Albert Streit hat seinem Ärger über seine nicht zufrieden stellende sportliche Situation Luft gemacht.

Schalke: Ärger um Albert Streit erledigt sich wohl von allein

In Berlin in der Startelf

hb
22. März 2008, 20:16 Uhr

Albert Streit hat seinem Ärger über seine nicht zufrieden stellende sportliche Situation Luft gemacht.

Leider nicht in RevierSport - Wünsche nach einem Interviewtermin und Bitten um eine Stellungnahme nach dem Training wies er in den vergangenen Tagen ab - sondern in anderen Medien. Der Winterzugang von Eintracht Frankfurt möchte mehr spielen, das ist legitim. Dass er dies öffentlich äußert und sich darüber hinaus beklagt, dass Trainer Mirko Slomka bisher nur einmal mit ihm gesprochen habe, ist eine andere Frage.

Schalkes Verantwortliche möchten nun in Zeiten der relativen Ruhe kein großes Thema aus dem Aufbegehren Streits machen. "Ich kläre derlei Dinge lieber mit dem betreffenden Spieler selbst und nicht in der Öffentlichkeit", nimmt Slomka gleich die Verweigerungshaltung ein, um dann doch zu erklären: "Ich habe ihm aber schon vermittelt, was ich von ihm erwarte."

In ungewohnter Deutlichkeit hatte der S04-Coach nach dem 2:0-Sieg in Bielefeld bekundet, dass er von dem zur zweiten Halbzeit eingewechselten Streit gerne ein wenig mehr gesehen hätte. Chance vertan, sagt man da wohl, nachdem es der 27-Jährige zuvor zweimal nicht in den 18er-Kader der Königsblauen geschafft hatte. "Das ist eine normale Situation, denn wir haben einen relativ großen Kader. Er kommt da von außen nicht sofort in die Stammformation", sieht Slomka nicht ein, dass Streit ein Sonderstatus gewährt werden soll.

Von Eintracht Frankfurt für satte 2,5 Millionen Euro vorzeitig losgeeist, um Schalke beim Erreichen seiner hoch gesteckten Ziele zu helfen, fing Streit im Januar ganz von vorn an. Nach einer Meniskus-OP zunächst zur Reha verurteilt, arbeitete sich der Techniker im Trainingslager in Belek langsam an die Truppe heran, um im Revierderby in Dortmund erstmals zum Kader zu gehören und erste Bundesligaminuten für seinen neuen Club zu absolvieren. Von da an hätte es für den von Slomka als einen der besten Vorbereiter der Bundesliga gelobten Offensiven eigentlich bergauf gehen müssen. Das Gegenteil war der Fall.

Slomka ließ Streit außen vor, bis dem nun der Kragen platzte. "Ich schaue mir das jetzt noch ein paar Wochen an, und wenn sich dann nichts ändert, muss man sich an einen Tisch setzen und eine Lösung finden", ließ sich Streit zitieren.

Slomka und Manager Andreas Müller wollen es nicht so weit kommen lassen, denn voraussichtlich löst sich das Problem von allein. Durch den Ausfall von Ivan Rakitic dürfte Streit heute in Berlin von Anfang an zum Einsatz kommen. Dann kann er zeigen, warum Schalke 1,5 Millionen Euro Ablöse für ein halbes Jahr - im Sommer wäre er für eine Million zu haben gewesen - bezahlt hat.

"Er hatte eine verdammt lange Pause. Bevor er zu uns kam, hat er im Oktober das letzte Match für Frankfurt absolviert", erklärt Müller. "Er ist noch nicht der Spieler, der er bei der Eintracht war. Wir sind von seinen Qualitäten überzeugt, doch wir wollen nun sehen, dass er nah an der Mannschaft ist und alles dafür tut, um rein zu kommen. Er muss den Teamgedanken voll akzeptieren."
Streit ist nach eigener Aussage kein Trainingsweltmeister. Dieser Eindruck bestätigt sich, wenn man die Einheiten regelmäßig beobachtet. Daher knüpfte sich Müller den begabten, aber nicht eifrigen Kicker in der vergangenen Woche persönlich vor. "Er ist hier in einer anderen Situation als in Frankfurt. Dort war er gesetzt, doch bei Schalke muss er sich der großen Konkurrenz stellen", betont Müller.

Vor dem Duell in Berlin hat sich der Kampf um die Plätze anders geregelt, als es den Verantwortlichen lieb ist. Levan Kobiashvili, Ivan Rakitic und Gustavo Varela fallen aus, alles potenzielle Bewerber um einen Platz im offensiven Mittelfeld. Streit hat nun die Chance, die er wollte. Er muss sie nur nutzen, sonst geht das Theater mit ihm womöglich in eine zweite und vielleicht schon letzte Runde.

Autor: hb

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