Guter Deal für die SSVg Velbert. Jeffrey Tumanan verlässt den Nordrhein-Oberligisten in Richtung der Zweitvertretung des FC Schalke 04. „Super, dass das geklappt hat“, freut sich der Akteur, „Schalke hat mich länger beobachtet.“

Velbert: Tumanan wechselt zum FC Schalke 04

Erfolgreicher „Umweg“ über Velbert hat geklappt

og
17. Mai 2008, 09:07 Uhr

Guter Deal für die SSVg Velbert. Jeffrey Tumanan verlässt den Nordrhein-Oberligisten in Richtung der Zweitvertretung des FC Schalke 04. „Super, dass das geklappt hat“, freut sich der Akteur, „Schalke hat mich länger beobachtet.“

Somit steht auf jeden Fall ein Velberter Aufstieg bereits fest, denn der Unterbau des Champions League-Anwärters hat in der Oberliga Westfalen bereits das Ticket für die Regionalliga gelöst. Dorthin will die SSVg noch am kommenden Sonntag, wenn es im letzten Match ab 15 Uhr zuhause gegen Bergisch Gladbach geht. Tumanan: „Das will ich mit den Jungs jetzt zum Abschluss noch schaffen.“

Eigentlich war der 20-Jährige noch bis 2009 an die SSVg gebunden, er kam 2006 von Bayer Leverkusen, wurde für ein Jahr mit zweijähriger Option gesichert. So dass Velbert jetzt von Schalke eine Ablöse erhält, dazu hat Boss Oliver Kuhn natürlich weitere Details ausgearbeitet, die üblich sind: Beteiligung an weiteren möglichen Transfererlösen. „Nur so kann man als kleiner Verein auch überleben, das macht so alles sehr viel Sinn“, lehnt sich der selbstständige Kaufmann zurück.

Dass Velbert damals überhaupt die Chance hatte, einen Akteur wie Tumanan zu bekommen, lag daran, dass sich der 13-malige U18-Nationalspieler Deutschlands im ersten A-Junioren-Jahr einen Kreuzbandriss zuzog und intern daraufhin nicht weiter kam. „Das passierte während eines Trainingsmatches vor einem Länderspiel gegen Frankreich“, erinnert sich Tumanan noch ganz genau. Der Umweg über Velbert hat sich somit ausgezahlt. Eine Partie hat Tumanan, der beim FC Schalke einen mehrjährigen Kontrakt unterschrieb, auch für die U19 des DFB absolviert.
Argumente, an denen man kaum vorbei kommt, wenn man als Proficlub eine starke U23 unterhält: Tumanan ist auf beiden Außenbahnen aufgrund seiner Beidfüßigkeit und großen Schnelligkeit flexibel offensiv oder defensiv einsetzbar. Auch gute, mächtig gefährliche Standards hat er im Ausbildungs-Repertoire.

Der Ursprungsclub des 1,68 Meter-Flitzers ist TVD Velbert, wo er von 1995 bis 2000 kickte, bevor er bis 2006 zu Bayer ging. „Wir haben Jeffrey erfolgreich weiterentwickelt“, ist Kuhn sehr stolz, dass sein Konzept so blendend aufgegangen ist. Dass Tumanan natürlich als Verlust auch weh tut, daraus macht niemand einen Hehl. „Wir werden wieder Akteure aus der U19-Bundesliga holen, das steht fest, alles junge, vielversprechende Talente, die in ihren Vereinen auch Stammspieler sind. Die werden dann bei uns von einigen erfahrenen Spielern gesteuert.“ Alles natürlich schon durchgesprochen mit dem neuen Trainer Markus Feldhoff, der ab dem 1. Juli die Verantwortung bei der SSVg von Interimslösung Achim Weber übernimmt. Kuhn: „Dieses Konzept trägt er voll mit.“

Tumanans Eltern sind Philippinos, Mutter Sevilla kam 1973 nach Deutschland, Vater Hermino folgte 1985. „Ich verstehe ihre Sprache, kann sie aber leider nicht selbst sprechen“, erläutert der Sohn. Sein Vater will im Juni ganz zurück in den fünftgrößten Inselstaat der Welt im westlichen Pazifischen Ozean, die Mutter möchte in ein paar Jahren folgen. Jeffrey selbst sucht gerade eine gemeinsame Wohnung mit seiner Freundin Linda („ich bin in festen Händen“) in Essen. Aktuell spielt der Fachabiturient nur Fußball, will sich aber um eine kaufmännische Perspektive bemühen. „Schalke hat mir dazu Unterstützung angeboten.“

Somit sollte alles geklärt sein. Eines vielleicht noch nicht: Was „Königsblau“ in Tagalog (Taga = Herkunft und log = Fluss), der Sprache seiner Eltern und Grundlage der Nationalsprache „Filipino“, heißt, lässt ihn rätseln. „Das muss ich selbst erst einmal nachfragen“, grinst er breit.

Autor: og

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