Titelverteidiger Werder Bremen hat das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht. Werder besiegte im Topspiel der zweiten Runde Bayer Leverkusen mit 3:2. Hertha BSC Berlin unterlag beim Regionalligisten Eintracht Braunschweig.

Schalke gewinnt Pokalkrimi, BVB locker weiter, RWO raus

22. September 2004, 22:31 Uhr

Titelverteidiger Werder Bremen hat das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht. Werder besiegte im Topspiel der zweiten Runde Bayer Leverkusen mit 3:2. Hertha BSC Berlin unterlag beim Regionalligisten Eintracht Braunschweig.

Der Titelverteidiger steht im Achtelfinale: Ein "Doppelpack" von Nelson Valdez binnen vier Minuten hat Werder Bremen im DFB-Vereinspokal den Weg ins Achtelfinale geebnet. Nach einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit besiegte der deutsche Meister Bayer Leverkusen mit 3:2 (1:1) und zeigte einen weiteren Formanstieg.

Vor 17.800 Zuschauern im Weserstadion war der Bundesliga-Dritte schon nach fünf Minuten durch eine Einzelaktion des französischen Ex-Nationalspielers Johan Micoud in Führung gegangen, für den zwischenzeitlichen Ausgleich der Gäste sorgte Mittelfeldspieler Marko Babic in der 17. Minute per Kopfball. Nach dem Valdez-Doppelschlag (55./58.) verkürzte Dimitar Berbatow in der 69. Minute mit einem Kopfstoß auf 2:3.

Blamage für Hertha BSC Berlin: Der Bundesligist unterlag beim Regionalligisten Eintracht Braunschweig mit 2:3 (0:0) und ist somit aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. In die nächste Runde eingezogen ist hingegen der VfB Stuttgart. Die Schwaben siegten souverän mit 2:0 (0:0) beim Zweitligisten Rot-Weiß Oberhausen und zogen damit ins Achtelfinale ein.

Vorjahresfinalist Aachen ausgeschieden

In der zweiten Runde bereits Endstation war dagegen für Alemannia Aachen. Der Pokalfinalist der Vorsaison unterlag bei den Amateuren von Rekordmeister Bayern München 1:2 (0:1) und tanzt damit nur noch auf zwei Hochzeiten: im UEFA-Cup und in der 2. Bundesliga.

Eigentor von Madlung bringt Entscheidung

In Braunschweig hatte Marcelinho zunächst für die äußerst schmeichelhafte 1:0-Führung der Berliner in der 58. Minute gesorgt, als er die erste Chance der Hertha eiskalt nutzte. Doch fast im Gegenzug traf der überragende Daniel Graf zum hochverdienten Ausgleich (60.). Das umjubelte 2:1 durch Marco Grimm (74.) glich Andreas Neuendorf (78.) aus, bevor ein Eigentor des eingewechselten Alexander Madlung (80.) die Niederlage der Hertha besiegelte.

Vor 8000 Zuschauern im Oberhausener Niederrhein-Stadion tat sich der Favorit aus Stuttgart lange Zeit schwer, machte den Sieg im zweiten Durchgang aber innerhalb von nur vier Minuten durch Tore von Cacau (54.) und Alexander Hleb (57.) perfekt.

Vor 1380 Zuschauern in München war der Peruaner Jose Paolo Guerrero Gonzales mit Toren in der 14. und 84. Minute der Matchwinner für den Tabellensiebten der Regionalliga Süd. Für den Pokalfinalisten Aachen, der in der Vorsaison im Viertelfinale die "großen" Bayern mit 2:1 ausgeschaltet hatte, glich Jens Scharping in der 73. Minute zum zwischenzeitlichen 1:1 aus.

Schalke siegt im Elfer-Krimi

Bundesligist Schalke 04 ist nach dem Rauswurf von Trainer Jupp Heynckes weiter auf Erfolgskurs. Das Team von Interimscoach Eddy Achterberg setzte sich in der zweiten Runde in einem dramatischen Pokalfight mit 4:3 im Elfmeterschießen beim 1. FC Kaiserslautern durch. Nach Verlängerung hatte es 4:4 (3:3, 1:0) gestanden. Ausgerechnet der Ex-Lauterer Lincoln verwandelte den entscheidenden Elfmeter. Schalke-Torwart Frank Rost parierte zwei Elfmeter und avancierte zusammen mit Lincoln zum Pokal-Held der Gäste.

