Nach der Kritik an den Feierlichkeiten im Anschluss an die letzte Zweitligapartie am Sonntag hat sich Bundesligaaufsteiger Arminia Bielefeld entschuldigt. 

2. Bundesliga

Arminia Bielefeld entschuldigt sich für Massenparty nach Aufstieg

30. Juni 2020, 14:18 Uhr
Foto: firo

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Nach der Kritik an den Feierlichkeiten im Anschluss an die letzte Zweitligapartie am Sonntag hat sich Bundesligaaufsteiger Arminia Bielefeld entschuldigt. 

„In Anbetracht der großen Emotionen, die sich rund um den Bundesliga-Aufstieg ihren Weg gebahnt hatten und später nicht mehr zu kontrollieren waren, und in Anbetracht der sich entladenen Anspannung der letzten Wochen sind allgemein gültige Abstandsregeln und beschlossene Absprachen leider nicht eingehalten worden“, teilte der Club am Dienstag in einer Stellungnahme mit.

„Für dieses Fehlverhalten will sich der DSC Arminia Bielefeld in aller Form bei den Bielefelder Bürgerinnen und Bürgern, der Verwaltung und den Behörden sowie bei den Sicherheitspartnern entschuldigen. Trotz aller Freude über den großen sportlichen Erfolg hätte es in keinem Fall passieren dürfen, zumal der DSC Arminia Bielefeld selbst im Vorfeld des letzten Spieltags öffentlich dazu aufgerufen hatte, sich entsprechend der gültigen Corona-Regelungen zu verhalten“, hieß es in der Mitteilung.

Laut Polizei seien bis zu 3000 Menschen entgegen aller Corona-Vorschriften und Veranstaltungsverbote am Sonntag nach dem letzten Saisonspiel gegen den 1. FC Heidenheim zur Arena gekommen, um die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga zu feiern. Wie die Polizei erklärte, habe man mit Unterstützung von Einsatzhundertschaften verhindern können, dass die Spieler das Stadion durch die Menschenmenge verlassen hätten.

Udo Witthaus, Leiter des städtischen Krisenstabs, war vom Verhalten des Clubs enttäuscht. „Im Vorfeld hat es konkrete Absprachen mit Arminia gegeben. Die Mannschaft habe sich bis zum letzten Moment der Saison absolut professionell verhalten. Im Anschluss hat sie sich aber nicht mehr an die Absprachen gehalten. Was da passiert ist, geht einfach nicht. Das war nicht mal amateurhaft. Damit würde man Amateuren Unrecht tun“, sagte Witthaus dem „Westfalen-Blatt“. dpa

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03.07.2020 - 00:03 - Außenverteidiger

Nein, Recht und Gesetzt können nachträglich geändert werden. Dafür gibt's die Wahl. Unrecht, darf niemals legitimiert werden.
Achja, ea geht um einen nationalen Rechtsrahmen. Unser Gesetz ist für die Bundesbürger und nicht für alle Menschen gemacht. Noch Kolonialist goleo?

02.07.2020 - 12:45 - goleo

Außenverteidiger. Gehe doch mal auf deine eigenen Vergleiche ein. Fußballfans die „regelverletzend“ feierten—Mord, Totschlag, Triebtäter. Ich sehe hier Unterschiede, du anscheinend nicht.

Regeln und Gesetze sind von Menschen, für Menschen gemacht. Aber auch die gilt es regelmäßig zu prüfen, auch auf Sinnhaftigkeit und Legitimierung. Die ach so disziplinierten Asiaten, genauer Chinesen verhaften gerade gesetzeskonform Regimekritiker. Alles rechtlich abgesegnet. Meine Meinung: Auch in unserem tollen Land wachsam bleiben, damit unseren demokratischen Werte gewahrt bleiben. Auch in der Krise. In diesem Sinne. Bleibt gesund.

02.07.2020 - 09:26 - dhanz

Herzlichen Glückwunsch nach Ostwestfalen.
Was die Feier betrifft: Was den BLM-Demos recht ist, muss der Aufstiegsfeier der Arminia nur billig sein.
An die CORONA-Paniker: Wenn ihr Angst habt, bleibt einfach zu Hause, bestellt euch Essen auf Räder und wartet auf das Ende.
Allen Anderen wünsche ich viel Spaß beim Leben.

02.07.2020 - 08:24 - Außenverteidiger

Ging es dir nicht um das Ausleben von menschlichen Emotionen oder wie kommst du auf die Betrachtung und Bewertung von Menschen in verschiedenen Funktionen?

Für den Menschen spielt das Ereignis keine Rolle. Lediglich der Raum für seine Emotionsauslebung ist entscheidend. Da wir einen zivilen Raum aufspannen, ist die Kontrolle unserer Emotionen in jeder Situation elementar. Die Emotionen dürfen im Rahmen von Gesetzen ausgelebt werden. Deshalb ist ausschließlich das geltende Recht der Maßstab. Kein Ereignis wie ein Aufstieg oder sonst etwas. Ohne dieses Bewusstsein ist unsere Nation und der Wohlstand in Gefahr. Beides hängt miteinander zusammen. (Mal aus ökonomischer Sicht)

01.07.2020 - 20:57 - goleo

Sorry. Du ziehst hier Vergleiche, denen kann und will ich auch nicht folgen. Einem zivilisierten Gesellschaftsrahmen widerspricht so glaube ich niemand. Auch nicht, das „Coronaregeln“ verletzt wurden. Was in diesem Fall feiernde Fußballfans mit Mord und Totschlag zu tun haben sollen, bleibt mir trotzdem schleierhaft. - Ich möchte nicht, das Coronaregeln normal werden.

01.07.2020 - 15:02 - Außenverteidiger

@Goleo: Die Kontrolle über die Emotionen nennt man Zivilisation. Den Menschen zeichnen auch Mord und Totschlag aus. Wir brauchen ein zivilisierten Gesellschaftsrahmen um den Wohlstand zu erhalten. Wenn die Coronaregeln normal werden, geht's uns immer noch super gut. Wir müssen allerdings mit unserem Geld haushalten. Dazu gehört die Sozialausgaben (Krankengeld, Polizei usw) entweder auf die Betroffenen umlegen oder minimieren.

Wer sich nicht an Regeln hält, ist kriminell. Ja, daran gibt's nicht's zu rütteln. Sind solche Versammlungen legal, ist alles gut. Darauf muss man sich nur einigen.

Dieses Gejammer über die Psyche nervt. Jeder von uns muss seine Emotionen kontrollieren. Niemand darf jemanden auf die Mütze hauen oder ähnliches. Da argumentiert auch niemand mit unfassbaren Einschränkungen der menschlichen Triebe....

Unsere Vorfahren hatten sechs Jahre Krieg und 9 - 20 Jahre Wiederaufbau überlebt. Solche Zustände sind der Maßstab und kein Kevin, der auf der Couch sitzt und vor lauter langeweile anfängt sich daneben zu benehmen.

01.07.2020 - 10:16 - asaph

Bei diesen Unbelehrbaren helfen nur saftige Strafen! Am besten auch für die, die diese "unsoziale" Verhaltensweise hauch hier im Forum noch rechtfertigen bzw. unterstützen!

01.07.2020 - 00:59 - Takahara

Das ist doch mehr als normal das die Arminen diesen unerwarteten triumph feiern.
Wenn meinem Club wiedererwarten am Wochenende den Aufstieg in die zweite Bundesliga glückt werde ich mit hunderten Zebras in den Armen liegen.
Nicht corona wird uns kaputt machen sondern die Erlebnisse wie diese die uns verboten werden. Vielleicht für Tage, vielleicht für Monate, vielleicht sogar für Jahre. Das wird uns krank machen.
Also Arminen genießt diesen triumph, wer weiß wie euer Leben weiter geht.

30.06.2020 - 18:46 - goleo

Sorry Außenverteidiger. Aber das sind hier Vergleiche! Fußballfans mit Triebtätern zu vergleichen ist schon stark. Unter normalen Umständen wäre es doch völlig normal, das sich Fans, Menschen über einen Aufstieg ihrer Mannschaft freuen und feiern! Emotionen machen den Menschen als soziales Wesen aus. Das nun alles beschnitten und verboten ist, was uns auch ausmacht, ist eben nicht der Normalzustand. Von daher sollten wir aufpassen, das der Coronazustand eben nicht zum Normalzustand ausgerufen wird. Mag sein das da was aus dem „Ruder“ gelaufen ist und unter aktuellen Gegebenheiten nicht gut ist, aber alle sogenannten „Corona-Vergehen“ jetzt zu kriminalisieren und mit Strafen zu belegen, halte ich nicht für richtig! Es gibt so viele neue Regeln, die eben nicht normal und teilweise auch widersprüchlich sind. Und der Ruf nach neuen Regeln ist in Deutschland immer besonders laut. Wichtig ist, das wenn der Virus überstanden ist, diese ganzen Einschränkungen wieder wegkommen!

30.06.2020 - 16:25 - Außenverteidiger

Richtig. Beides verkehrt. Kann man nicht verstehen.

30.06.2020 - 15:58 - UNVEU

Warum sollte sich die Arminia überhaupt entschuldigen? Unter dem Schutzmantel einer Demo dürfen 10tausende in Berlin und sonst wo demonstrieren ohne Abstandsregeln und keiner greift ein - solche Demos werden nicht verboten - keiner achtet da auf Hygiene und Abstandsregeln usw. - Aber wenn in Bielefeld der Aufstieg gefeiert wird - wird direkt mit dem Finger drauf gezeigt und aus allen Rohren geschimpft? Was eine Doppelmoral in diesem Land

Außenverteidiger fragt warum die Regeln nicht durchgesetzt werden? Warum werden die Regeln bei Demos nicht durchgesetzt? Da zählt auch die Abstandsregel usw. - wurde auch nicht eingehalten und die Polizei hat nur zugeschaut

30.06.2020 - 14:46 - Außenverteidiger

Ein schönes Spiegelbild unserer Gesellschaft. Wir sind durch Disziplin reich geworden. Undisziliniertheiten kosten Geld. Sprich die Kontrolle der Emotionen ist möglich und daran sollten wir nicht rütteln. Am Ende stellen Triebtäter noch Forderungen, ihre Emotionen ebenfalls ausleben zu dürfen. Wo kommen wir dahin?

Sollte es ein Veranstaltungsverbot gegeben haben, so müsste die Polizei durchgreifen. Wozu gehen wir wählen und wozu leistet man sich die Polizei, wenn die Regeln nicht durchgesetzt werden?
Warum regelt man nicht mehr über Geldstrafen? Jeder Teilnehmer zahlt 3 Monatsgehälter. Oder bekommt vom Amt 3 Monate kein Geld. Feierabend. Man wird begeistert sein, von den Erziehungseffekten.

Corona zeigt uns unsere Schwächen auf. Freiheit, wird mit Egoismus verwechselt.