Sollte sich ein Sommer-Transfer von Superstar Pierre-Emerick Aubameyang abzeichnen, wird es beim BVB hektisch. Ansonsten rechnet der Klub mit einem ruhigen Winter – ohne Zugänge.

BVB

Wenn Aubameyang weg will, wird es hektisch

Sebastian Weßling
15. Dezember 2016, 10:11 Uhr
Foto: Firo

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Sollte sich ein Sommer-Transfer von Superstar Pierre-Emerick Aubameyang abzeichnen, wird es beim BVB hektisch. Ansonsten rechnet der Klub mit einem ruhigen Winter – ohne Zugänge.

Der Plan für die Winterpause steht bei Borussia Dortmund schon seit einer Weile – zumindest aus logistischer Sicht. Vom 5. bis 13. Januar wird der BVB sein Trainingslager in Marbella an der spanischen Costa del Sol beziehen. Das Hotel ist gebucht, der Flieger ist bestellt. Und obwohl es in beiden noch freie Plätze gibt, sieht es derzeit nicht danach aus, als müssten die Dortmunder kurzfristig noch Gäste nachmelden.

Vor allem einer könnte die Reiseplanungen durcheinander bringen: Pierre-Emerick Aubameyang. Dessen Vertrag läuft zwar noch bis 2020, aber der Stürmer macht keinen Hehl daraus, dass er sich schon bald bei einem der ganz großen Klubs sieht. Sein erklärter Traumverein Real Madrid allerdings darf aufgrund eines Fifa-Urteils erst im Januar 2018 wieder Spieler verpflichten – sollte der internationale Sportgerichtshof Cas dies nicht überraschend kippen.

Doch es gibt genügend andere Interessenten. Und sollte einer ein Fabelangebot auf den Tisch legen, das sich bei 60 Millionen Euro aufwärts bewegt, könnte man sich beim BVB gut vorstellen, den Stürmer ziehen zu lassen. Zeichnet sich das rechtzeitig ab, spräche aus Dortmunder Sicht vieles dafür, den Nachfolger schon im Winter zu verpflichten – um ihn ein halbes Jahr lang heranzuführen.

Zu Beginn der Rückrunde muss der BVB ohnehin auf Aubameyang verzichten: Ab dem 14. Januar spielt er beim Afrika-Cup, das Finale steigt erst am 5. Februar – dann würde der Torjäger in mindestens drei Ligaspielen und dem Pokalduell gegen Hertha BSC fehlen.

Nicht nur deswegen hätte Trainer Thomas Tuchel sicherlich nichts gegen Verstärkungen für seinen Mannschaft einzuwenden. Die Klubbosse aber verspüren – Stand jetzt – wenig Lust, den Talenten, die im Sommer geholt wurden, nun Spieler vor die Nase zu setzen. Zumal sie im Sommer schon 109 Millionen Euro investierten und der Kader eher zu groß ist.

Ömer Toprak bleibt zwar Kandidat – aber erst für den Sommer. Dann hat der Abwehrspieler von Bayer Leverkusen eine Ausstiegsklausel über zwölf Millionen Euro. Im Winter wäre die Ablöse frei verhandelbar und in den Augen von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke wohl zu hoch für einen 27-jährigen Innenverteidiger, dessen Wiederverkaufswert in ein paar Jahren überschaubar wäre.

Letztes Wort für Zorc und Watzke

Tuchel als Trainer rechnet natürlich anders: Wenn ein Spieler sportlich weiterhilft, ist er sein Geld wert. Und wenn er dabei hilft, die Champions-League-Teilnahme und damit Millioneneinnahmen zu sichern, erst recht. Das letzte Wort aber haben Sportdirektor Michael Zorc – und vor allem Watzke.

Wahrscheinlicher als Zuwachs ist daher, dass sich die Reisegruppe vor dem Abflug nach Marbella noch verkleinert. Neven Subotic etwa spielt trotz Vertrags bis 2018 in den Planungen des Klubs weiterhin keine Rolle, ist nur Innenverteidiger Nummer fünf und darf im Winter gehen. Aus England ist zu hören, dass mehrere Premier-League-Klubs Interesse haben.

Gladbach hat Interesse an Sahin

Auch Nuri Sahin ist unzufrieden mit seiner Reservistenrolle. Ein Abgang ist keinesfalls sicher, weil sich der 28-Jährige in Dortmund wohl fühlt. „Ich gehöre hierhin“, sagte er kürzlich. In Borussia Mönchengladbach gibt es jedoch einen attraktiven Interessenten.

Für Joo-Ho Park ist kein potenzieller Abnehmer bekannt. Sollte sich einer finden, wäre der BVB gerne bereit, den Linksverteidiger abzugeben. Und im Flieger nach Marbella wäre dann noch ein wenig mehr Platz.

Autor: Sebastian Weßling

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