Nicht nur für die Kiebitze war der Trainingsauftakt am Montag „gewöhnungsbedürftig“.

VfL

Bochum hat jetzt auch einen Stürmercoach

Ulrich Homann
01. Juli 2016, 07:37 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Nicht nur für die Kiebitze war der Trainingsauftakt am Montag „gewöhnungsbedürftig“.

Die meistgestellte Frage unter den Zuschauern am Rande des Zauns: „Wer ist das denn?“ Und so mancher „Experte“ war sich sicher: „Alles Nieten!“ Die Neuen mögen sich aber nicht grämen. Zwei Jahre ist es her, da wurden Marco Terrazzino und Simon Terodde ähnlich „herzlich“ empfangen. Vertrauen in die Arbeit von Christian Hochstätter scheint sich noch nicht überall festgesetzt zu haben.

Doch damit halten sich die Protagonisten nicht lange auf. Und ein gut aufgelegter Gertjan Verbeek wirkte optimistisch: „Wir haben Spieler, von denen wir glauben, dass sie mental überzeugt sind, etwas besser zu machen. Dazu gehört Mut.“ Zwar schränkte der Coach ein: „Sicher ist es ein Nachteil, dass wir noch nicht so eingespielt sind wie im letzten Jahr. Aber ich glaube, das packen wir.“

In Sachen Kaderplanung hat der Trainer nur noch zwei Wünsche: „Ich brauche noch einen Sechser und einen Stürmer.“ Daran arbeitet Christian Hochstätter, der am Mittwochvormittag zunächst einmal die Personalie „dritter Torhüter“ zu den Akten legte, mit Hochdruck. Martin Kompalla, 23-Jähriger Keeper von Borussia Mönchengladbach II, unterschrieb für zwei Jahre und tritt damit in den Konkurrenzkampf mit Manuel Riemann und Felix Dornebusch. Hochstätter: „Er entspricht unserem Anforderungsprofil, ist jung, ehrgeizig, entwicklungsfähig. Und er verfügt schon über Erfahrung im Seniorenfußball.“

Auch in Sachen der beiden noch offenen Positionen soll Christian Hochstätter schon Kandidaten ins Auge gefasst haben. Die Crux: Allesamt sind sie ablösepflichtig, wie zum Beispiel Leipzigs Stürmer Nils Quaschner. Doch da die Transferperiode noch lange nicht abgeschlossen ist, verspüren die handelnen Personen keinen Druck.

Komplett ist dagegen der Trainerstab, in dem es zahlreiche Veränderungen gegeben hat. Ganz neu dabei sind die Co-Trainer Jan de Jonge und Jan Siewert, der zugleich die U19 trainiert. Dimitrios Grammozis (zugleich U17-Trainer) und Jens Rasijewski (sportlicher Leiter Talentwerk) gehören ebenfalls dazu. Und dann hat der VfL eine neue Position geschaffen und gleich besetzt. Ab sofort kümmert sich Romeo Wendler (47-jähriger Kroate) als Spezial-Coach vornehmlich um die Entwicklung der VfL-Angreifer. Wendler hatte zuletzt in gleicher Funktion für die TSG Hoffenheim gearbeitet und hat bis 2018 beim VfL unterschrieben.

Und so konnte man schon am Dienstag beobachten, dass das gewohnte Torschusstraining ab sofort Vergangenheit ist. Während noch in der letzten Saison munter auf das Trainingstor „geballert“ wurde, nahm sich der neue Spezialcoach nach vorangegangenem zweieinhalbstündigem Training die Angreifer zur Seite, beobachtete jeden einzelnen Torschuss genau, unterbrach, gab Anregungen und versuchte, die eine oder andere Korrektur bei Haltung und Schusstechnik zu vermitteln. Christian Hochstätter: „Wir wollen jeden einzelnen Spieler besser machen.“

Ein Ziel, das der VfL schon in der letzten Saison ganz offensichtlich erreicht hat. Denn dass so viele Spieler des VfL von Erstligisten umworben werden, das gab es schon seit Jahren nicht mehr.

Autor: Ulrich Homann

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren