26.08.2017

BVB-Kommentar

Lieber ohne Dembéle als ohne Aubameyang

Foto: firo

Der 2:0-Sieg des BVB 2:0 über Hertha BSC bringt Dortmund die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga und beruhigt die Nerven. Ein Kommentar.

Ousmane Dembélé und Borussia Dortmund — war da was? Nicht ein Protest, nicht ein Schmähruf von den Tribünen. Kein Angriffszug, bei dem man hätte denken können: Wäre doch jetzt… Der BVB geht zur Tagesordnung über. Der Spieler ist weg, das Geld bald da — weiter geht’s. Borussia Dortmund gewinnt auch ohne Dembélé. Am Samstag 2:0 gegen Hertha BSC im ersten Heimspiel der Saison.

Und sonst so? Es ist schon erstaunlich, mit welchem Tempo der Verein in der Trainerfrage von Thomas Tuchel auf Peter Bosz umgestellt hat und wie spielerisch die Mannschaft den unrühmlichen Abgang ihres einstigen Kollegen wegsteckt. Vor dieser Saison war eigentlich ausgemacht, dass der Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang das Weite
sucht.

Jetzt muss man sagen: Gut, dass es anders gekommen ist. Lieber ohne Dembélé als ohne Aubameyang — so sieht die Wahrheit aus. Der Torschützenkönig der Vorsaison macht beim Toreschießen in der Liga da weiter, wo er mit 31 Treffern aufgehört hat. Zwei Tore in zwei Spielen hat er schon. Wieder zeichnet sich ein Fernduell mit Bayern-Torjäger Robert Lewandowski ab.

Viel wichtiger als die Dembélé-Nachfolger erscheint nach zwei Bundesliga-Spielen, dass bis zum Transferschluss am Donnerstag nicht das Ungeheuerliche passiert: dass Aubameyang aus Italien oder England doch noch das Vertragsangebot seines Lebens vorgelegt bekommt. Dieser Verlust wäre wohl kaum mehr zu kompensieren.

Natürlich gibt es Stimmen, die sagen: Aus der Feldüberlegenheit (fast 65 Prozent Ballbesitz) müsste die Mannschaft noch mehr Tore machen. Aber nicht vergessen: Marco Reus, Julian Weigl, Raphael Guerreiro, Andre Schürrle und Marcel Schmelzer fehlen noch. Sobald dieses Quintett gesund und in Bestform zurückkehrt, hat der BVB einen Kader, der wieder Ambitionen auf das Titelrennen äußern darf.

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Denn mit jetzt 5:0 Toren nach zwei Spieltagen ist der BVB Tabellenführer und unterstreicht, dass die neue Saison nicht unbedingt so wacklig verlaufen muss wie die vorige. Die Unbesiegbarkeit im Signal Iduna Park, ein Markenzeichen seit zwei Jahren, setzt der neue Trainer fort. Biedere Mannschaften wie Wolfsburg oder Hertha können der Offensive nur Blockade entgegensetzen.

Der Schwung ohne Dembélé ist unübersehbar. Christian Pulisic, noch immer ein Teenager, mag man gar nicht als Jüngling bezeichnen, nachdem er seine Schlachten in der Champions League geschlagen hat. Auf der linken Seite kommt der andere Jüngling Dan-Axel Zagadou auf seine Einsatzzeiten, um sich an die Geschwindigkeit und die Robustheit der Bundesliga zu gewöhnen.

Autor: Pit Gottschalk

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