RL

Alemannia Aachen: Ultras rechnen mit den Verantwortlichen ab

16. Februar 2021, 17:00 Uhr
Die Karlsbande ist in Aachen berühmt und berüchtigt. Foto: RS

Die Karlsbande ist in Aachen berühmt und berüchtigt. Foto: RS

Beim Fußball-Regionalligisten Alemannia Aachen werden aktuell ein Trainer und Sportlicher Leiter gesucht. Hinter den Kulissen geht es aber schon seit Monaten drunter und drüber. Die Ultra-Gruppierung "Karlsbande" hat einen offenen Brief verfasst und darin mit den Verantwortlichen abgerechnet.

Alemannia Aachen hat sich in den letzten fünf Jahren gleich zweimal durch Insolvenzen kämpfen müssen. Nach diesen Rückschlägen sehen die Fans immer noch keine Besserung beziehungsweise vermissen sie eine Philosophie, einen erkennbaren Weg des Vereins. 

In einem offenen Brief fragt sich die Aachener Ultra-Gruppierung "Karlsbande": Quo vadis Alemannia? Dabei greift sie die Verantwortlichen an und redet/schreibt Klartext.

Hier geht es zum offenen Brief der Karlsbande

Vorwurf der Ultras: Hengen durfte auf Shoppingtour gehen - trotz finanzieller Probleme

"Blickt man auf das vergangene Jahr zurück, müssen wir resignierend feststellen, dass die Vorschusslorbeeren von Aufsichtsrat, sowie Präsidium vollumfänglich aufgebraucht sind. Vielmehr muss festgehalten werden, dass die Verantwortlichen den Verein in einer Art und Weise führen, die geprägt ist von Ignoranz, mangelnder Transparenz, Inkompetenz und Selbstbeweihräucherung", heißt es in dem Brief der "Karlsbande".

Den Ultras ist nicht nur die Vereinsführung, sondern auch auch das schlechte Management und damit verbundene finanzielle Risiko ein Dorn im Auge. Im offenen Brief heißt es: "Trotz der finanziell angeschlagenen Situation aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie, durfte Sportdirektor Thomas Hengen munter auf Shoppingtour gehen und präsentierte nahezu im Wochentakt neue Spieler. Im Gleichschritt brachte die Mannschaft jedoch weiterhin desolate Leistungen, die kein klares Spielsystem erkennen ließen und Alemannia Aachen schlicht unwürdig sind. Gestandene Spieler der Vorjahre verließen den Verein fluchtartig durch die Hintertür. Auf ein nachvollziehbares Statement seitens des Aufsichtsrats zu den fragwürdigen Geschehnissen wartete man hingegen vergeblich."

Ultras: Eine neue sportliche Führung soll der Scout suchen

Fragwürdig ist für die Ultras auch die Vorgehensweise bei der Suche nach einer neuen sportlichen Führung. Hier hätten sich die Fans eigentlich die Expertise von Peter Herrmann gewünscht, der Ende 2019 als sportlicher Berater in Aachen präsentiert wurde. Doch der ehemalige Co-Trainer von Jupp Heynckes scheint für die Alemannia gar nicht mehr tätig zu sein. Eine Information seitens des Vereins zu dieser Personalie gibt es nicht.

Die "Karlsbande" schreibt: "Mit der Suche nach einer neuen sportlichen Führung wird dann ein Scout beauftragt, der eigentlich nur als Kofferträger fungieren sollte, ein Übergangsgeschäftsführer und Michael Schleiden. Da stellt sich die  ,warum hier nicht auf die sportliche Expertise von Peter Herrmann zurückgegriffen wird. Naheliegend ist wohl, dass dieser gar nicht mehr in beratender Funktion tätig ist, eine dahingehende Meldung bleibt jedoch bis heute aus. Vielmehr war zu hören, dass ausgerechnet Michael Schleiden sich diesem gegenüber respektlos geäußert hätte. Resümierend liegt nunmehr die Suche nach neuer sportlicher Expertise in der Hand der geballten Inkompetenz."

Ultras fordern den Rücktritt der Vereinsführung

Die Aachener Ultras fordern Konsquenzen. Sie wollen Rücktritte der Verantwortlichen sehen. 

"Die Antwort auf die Frage „quo vadis Alemannia?” kann daher einzig sein, dass die Verantwortlichen nicht mehr tragbar sind. Das Handeln derer ist geprägt von mangelnder Transparenz, überheblichem Egoismus und Inkompetenz. Eine lückenlose und schonungslose Aufarbeitung der Geschehnisse hat bis zum heutigen Tage nicht stattgefunden. Man hat die Konfliktparteien dem öffentlichen Meinungsbild überlassen. Die Vorkommnisse der vergangenen Monate sind dem Aachener Turnsportverein unwürdig. Bis zuletzt haben wir den gewählten Vertretern des Aufsichtsrats sowie des Präsidiums vertraut, dass diese für eine lückenlose Aufarbeitung sorgen werden. Stattdessen präsentiert man sich lieber in den Medien und treibt den eigenen Wahlkampf voran. In Anbetracht dieser Umstände fordern wir den Aufsichtsrat sowie das Präsidium auf, zu den aufgeworfenen Fragen, im beiliegenden Schriftstück, schonungslos Stellung zu beziehen."

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren

16.02.2021 - 23:07 - Brückenschänke

Wie immer, Wozniak ist stets voll im Thema. Chapeau prochaine.

16.02.2021 - 20:12 - Außenverteidiger

Natürlich nur, wenn sie sich selber nicht abschaffen Adler. Spricht jetzt nicht für die Intelligenz der Mitglieder und Fans, ein Modell zuzulassen, wo man sich selber abschafft, trotz 50 +1. Man sollte immer die Mehrheit beim Verein belassen und der Verein wählt seine Vertreter. Wo liegt das Problem?

Beitrag wurde gemeldet

16.02.2021 - 19:19 - Modefan

Das Beste wäre, den Verein Alemannia Aachen komplett aus dem Vereinsregister zu streichen.

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.

16.02.2021 - 19:02 - -Adler-

@Außenverteidiger

Nach einer Ausgliederung haben die Fans, die sogenannten Mitglieder, kein Mitsprache Recht mehr.

16.02.2021 - 18:22 - Außenverteidiger

Vorschlag: Mitglied werden, Anträge einbringen oder eigene Leute berufen. Die Mitglieder bestimmen über den Verein. Demokratie muss auch dir Karlsbande respektieren.