30.01.2006

SCHALKE - Levan Kobiashvili der „Revier-Fußballer des Jahres 2005“

Wer Levan Kobiashvili zu einem Interview bittet, braucht meistens nicht viel Zeit. Zurückhaltend, ja fast schüchtern, spricht der Georgier dann eher aus Höflichkeit ein paar Sätze ins Mikrofon. Auch als er von seiner Wahl zum „Revier-Fußballer des Jahres“ erfuhr, war es nicht anders.

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Wer Levan Kobiashvili zu einem Interview bittet, braucht meistens nicht viel Zeit. Zurückhaltend, ja fast schüchtern, spricht der Georgier dann eher aus Höflichkeit ein paar Sätze ins Mikrofon. Auch als er von seiner Wahl zum „Revier-Fußballer des Jahres“ erfuhr, war es nicht anders.

Zunächst huschte nur ein ungläubiges Staunen über das Gesicht des stillen Nationalspielers. „Das ist für mich eine große Überraschung“, lächelte der Anti-Star verlegen und schien sich gar ein bisschen zu schämen. „Ich war doch selbst von meiner Leistung in der Hinserie sehr enttäuscht. Wie kann das sein, dass ich gewonnen habe?“, fragte sich „Kobi“.

Die drei Tore gegen Eindhoven in der Champions League wollten ihn in der Hinsicht jedenfalls noch nicht so recht überzeugen. Nachdem er jedoch über die Regularien informiert wurde, schien er sich mit dem Gedanken doch anfreunden zu können. „In Ordnung, wenn auch die Rückserie der vergangenen Saison mitzählt und die Trainer das so sehen, dann nehme ich das gerne an“, lächelte der 28-Jährige. „Ich hätte zwar nie daran geglaubt, aber ich freue mich jetzt natürlich sehr darüber. Ich kann mich nur bei allen, die mich gewählt haben, bedanken. Diese Auszeichnung ist für mich eher eine Verpflichtung weiter an mir zu arbeiten, damit ich wieder besser werde“, sieht der Familienvater, der sich ob seiner oft zurückhaltenden Spielweise schon den Begriff „Beamten-Fußballer“ anhören musste, die Wahl als Ansporn.

Für seine Verhältnisse fast schon energisch fordert er das gleich von der gesamten Mannschaft. „Wir alle müssen uns in der Rückrunde steigern. Wir haben so viel Potenzial, da müssen wir einfach ein paar Punkte mehr holen, als die 31 Punkte in der Hinrunde“.

Dennoch ist der in Tiflis geborene Kicker mit Studium der Geschichte im Gepäck skeptisch, ob das angestrebte Saisonziel Platz zwei oder drei noch erreicht werden kann. „Die drei Teams da vor uns sind unglaublich stark. Da muss für uns schon alles passen, damit wir die noch einholen“, unkt Kobiashvili.

Während für den zweimaligen „Fußballer des Jahres“ in Georgien die Wahl zum „Revier-Fußballer des Jahres 2005“ eine faustdicke Überraschung ist , ist sie für Team-Manager Andreas Müller die logische Konsequenz einer stetigen Entwicklung. „Endlich erhält Levan in der Öffentlichkeit mal die Wertschätzung, die wir intern schon länger gesehen haben. Das hat er absolut verdient“, findet der „Eurofighter“ von 1997.

„Die Wahl hat ja unter vielen Trainern, also Fachleuten, statt gefunden, und ist für mich deshalb auch nicht überraschend. Das ist das Ergebnis seiner sehr guten und konstanten Leistung bei Schalke 04“, urteilt der 43-Jährige und zollt auch dem zweitplatzierten Christian Poulsen lobende Worte. „Er hat sich durch eine gute Vorrunde und überragende Leistungen vor allem in der Champions League in den Vordergrund gespielt“. Müller zufrieden: „Ich finde den Ausgang der Wahl zum Revierfußballer 2005 echt klasse. Endlich stehen mal nicht nur die Torjäger oder die Künstler im Mittelpunkt.“

Denn „im heutigen Fußball ist die ‚Sechs’ eine der wichtigsten Positionen. Dass man das mit so einer Wahl Mal unterstreicht, ist absolut gelungen“. Das findet auch Trainer Mirko Slomka. „Ich bin ja schließlich an der Wahl beteiligt gewesen und freue mich natürlich sehr, dass ‚Kobi’ und Christian das geschafft haben.“ Sein Lob an die beiden Profis: „Solche Teamplayer im Kader zu haben, kann sich jeder Trainer nur wünschen.“

Autor: sb

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