Man hatte es eilig. Nach 83 Minuten Nettospielzeit war es reichlich eng geworden im Königpalast. Und so hielten sich die beiden Coaches nicht lange bei ihren Jungs in der Kabine auf, sondern marschierten zielstrebig in Richtung Pressekonferenz.

Krefeld Pinguine: „Samba-Eishockey“ im KönigPalast

Pavlov: „Das ist nicht unser Spiel“

Aaron Knopp
21. März 2009, 19:29 Uhr

Man hatte es eilig. Nach 83 Minuten Nettospielzeit war es reichlich eng geworden im Königpalast. Und so hielten sich die beiden Coaches nicht lange bei ihren Jungs in der Kabine auf, sondern marschierten zielstrebig in Richtung Pressekonferenz.

Viel Zeit, um die Gedanken nach der Nervenschlacht zu ordnen, blieb den beiden also nicht. DEG-Trainer Harold Kreis konnte sich im Angesicht des zweiten Auswärtserfolgs der Düsseldorfer in der laufenden Serie wenigstens einigermaßen entspannt zurücklehnen. KEV-Coach Igor Pavlov wusste aber offenbar selbst nicht so recht, wie er mit der Niederlage umgehen sollte. „Warum sollte ich enttäuscht sein? Wir haben alles gegeben, aber es hat gegen diese DEG eben einfach nicht gereicht“, fragte der Russe in die Runde.

So ganz einverstanden war er mit der Leistung seiner Cracks dann natürlich irgendwie doch nicht. Immerhin hätte es auch beim bis dato wohl stärksten Düsseldorfer Viertelfinalauftritt der laufenden Serie reichen können. Allein die Tatsache, dass die Pinguine vier Mal in Führung lagen und am Ende doch die Köpfe hängen lasse mussten, sollte doch eigentlich schon reichen, um einen Trainer zur Weißglut zu treiben.

Und so ganz konnte sich der 44-Jährige dann auch nicht zurücknehmen: „Wir sind nur der Scheibe hinterhergerannt und nicht auf den Körper gegangen, das ist nicht unser Spiel.“ Daran vermochte auch die Druckphase zu Beginn der ersten Nachspielzeit nichts zu ändern. Zwar spielten sich die Krefelder über Minuten in der Düsseldorfer Zone fest, konnten aber ihre Chancen nicht verwerten. „Und damit baut man dann einen Gegner nur auf, ich weiß nicht, was das soll“, schüttelte Pavlov den Kopf.

Sogar eine gewisse Art der Überheblichkeit hat der Coach bei seinem Team ausgemacht: „Es war ein bisschen so wie bei den Brasilianern im Fußball. Ich hatte den Eindruck, dass wir dachten: ‚Ihr könnt auch zehn Tore gegen uns schießen, dann schießen wir eben elf.‘“

Vor dem dritten Auftritt im ISS-Dome am heutigen Sonntag (14.30 Uhr) sollte wenigstens die andauernde Auswärtsserie beider Teams Mut machen, auch wenn Pavlov warnt: „Natürlich wird es jetzt immer enger, es sind nur noch drei Spiele und ich wüsste nicht, warum die DEG schwächer als am Freitag sein sollte.“

Autor: Aaron Knopp

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