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SV Brackel: Trainer Schiattarella: "Das Highlight war die Unterbrechung"

Kai Fedrau
31. Dezember 2020, 13:00 Uhr
Foto: Oliver Mengedoht

Foto: Oliver Mengedoht

Der SV Brackel rangiert zur Winterpause in der Landesliga Westfalen 3 auf Platz elf. Für Trainer Giovanni Schiattarella steht der Fußball in der Corona-Krise aber hinten an. 

Im dritten Landesliga-Jahr nach dem Abstieg aus der Westfalenliga, steht SV Brackel derweil im Tabellenmittelfeld. Das Team von Trainer Giovanni Schiattarella rangiert mit sieben Zählern auf Platz elf der Landesliga Westfalen 3.


Für den 38-Jährigen gab die bisherige Saison jedoch wenig Anlass zur Freude. Zu sehr belasten den Brackel-Coach die Umstände der Corona-Krise, wie er im RevierSport-Interview erklärt.

Giovanni Schiattarella, die Saison wurde erneut unterbrochen. Was war bisher Ihr Moment der Hinrunde?
Da gab es keinen. Das, was in den ersten Wochen der Saison passiert ist, kann einfach keinen Spaß machen. Das Highlight war die Unterbrechung, die viel zu spät kam, weil die Situation momentan absolut nicht gut ist. Viele Trainer sagen, sie gucken von Spiel zu Spiel. Letztendlich waren wir dazu gezwungen, von Training zu Training zu schauen, weil ein Virus-Verdacht uns 14 Tage rausgeworfen hätte. In unserem letzten Saisonspiel gegen Kirchhörder SC (1:2) sagte deren Trainer Sascha Rammel zu mir: „Tut mir leid, Giovanni, aber es macht echt keinen Spaß.“ Bei all den Dingen, die zu beachten sind, bleiben uns kaum schöne sportliche Momente übrig.

Was wünschen Sie sich für das Fußballjahr 2021?
Der Fußball sollte solange ruhen, bis alles andere normal läuft. Wer da eine andere Meinung hat, ist weltfremd. Tut mir leid, aber ich habe selbst einen Gastronomiebetrieb und bevor wieder 150 Zuschauer zu irgendeinem Spiel kommen, möchte ich, dass mein Laden komplett ohne Auflagen wieder öffnen kann.


Wie verrückt sind Sie im Amateurbereich dennoch nach diesem Sport und wie erleben Sie diese unfreiwillige lange Fußballpause?
Ich bin krank nach Fußball, seit ich denken kann. Deshalb ist es traurig, dass es so eine Situation gibt. Im Moment betrachtest du die Dinge aber nicht mehr als Sportler. Bei all dem Leid um uns, ist es uninteressant, wie sehr ich den Fußball vermisse. Als Sportler will man natürlich immer weitermachen, aber die negativen Aspekte stehen momentan über allem. Allein der Gedanke, Mal ohne Maske einkaufen zu gehen, ist da weitaus schöner. An so etwas denke ich mehr als an alles andere.

Glauben Sie, dass die Begeisterung für den Fußball nach der Pause noch überall vorhanden ist oder kann die Corona-Krise dem Fußball allgemein schaden?
Das ist eine sehr gute Frage. Wenn du durchweg Sportler bist, wirst du vermutlich nicht die Begeisterung verlieren. Andererseits wird es momentan zur Gewohnheit. Spieler, die bereits Ende der 20er oder Anfang 30 sind, stellen sich vielleicht schon eher die Frage, ob sie weitermachen sollen. 


Wie ist es bei Ihnen?
Bei mir ist alles gut, ich bin gerne Trainer. Ich glaube aber, wenn ich zehn Jahre älter wäre, würde ich nochmal darüber nachdenken. Allerdings bin ich jetzt 38 Jahre alt und da lodert immer noch die Flamme. In der jetzigen Situation macht Fußball aber einfach keinen Spaß.

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