Die Königsblauen feierten damit den dritten Pflichtspielsieg in Folge. Dagegen mussten die "Roten Teufel" nach zuletzt zwei Erfolgen in der Bundesliga wieder eine Pleite hinnehmen. Selim Teber (59./95.), Mladen Krstajic (61.) per Eigentor und Ingo Hertzsch (90.+1) erzielten die Treffer für den FCK, der Däne Ebbe Sand (32./90.), der Ex-Lauterer Lincoln (78.) und Krstajic (116.) trafen für die Schalker.

Dortmund dank Stürmer-Tore weiter

Borussia Dortmund hat erstmals seit vier Jahren das Achtelfinale des DFB-Pokals erreicht. Mit dem allerdings mühevollen 3:1 (1:0) über den Zweitligisten SpVgg Unterhaching feierten die Westfalen im fünften Saisonspiel im Westfalenstadion unter ihrem neuen Trainer Bert van Marwijk ihren ersten Sieg. Der Brasilianer Ewerthon (33./76., Fouelfmeter) sowie Jan Koller (53.) erzielten die Treffer für die Gastgeber. Für die Münchner Vorstädter reichte es lediglich zum Anschlusstreffer durch Silvio Adzic (54.).

Hannover zittert sich sich ins Achtelfinale

Bundesliga-Schlusslicht Hannover 96 hat nach einem harten Stück Arbeit das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht. Die in der Meisterschaft noch sieglose Mannschaft von Trainer Ewald Lienen setzte sich bei Zweitligist Energie Cottbus mit 5:4 im Elfmeterschießen durch. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Thomas Christiansen, nachdem Robert Enke gegen den Cottbuser Laurentiu-Aurelian Reghecampf pariert hatte. Nach Verlängerung hatte es 2:2 (2:2, 1:0) gestanden. Hannover darf damit weiterhin vom ersten Pokalsieg seit 1992 träumen.

Frankfurt besiegt Fürth

Zweitligist Eintracht Frankfurt hat erstmals seit drei Jahren wieder das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht. Der Pokalsieger von 1988 besiegte in einem Zweitliga-Duell Spitzenreiter Greuther Fürth mit 4:2 (2:2, 1:1) nach Verlängerung. Vor 9300 Zuschauern im Waldstadion besiegelten Andree Wiedener (15.), Christian Lenze (76.), der in der 85. Minute eingewechselte Meier (103.) und Du-Ri Cha (110.) bei Gegentreffern von Danny Fuchs (34.) und Sascha Rösler (85.) den verdienten Erfolg gegen die bis dato in dieser Saison noch unbesiegten Franken, die im vergangenen Jahr erst im Viertelfinale (2:3) am späteren Pokalsieger Werder Bremen gescheitert waren.

Rostock nervenstark

Rene Rydlewicz hat den Bundesligisten Hansa Rostock zum 4:2 im Elfmeter-Krimi gegen den Zweitligisten 1. FC Köln und damit ins Pokal-Achtelfinale geschossen. Hansa-Torwart Mathias Schober parierte zwei Elfmeter der "Geißböcke" von Nationalspieler Lukas Podolski und Christian Lell. Nach der Verlängerung hatte es beim viermaligen Cupgewinner 3:3 (3:3, 2:1) gestanden. Razundara Tjikuzu (33.) sowie Antonio di Salvo (38. und 66.) hatten für die Hanseaten getroffen, die nach der Roten Karte gegen Uwe Möhrle in Unterzahl spielten. Markus Feulner (29.), Podolski per Handelfmeter (57.) und Andrew Sinkala (65.) erzielten die Tore für die starken Gastgeber, die in der zweiten Halbzeit ihre beste Saisonleistung boten.

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