Der FC Schalke 04 spielt am Donnerstag gegen Donezk um den Einzug ins Europa-League-Achtelfinale. Der Ausfall von drei Stammspielern droht.

Schalke

Breitenreiter vor einer Reifeprüfung

25. Februar 2016, 09:41 Uhr
Foto: firo

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Der FC Schalke 04 spielt am Donnerstag gegen Donezk um den Einzug ins Europa-League-Achtelfinale. Der Ausfall von drei Stammspielern droht.

Als die Mannschaft des FC Schalke 04 am Mittwochnachmittag das Abschlusstraining aufnahm, lief in der Arena die Flimmerkiste. Es waren Aufnahmen aus der Champions League, die über die Bildschirme des Videowürfels flackerten. Doch für Schalke geht es nicht gegen Arsenal London oder gar den FC Barcelona, sondern gegen Schachtjor Donezk. Aber auch das sogenannte Sechzehntelfinale gegen die Ukrainer am Donnerstagabend (19 Uhr) besitzt das gewisse Etwas.

Für Schalke-Trainer André Breitenreiter ist das Rückspiel nach dem 0:0 in Lwiw sogar eine Premiere: Es ist sein erstes internationales K.o.-Spiel als Trainer überhaupt.

Anspannung als Privileg für Breitenreiter

„Es ist ein besonderes Spiel für mich“, bestätigte Breitenreiter. Die mit großer Aufmerksamkeit verknüpfte „besondere Anspannung“ empfindet er aber als „Privileg“ – und nicht etwa als Bürde. Und doch steht der Fußballlehrer vor einer echten Reifeprüfung, denn Breitenreiter hat die eine oder andere Herausforderung zu meistern.

Gleich drei Stammspieler drohen auszufallen: Leon Goretzka (Wadenzerrung), Max Meyer (Mandelentzündung) und Eric Maxim Choupo-Moting (Beckenprellung). Bei der Abschlusseinheit war das Trio nicht dabei, Breitenreiter sprach lediglich von einer „Minimalchance“, dass einer dieser drei Spieler am Donnerstag doch noch auflaufen kann. „Das ist natürlich ein Handicap. Alle drei verfügen über außerordentliche Fähigkeiten“, sagte Horst Heldt zur signifikanten Schwächung in der schwierigen Partie. Schalkes Sportvorstand nahm die Reservisten in die Pflicht: „Der Kader ist groß und gut genug, um gegen Donezk zu bestehen.“

Es ist an Breitenreiter, aus den — dieses Mal überschaubaren – Möglichkeiten das Beste zu machen. Im Idealfall gelingt es ihm, den wesentlich erfahreneren, 28 Jahre älteren Trainerfuchs Mircea Lucescu (70) personell oder taktisch zu überraschen. Wenn nicht, dann wird Ralf Fährmann eine Schlüsselrolle zukommen. Während die sonst oft hochgelobten Kreativspieler teils angeschlagen (Meyer) oder formschwach (Leroy Sané) sind, ist der Torwart Schalkes große sportliche Konstante – leider auch so ziemlich die einzige.

Denn eines muss Schalke unbedingt vermeiden: In Rückstand zu geraten. Heldt betont, dass sogar bei Gleichstand oder einer Schalker Führung entscheidend sei, einen „kühlen Kopf zu bewahren“. Breitenreiter will sich für alle Eventualitäten wappnen: „Wir müssen Wenn-dann-Strategien entwickeln. In dieser Hinsicht machen wir uns sehr intensive Gedanken.“ Auf sein Team will er aber ausschließlich positiv einwirken.

Immerhin können sich die Königsblauen jegliche Rechenspiele ersparen. Nur ein Sieg zählt. „Egal ob nach 90 oder 120 Minuten oder sogar nach Elfmeterschießen“, sagt Breitenreiter in Erwartung eines echten Fußball-Krimis.Aber es sind wohl genau solche Abende, die den Ehrgeiz in dem Ex-Profi weiter anfeuern. Es ist die Aussicht auf einen Triumph, noch dazu im Europapokal, die seine Augen funkeln lassen. Der Weg aus der niedersächsischen Provinz auf die große Bühne war lang genug, auch als Spieler stand Breitenreiter nie im Rampenlicht.

Schalke träumt vom Europa-League-Finale in Basel

Das könnte noch etwas heller strahlen, wenn er die Reifeprüfung gegen Donezk besteht. Klammheimlich haben die Königsblauen ja sogar den Traum, am 18. Mai nach Basel zu fahren. Dann steigt im St.-Jakob-Park das Finale der Europa League. Fünf Spiele wären es noch bis dahin, die zu überspringenden Hürden immer höher. Für den ersten Schritt am Donnerstag gibt es immerhin ein gutes Omen: In der Champions League verlor Schachtjor alle drei Auswärtsspiele, ohne dabei ein Tor zu erzielen.

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