Am Ende musste ein Rekord her, um den Gruppensieg von Borussia Dortmund in der Champions League zu retten:

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Reus schießt BVB in Madrid zum Torrekord und Gruppensieg

Sebastian Weßling
07. Dezember 2016, 22:41 Uhr
Foto: firo

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Am Ende musste ein Rekord her, um den Gruppensieg von Borussia Dortmund in der Champions League zu retten:

Es lief die 88. Minute im Bernabeu-Stadion und trotz einer 2:1-Führung war Real Madrid merkwürdig weit aufgerückt. So konnte Emre Mor einen Steilpass auf den pfeilschnellen Pierre-Emerick Aubameyang spielen, der den freistehenden Reus bediente. Dessen Treffer zum 2:2 des BVB war das 21. Tor des BVB in der Champions League, was nie zuvor einer Mannschaft gelungen ist. Und er ließ die Dortmunder im letzten Moment wieder vorbeiziehen an den Madrilenen, was bei der Achtelfinal-Auslosung am kommenden Montag einen leichteren Gegner bedeuten könnte.

Trainer Thomas Tuchel wollte den Gruppensieg unbedingt, hatte bis auf den erkälteten Reus, der zunächst auf der Bank blieb, seine wohl stärkste Formation aufs Feld geschickt - zunächst aber in einer vorsichtigeren Anordnung als so oft in der Bundesliga: Vor der Viererkette installierte Tuchel neben Julian Weigl noch Gonzalo Castro als Absicherung.

Dennoch war es der BVB, der zunächst die Initiative übernahm: André Schürrle schoss den Ball nach einem Abpraller aus 20 Metern über das Tor (4.). Doch die Dortmunder leisteten sich zu viele einfache Ballverluste im Mittelfeld, Real schaltete blitzschnell und präzise um - um dann mehrfach an Torhüter Roman Weidenfeller zu scheitern. Weder Karim Benzema (10.) noch James Rodriguez (18./20.) konnten den Vertreter des verletzten Roman Bürki überwinden. Nach 29 Minuten aber war auch Weidenfeller machtlos: Dani Carvajal lief über die linke Dortmunder Abwehrseite davon, seine Hereingabe schon Benzema, der aus kurzer Distanz sicher ein.

Der BVB schüttelte sich kurz und antwortete mit wütenden Angriffen. Doch Christian Pulisic (38.) und André Schürrle (39.) scheiterten an Real-Torhüter Keylor Navas, Castro wiederum verschlampte den Pass auf den völlig frei vor dem Tor lauernden Aubameyang (42.) - es sollte die größte Dortmunder Gelegenheit des ersten Durchgangs bleiben.

Das rächte sich nach der Pause: Gegen den von der BVB-Abwehr komplett allein gelassenen Benzema konnte Weidenfeller noch stark parieren (52.), doch nur wenige Augenblicke später hatte wieder niemand den Angreifer im Blick, der nach James-Flanke zum 2:0 einköpfte (53.).

Die Partie schien entschieden, doch Weigl schickte einen langen Pass aus dem Mittelkreis genau auf Marcel Schmelzers Fuß, der legte quer - und Aubameyang traf aus kürzester Distanz (61.). Es war der 20. Treffer des BVB in der Gruppenphase, was zuvor erst drei Mannschaften gelungen war.

Und Tuchel wollte mehr, brachte Marco Reus und Emre Mor für die enttäuschenden Schürrle und Pulisic. Doch Real fand immer mehr Räume zum Kontern, ging mit den sich bietenden Großchancen aber überaus schlampig um. Zudem hielt Weidenfeller weiter stark - und so kam die 88. Minute, so kam Reus, so kam das so wichtige 2:2.

Autor: Sebastian Weßling

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