Eine ganze Liga wundert sich. Denn wenn es um RWO geht, werden die Spiele im TV meistens auf den letzten Optionskanälen gezeigt.

RS-Kommentar: Der traditionelle Kreislauf droht bei RWO

Die Würdigung und die Probleme

Christian Brausch
26. Februar 2009, 16:37 Uhr

Eine ganze Liga wundert sich. Denn wenn es um RWO geht, werden die Spiele im TV meistens auf den letzten Optionskanälen gezeigt.

In den überregionalen Medien findet man die „Kleeblätter“ meist am Ende der Zweitliga-Berichterstattung. Kurzum: Wichtig sind andere, aber erfolgreich sind derzeit die Oberhausener. Seit fünf Partien ist RWO ungeschlagen, seit Sonntag sind sie der beste Aufsteiger der Liga.

Und auch wenn die Spielzeit noch nicht zu Ende ist, Zeit für eine kurze Würdigung der bisherigen Leistungen muss sein. Denn nach zwei Aufstiegen in Serie überwog zum Saisonstart die Skepsis, ob das Erfolgsmodell der Ober- und Regionalliga mit jungen Spielern - zumeist aus der näheren Umgebung - auch im Bundesligaunterhaus zünden würde. Nach 21 Partien darf man anerkennen: Es scheint zu klappen, der Abstand zum Relegationsplatz beträgt bereits acht Zähler.

Und die wurden systematisch erarbeitet. Nach dem Stotterstart baute Coach Jürgen Luginger ein Abwehrbollwerk, das nur noch schwer zu knacken war. Wenig attraktiv, aber wirkungsvoll. Jetzt hat sich die Defensive gefunden, daher galt der logische Blick der Offensive. Und auch da wurde der Schalter umgelegt. Sechs Treffer in zwei Partien, davon drei beim bisher besten Auswärtsmatch in Ahlen.

Nachteil der Geschichte: Die Leistungen werden auch in höheren Gefilden wesentlich genauer wahrgenommen. Aus Aachen, Bielefeld oder Duisburg ist der Weg nach Oberhausen zum Scouting nicht weit. Und das bei 14 auslaufenden Verträgen. Da kommt in den kommenden Wochen jede Menge Arbeit auf die Verantwortlichen zu. Speziell bei Leistungsträgern wie Kim Falkenberg oder Benny Reichert, die Anfragen ambitionierter Klubs auf dem Tisch haben und nun die Vor- und Nachteile genau überprüfen.

Daher droht der Kreislauf, den schon so viele Vereine vorher durchlebt haben. Und zwar der teilweise Neuaufbau nach dem Verlust von kaum zu ersetzenden Akteuren.

Autor: Christian Brausch

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