Gegenüber dem Internetportal transfermarkt.de sprach der ehemalige sportliche Leiter des VfL Bochum, Jens Todt, über die Auswirkungen der Coronakrise auf den Fußball. RevierSport hat die wichtigsten Punkte des Gesprächs zusammengefasst. Jens Todt über...

2. Bundesliga

Ex-Bochum-Boss Jens Todt über Corona und das Fußballgeschäft

Tizian Canizales
30. April 2020, 14:44 Uhr
Jens Todt, ehemaliger sportlicher Leiter des Zweitligisten VfL Bochum, während seiner Zeit beim Karlsruher SC. Foto: dpa

Jens Todt, ehemaliger sportlicher Leiter des Zweitligisten VfL Bochum, während seiner Zeit beim Karlsruher SC. Foto: dpa

Gegenüber dem Internetportal transfermarkt.de sprach der ehemalige sportliche Leiter des VfL Bochum, Jens Todt, über die Auswirkungen der Coronakrise auf den Fußball. RevierSport hat die wichtigsten Punkte des Gesprächs zusammengefasst. Jens Todt über...

... den Transfermarkt:

Todt erwartet eine sehr gehemmte Sommertransferperiode. "Ein gravierender Teil der Vereine wird erst dann handlungsfähig sein, wenn er selbst Transfererlöse in Aussicht hat. Die bereits jetzt handlungsfähigen Klubs, die Spieler verpflichten wollen, werden in vielen Fällen lange warten, in der Hoffnung auf deutlich geringere Preise als vor einem Jahr“, prognostiziert er gegenüber transfermarkt.de. Dass sich die Mechanismen grundlegend ändern werden, glaubt er allerdings nicht.

... Scouting:

Todt erklärt, dass jeder Verein nun meinungsstarke Scouts brauche, die "dem Sportdirektor die Tür eintreten, wenn (sie) ihn von der Qualität eines Spielers überzeugen wollen". Ein Sportdirektor müsse sich darauf verlassen können, dass er kompetente Personen um sich herum habe. Außerdem riet er, Spieler nicht nur nach ihren Leistungsdaten zu scouten. "Es gibt(...) Fälle, in denen ein Spieler unglaublich wichtig für eine Mannschaft ist, obwohl seine individuellen Leistungsdaten das gar nicht unbedingt nahelegen. Vielleicht ist er einfach aufgrund seiner Persönlichkeit so wichtig für die Gruppe, dass er die Mannschaftsleistung erhöht.“


... Transferpolitik:

Dazu erklärt Todt, dass es extrem wichtig sei, die jeweiligen Gegebenheiten realistisch einzuschätzen. "Ein Verein muss sich wesentliche Fragen stellen: Was ist der Status quo, sportlich und wirtschaftlich? Wohin will ich, und wie schnell sollte das passieren? Welche Mittel kann ich dafür aktuell einsetzen, auch im Vergleich zu Konkurrenzklubs? Worin kann ich besser sein als die möglicherweise finanzstärkere Konkurrenz? Was macht unseren Klub aus?" Aus diesen Fragen müsse jeder Club eine individuelle Transferstrategie ableiten. 

... die Verteilung der Kompetenzen:

Für den ehemaligen sportlichen Leiter des VfL Bochum ist wichtig, dass die Aufgaben im Verein klar verteilt sind. "Ich halte wenig davon, sich in die Kernkompetenz des Trainers einzumischen: Trainingsinhalte und -steuerung, Aufstellung und Mannschaftsführung. Sportdirektor und Trainer sind nun einmal unterschiedliche Berufe", erklärte Todt.

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