Landesliga Westfalen 3

SV Horst-Emscher: Grembowietz erwartet große Fußball-Euphorie

Kai Fedrau
25. Dezember 2020, 12:00 Uhr
Foto: Oliver Mengedoht

Foto: Oliver Mengedoht

Als Aufstiegsaspirant der Landesliga Westfalen 3 steht SV Horst-Emscher momentan auf Platz fünf. Trainer Jens Grembowietz spricht über die Fußballverrücktheit seiner Truppe und blickt auf die Saisonfortsetzung.

Nachdem der SV Horst-Emscher letzte Saison wegen des vorzeitigen Saisonabbruchs nicht den direkten Wiederaufstieg in die Westfalenliga geschafft hat, will Trainer Jens Grembowietz erneut oben mitspielen. In der Landesliga Westfalen 3 überwintert das Team derweil auf Platz fünf.


Der 33-jährige Trainer brennt bereits auf die Wiederaufnahme des Spielbetriebs. Seine Mannschaft hat sich in den vergangenen Wochen intensiv fit gehalten. Im RevierSport-Interview erklärt er zudem, weshalb er eine große Fußball-Euphorie im nächsten Jahr erwartet.

Jens Grembowietz, die Saison wurde erneut unterbrochen. Was war bisher Ihr Moment der Hinrunde?
Der schönste Moment war, als wir 6:0 gegen FC Frohlinde gewonnen haben und da nochmal ein Zeichen gesetzt haben. Nach nur sieben Spielen ist es aber schwer, einen herausragenden Moment herauszupicken. Unter dem Strich können wir ein positives Fazit ziehen. Die Punkteausbeute und unser Auftreten waren sehr in Ordnung. Wir haben weiterhin den Anschluss nach oben und waren auf einem guten Weg, weshalb dieser Lockdown jetzt wieder sehr nervig ist.

Was wünschen Sie sich für das Fußballjahr 2021?
Am liebsten, dass wieder etwas Ruhe und Normalität einkehrt. Ich denke aber, im Januar wieder zu starten, ist sehr unrealistisch. Vielleicht klappt es Mitte Februar, aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Spiele vor April unter normalen Voraussetzungen stattfinden können. Vielleicht läuft es darauf hinaus, dass wir nur die Hinrunde zu Ende bringen. Das wäre zumindest schön, damit diese Saison nicht komplett in die Tonne gehauen wird. Alle Mannschaften haben schließlich viel investiert. 

Wie verrückt sind Sie als Amateursportler nach diesem Sport und wie erleben Sie diese unfreiwillige lange Fußballpause?
Die Schere geht da weit auseinander bei Amateursportlern, denke ich. Unsere Truppe hat da ziemlich was am Kopf, wir sind positiv bescheuert. Ich hatte den Jungs jede Woche einen neuen Trainingsplan gegeben, weil wir sehr ehrgeizig sind. Wir hatten auch gewisse Challenges gestartet, um Abwechslungen hereinzubringen. Das hat sogar zu Gesangseinlagen der Verlierer in unserer WhatsApp-Gruppe geführt (lacht). Generell sind die Jungs teilweise über sich hinausgewachsen, da ziehe ich wirklich den Hut vor. Wir sind nur Amateure und sich trotzdem so für das Team abzumühen, fand ich sensationell. Über die Feiertage sollen die Jungs aber abschalten und den ganzen Mist etwas vergessen.


Glauben Sie, dass nach der Pause die Begeisterung für den Fußball noch überall vorhanden ist oder schadet die Krise dem Fußball allgemein?
Da bin ich geteilter Meinung. Ich hoffe einfach, dass ich weiterhin so wie jetzt darauf brennen werde – ich gehe schon meiner Familie etwas auf den Sack damit. Ich bin jetzt sehr euphorisch, weil ich diesen Sport so liebe. Deshalb hoffe ich sehr auf Normalität, aber vielleicht braucht es noch eine gewisse Zeit. Letztendlich hat uns Fußball immer verbunden, egal in welcher gesellschaftlichen Lage wir uns befinden. Fußball ist Fußball und ich denke, das wird uns kurz- oder mittelfristig auch genauso wieder verbinden. Die Euphorie wird sicherlich zurückkehren, weil es für Menschen etwas Besonderes ist.

Mehr zum Thema

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren