Als der VfB Westhofen vor drei Wochen mit dem Sieg gegen Geweke in der Bezirksliga 14 eine lange Niederlagenserie beendete, war Geschäftsführer Günther Noormann noch skeptisch.

Bezirksliga 14: VfB Westhofen spürt den Aufwind

"Auffem Hügel" steht man wieder sicher

Felix Guth
16. November 2006, 15:35 Uhr

Als der VfB Westhofen vor drei Wochen mit dem Sieg gegen Geweke in der Bezirksliga 14 eine lange Niederlagenserie beendete, war Geschäftsführer Günther Noormann noch skeptisch. "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer", bediente er sich eines geflügelten Wortes. Doch nun, wo drei weitere Partien unter dem neuen Trainer Michael Kalwa absolviert sind, ist er wieder optimistischer. "Ich glaube, dass wir zeitig die Klasse sichern können", sagt Noormann nach neun Punkten in Serie.

Tabellenplatz neun lädt zwar noch nicht gerade zu großen Schwärmereien ein. Aber dennoch ist der Aufschwung der Schwerter nach dem völlig missratenen Saisonstart beachtlich. "Der Trainerwechsel hat neuen Schwung gebracht", sagt Noormann. Dass Michael Kalwa vom SV Brackel 06 nach Westhofen fand, erwies sich bislang als echter Glücksfall. "Die Leute leisten hier ehrliche Arbeit. Das ist positiv", sagt der Dortmunder. Diese Ehrlichkeit zeigt sich auch in dem Eingeständnis von Geschäftsführer Noormann: "Vielleicht haben wir zu lange mit dem Wechsel gewartet."

Nachdem man aus den ersten neun Spielen nur vier Punkte holte, hat sich der VfB Westhofen zuletzt von den gröbsten Abstiegssorgen befreit. Große Tricks hat Michael Kalwa dabei laut eigener Aussage nicht angewandt. "Ich habe versucht, der Mannschaft Sicherheit und Selbstvertrauen zurückzugeben", sagt der Trainer. "Wir haben mehr über uns geredet, als über Gegner."

Die Seelen-Massage hatte Erfolg: Bei den drei jüngsten Erfolgen gegen Geweke, Stockum und den SV Hohenlimburg II spielte die Abwehr "zu Null." Und auch bei den Angreifern vertrieb Kalwa die Zweifel an der eigenen Stärke. Sechs Treffer gelangen vor Kalwas Einstieg in Westhofen, allein sieben in den letzten drei Partien.

Der sportliche Aufschwung passt zu dem, was sich derzeit rund um den VfB tut. Seit dieser Saison haben die Schwerter endlich wieder einen eigenen, bespielbaren Sportplatz. In Eigenarbeit wurde zudem das Vereinsgelände umgestaltet. "Wir fangen praktisch wieder bei Null an. Alle Altlasten sind beseitigt", meint Günther Noormann.

Diese Altlasten beziehen sich auf eine unglückselige Zeit in der jüngeren Vergangenheit des Vereins. Ende der Neunziger Jahre stieg ein Großsponsor namens Petersmann beim VfB ein. Rund zwei Jahre ging das Unternehmen gut, dann folgte mit dem Absturz des Sponsors auch der Absturz des Vereins. Statt an der Schwelle zur Verbandsliga bewegte sich der Club in den letzten Jahre am Rande der Kreisliga.

Zudem drückten finanzielle Sorgen die Stimmung. Doch die Erneuerung gelang. Bis auf den Vizepräsidenten Peter Mühr ist keine der verantwortlichen Personen aus der den Petersmann-Zeiten mehr im Vorstand. "Das Kapitel ist abgehakt", sagt der Geschäftsführer.

Mit markigen Worten ist man in Westhofen deshalb vorsichtig geworden. "Über den Aufstieg können wir vielleicht 2019 zum Hundertjährigen nochmal sprechen", sagt Günther Noormann.
Kleine Schritte stehen deshalb auch in dieser Spielzeit vorerst auf der Tagesordnung. "Ich hatte mir elf Punkte bis zur Winterpause vorgenommen. Neun haben wir schon. Deshalb sind auch noch ein paar mehr drin", sagt Trainer Kalwa.

Schon am kommenden Wochenende kann der VfB einen Sprung in der Tabelle machen, sollte er bei Fichte Hagen gewinnen.
"Auffem Hügel", wie die Anhänger der Schwerter Vorstädter ihre Heimstatt nennen, scheint also mal wieder die Sonne. Doch selbst die Fans bleiben auf dem Teppich. "Aber nich wieder zum Höhenfluch ansetzen", formuliert es der "Oppa vom Hügel", der auf der Vereinshomepage die wohl einzige Fan-Kolumne der gesamten Bezirksliga pflegt.

Autor: Felix Guth

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