Vielleicht war Görkem Saglam am Sonntag gegen Heidenheim der glücklichste Spieler im VfL-Trikot.

Bochums Saglam

"Mein Kindheitstraum hat sich erfüllt“

31. Oktober 2016, 08:41 Uhr
Foto: firo

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Vielleicht war Görkem Saglam am Sonntag gegen Heidenheim der glücklichste Spieler im VfL-Trikot.

Denn weil Thomas Eisfeld langfristig ausfällt (Knie-OP), stand Bochums U19-Spieler erstmals in der Startformation. Das Wochenende hatte für ihn ohnehin gut angefangen: Denn am Freitag, auf der Jahreshauptversammlung, hatte er, als bester VfL-Jugendspieler seines Jahrgangs, die erstmals verliehene „Werner-Altegoer-Medaille“ verliehen bekommen. Zwei Tage später dann Startformation, Sieg und ein begeistertes VfL-Publikum – was will ein Jugendspieler mehr.

Und so ließ er nach dem Spiel seinen Emotionen freien Lauf: „Es ist ein verdammt schönes Gefühl. Mein Kindheitstraum hat sich erfüllt.“ Seit zwölf Jahren spielt Bochums Offensivtalent schon im VfL Trikot. Nun sein Startelfdebüt mit Happy End – Fußballherz was willst du mehr? Saglam: „Das Spiel ist etwas ganz besonderes in meiner Karriere. Das Trikot gebe ich nicht mehr her.“

Bochums Techniker, der es mehr liebt, den Ball laufen zu lassen, anstatt ihn zu erkämpfen, sah sich bei seiner Premiere allerdings in einer ungewohnten Rolle: „Der Spielverlauf hat es erfordert, dass auch von mir andere Tugenden gefragt waren. Es ging um Kampfgeist und Leidenschaft und ich glaube ich habe bewiesen, dass ich das auch kann.“ Und da Eisfeld wohl für den Rest der Hinrunde ausfällt, könnte Saglam noch mehr Einsätze bekommen, als sich der noch U19-Spieler zu Saisonbeginn erträumt hat. Seine Feuertaufe jedenfalls über 80 Minuten hat er bestanden.

Bochums Marco Stiepermann wirkte nach dem Heimdreier erleichtert: „Eine Leistung wie am Montag beim 0:3 in Kaiserslautern ist nicht zu akzeptieren. Deshalb waren wir den Zuschauern eine Wiedergutmachung schuldig. Wir haben verdient gewonnen, weil wir wenige Fehler gemacht haben und die wichtigen Zweikämpfe zu unseren Gunsten entschieden haben. Heidenheim war sehr spielstark und nach dem 1:2 wurde es nochmal richtig ekelig, aber wir haben uns großartig gewehrt.“

Felix Bastians verriet nach dem Schlusspfiff, warum das Spiel für ihn bereits nach 60 Minuten zu Ende war: „Ich habe in der ersten Halbzeit einen Pferdekuss bekommen. Ich habe es nach der Pause noch einmal versucht, aber da ging nichts mehr - ich konnte der Mannschaft nicht mehr helfen.“ Obwohl sein Team auch im 19. Zweitligaspiel in Folge nicht ohne Gegentreffer blieb, war der Kapitän mit der Defensivleistung der gesamten Mannschaft zufrieden: „Klammert man einmal das Slapstick-Gegentor aus, dann haben wir Heidenheim aus dem Spielverlauf heraus nicht viele Möglichkeiten gegeben. Wir haben sehr kompakt verteidigt - deutlich besser als in den letzten Spielen. Diesmal waren wir drauf und dran, erstmals zu Null zu spielen.“

Und dann ging ein ganz dickes Kompliment des Spielführers an die Zuschauer: „Wie schon in den vorangegangen Heimspielen haben sie ein feines Gespür entwickelt, wann sie uns helfen müssen. Das hat uns in den letzten zehn Minuten noch einmal richtig gepusht.“

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