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Olympia: ARD und ZDF vor Mammutaufgabe
"Magie und Menschenrechtsverletzungen"

Olympia: ARD und ZDF vor Mammutaufgabe
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Wenn Nikolaus Brender über die Olympischen Spiele in Peking spricht, schwingt neben Vorfreude auch Respekt in seiner Stimme mit.

"Es wird ein Weltereignis zwischen Magie und Menschenrechtsverletzungen", sagt der ZDF-Chefredakteur und lässt keine Zweifel aufkommen: Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender stehen vor einer ihrer größten logistischen und journalistischen Herausforderungen. Insgesamt 300 Programmstunden werden ARD und ZDF im täglichen Wechsel während der Spiele vom 8. bis 24. August aus China übertragen. Etwa 400 Mitarbeiter aus Redaktion und Technik produzieren die Olympiasendungen. Zusätzlich zu den Weltbildern wollen die beiden Sender mit 30 eigenen Kameras exklusive Beiträge herstellen. "Besser waren wir noch nie auf Olympische Spiele eingestellt", sagt ARD-Programmdirektor Günter Struve.

Perfekte Vorbereitung ist für diese Mammutaufgabe zwingende Voraussetzung. Bei 300 Programmstunden stehe natürlich der Sport im Mittelpunkt meint ZDF-Programmchef Eberhard Figgemeier. Doch auch die Themen Doping und Menschenrechte erhalten ihren Sendeplatz.

"ARD und ZDF nehmen ihr Recht auf freie Berichterstattung wahr und werden dieses auch einfordern. Auf sportliche wie politische Ereignisse werden wir angemessen reagieren", sagen Struve und Brender in einer gemeinsamen Erklärung.

Ein Olympia-Boykott soll die Ultima Ratio bleiben. Brender: "Journalisten sind nicht dafür da zu boykottieren, sondern aufzuklären." Wenn man jedoch nicht mehr frei berichten könne, keinen freien Zugang zu Quellen hätte oder am Bild manipuliert würde, wäre ein Boykott denkbar.

Die ARD entsendet allein elf Storymacher nach Peking, darunter auch Doping-Experte Hajo Seppelt. Beim ZDF gehört Elmar Theveßen aus der Chefredaktion zur sechsköpfigen "Doping Task Force".

Sportlich kann sich die Expertenriege ebenfalls sehen lassen. Für die ARD steht Franziska van Almsick am Beckenrand, für das ZDF analysiert die achtmalige Goldmedaillengewinnerin Birgit Fischer die Kanurennen und der seit einem Trainingsunfall querschnittgelähmte Ronny Ziesmer die Turnwettkämpfe. Am 8. August ab 13.00 Uhr MESZ werden Sandra Maischberger und Ralf Scholt die Eröffnungsfeier moderieren. Für leichte Unterhaltung sorgen Waldemar Hartmann und Harald Schmidt als "Waldi und Harry" beim abendlichen ARD-Resümee aus der Gartenanlage des Deutschen Hauses im Hotel Kempinski sowie Katrin Müller-Hohenstein und Johannes B. Kerner für das ZDF.

Beide Sender wechseln sich wie in der Vergangenheit täglich ab. Zwischen 1.00 und 2.00 Uhr nachts beginnt die Livestrecke, die etwa bis 17.30 andauert. Die ARD fasst die Tageshöhepunkte reaktionell von 17.40 bis 19.45 Uhr im Studio zusammen, das ZDF zeigt die Highlights zur Primetime von 20.15 Uhr bis 21.45.

Beide Sender teilen sich dafür erneut ein gemeinsames Studio im International Broadcast Center. Zusätzlich sind 600 Stunden alternatives Liveprogramm in den Digitalsendern vorgesehen. Nach zweieinhalb Jahren Vorbereitung sagt Gerald Heitzig, Head of Operations beim federführenden Norddeutschen Rundfunk (NDR): "Die Olympischen Spiele sind die größte logistische Herausforderung, die wir je zu meistern hatten."

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