben durchsetzen wird, wird man sehen. Die Voraussetzungen sind natürlich da. Aber die Ansprüche sind natürlich um ein Vielfaches höher. Er wird auf fertige Jungs treffen, die es ihm nicht so einfachen machen werden. Aber er hat die Qualität. Er ist im Abschluss unglaublich effektiv. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass er mit 16 Jahren irgendwo immer noch ein Kind ist. Das darf man ihm auch nicht wegnehmen. Ich werde es mit großem Interesse verfolgen, ober sich bei den Profis von Borussia Dortmund durchsetzen wird."

Sinisa Suker (Fortuna Düsseldorf):

"Ob er der Beste ist, weiß ich nicht. Er ist auf jeden Fall der torgefährlichste U19-Spieler Deutschlands. Wir können von uns behaupten, dass wir Dortmund 2:1 geschlagen haben und er gegen uns nicht getroffen hat. Aber wir würden uns gerne auch im Rückspiel gegen ihn messen. Ich wünsche ihm, dass er seine Jugendlichkeit nicht verliert. Ich betone es gerne noch einmal: Der Junge wird 16 (!) Jahre jung! Der Reifeprozess, in mentaler und körperlicher Sicht ist noch lange nicht zu Ende. Ich hoffe, dass er in einem ruhigen Umfeld sich an alles adaptieren kann und nicht jede Sequenz, jede Spielszene, jede nicht verwertete Chance zerlegt und tagelang diskutiert wird. Youssoufa kennt bislang nur die Sonnenseite des Fußballs. Ich bin auch gespannt, wie er sich gibt, wenn es nicht läuft. Ich wünsche ihm jedenfalls alles Gute dieser Welt."

Roland Virkus (Nachwuchschef, Borussia Mönchengladbach):

"Ein Spieler muss dort spielen, wo er den größten Mehrwert für den Verein hat. Der Junge ist in der U19 ein herausragender Spieler. Da gibt es keine zwei Meinungen. Ob es dann für die Bundesliga reicht, das kann man nur schwer sagen. Ich will das nicht beurteilen, weil ich ihn nur aus den Spielen kenne. Ich weiß nicht, wie er im Training, im Alltag ist. Mal schauen, wie schnell er sich bei den Senioren adaptieren kann. Das ist ja schon noch einmal eine andere Welt. Ich drücke dem Jungen auf jeden Fall die Daumen und freue mich, dass wir solche Talente in Deutschland haben."

Marian Wilhelm (Viktoria Köln):

"Ich habe ihn live noch nie spielen sehen. Ich hätte gerne mit meiner Mannschaft gegen ihn gespielt. Seine Zahlen sind der Wahnsinn. Aber ich sage auch, dass Junioren- und Seniorenbereich zwei paar Stiefel sind. Ich wünsche dem Jungen alles Gute und hoffe, dass er sich auch bei den Senioren durchsetzt."

Engin Vural (MSV Duisburg):

"Ich beschäftige mich jetzt nicht damit, ob er gegen uns spielen wird oder nicht. Er ist nicht mein Spieler. Aber er ist natürlich ein außergewöhnliches Talent, das wir in Deutschland haben. Wenn man pro Spiel zwei, drei oder vier Tore schießt, dann bringt man natürlich alles mit, um sich auch oben durchzusetzen. Es wird spannend sein, seinen Weg weiter zu verfolgen."

David Zajas (Wuppertaler SV):

"Die Quote und Tore sprechen natürlich für ihn. Ich hoffe, dass er gegen uns doch noch vielleicht spielen wird. Dafür sind wir in der Junioren-Bundesliga, um uns mit den Besten zu messen. Es wäre spannend zu sehen, wie sich unsere Jungs gegen Moukoko anstellen. Ich habe ihn noch nie live spielen sehen. Aber er bringt natürlich alle Voraussetzungen mit, um sich auch im Seniorenbereich durchzusetzen. Es wird aber auch eine Zeit geben, in der es nicht laufen wird. Dann wird man sehen, wie der Junge darauf reagiert."

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17.11.2020 - 11:39 - Andrade

Nach Studium der Kommentare verstehe ich die Überschrift nicht. Die ihn live erlebt haben, bestätigen sein Ausnahmetalent. Maradona war mit 16 Torjäger der 1. Argentinischen Liga. Geschadet hat ihm der frühe Beginn nicht. Es gibt auch 5 Jährige, die schon sehr gut Klavier spielen. Ich wünschte mir, dass die Statements von Fußballtrainern etwas pointierter und interessanter rüber kämen. Zu viel Mainstream, zu wenig echter fußballerischer Inhalt. Ich sehe eher die U19 Trainer kritisch.