Vor dem Anpfiff gab’s am Hans-Wagner-Weg eine bewegende Schweigeminute für Manfred Engels.

Arminia Klosterhardt

Abstiegskampf hat begonnen

Stefan Schweigert
24. Oktober 2016, 08:07 Uhr
Foto: Franz Naskrent

Foto: Franz Naskrent

Vor dem Anpfiff gab’s am Hans-Wagner-Weg eine bewegende Schweigeminute für Manfred Engels.

Der 75-jährige Ehrenvorsitzende von Arminia Klosterhardt verstarb am Samstag an den Folgen eines Schlaganfalls. Traurig wurde es auch in den anschließenden 90 Minuten. Die Mannschaft von Interimstrainer Oli Adler unterlag dem SV Schwafheim klar mit 1:4 (0:4). Vor allem in der ersten Halbzeit präsentierten sich die Grün-Weißen wie ein Absteiger.

„Wir nehmen uns jedes Mal viel vor. Dann passieren Fehler, die alles über den Haufen werfen“, war Adler nach dem Schlusspfiff bedient. Dass bei den Hausherren in dieser Saison im vorderen Bereich bisher kaum was ging, war bekannt. Gestern musste einem die desaströse Vorstellung in der Defensive obendrein angst und bange machen. Sündenböcke aber etwa in den beiden gewiss nicht sicheren Innenverteidigern Patrick Drechsler und Flo Lauer zu suchen, wäre zu billig gewesen. Oder gar den mangels Erfahrung stellenweise überforderten Außenverteidiger Tom Hasel als Hauptschuldigen auszumachen. Die Arminen versagten bei der Arbeit gegen den Ball schlichtweg im Kollektiv. Sie gestatteten ihren Gästen aus Moers zu viele Räume und lieferten oft nur Begleitschutz.

Ekrem Aksu wunderte sich wohl selbst am meisten, warum ihm in der sechsten Minute so viel Platz im Klosterhardter Sechzehner gewährt wurde – Kopfball, 0:1. Der Schock über den frühen Rückstand saß zunächst mal tief. Denn den Hausherren fiel in der Folge herzlich wenig ein, weil neben den Beinen auch der Kopf nicht funktionierte. Überschaubares Tempo in den eigenen Aktionen, keine Struktur im Spiel. Die beste Chance zum Ausgleich bot sich noch Delowan Nawzad nach Vorarbeit von Marcel Landers. Doch Arminias Angreifer zögerte bei der technisch unsauberen Ballannahme zu lange, anstatt direkt abzuschließen. (21.). Zwei Minuten später klingelte es dafür erneut auf der Gegenseite. Ein verunglückter Schuss von Schwafheims Kapitän Manfred Wranik landete zufällig bei Christian Zeiler, der unbedrängt zum 0:2 einsandte. Nach einer halben Stunde verhinderte Jan Terhorst mit Glück und Geschick gegen Cagri Düven vorerst Schlimmeres. In Minute 39 war aber auch Arminias Torhüter bei Aksus zweitem Kopfballtreffer machtlos. Damit hatten die Gäste ihr Pulver noch nicht gänzlich verschossen, denn Düven erhöhte kurz vor der Pause nach einem Konter gar auf 0:4.

Die Entscheidung war längst gefallen. Der Ehrentreffer von Marcel Siwek (57.) änderte nichts mehr an der Tatsache, dass die Arminia gegenwärtig kein landesligataugliches Niveau auf den Platz bringt. Der Abstiegskampf hat spätestens gestern begonnen.

Autor: Stefan Schweigert

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