13 Punkte Vorsprung, alle Heimspiele gewonnen, seit Monaten ungeschlagen, dazu unglaubliche 76 Tore erzielt und mit dem 9:0 über Hordel den höchsten Verbandsliga-Sieg der laufenden Serie geschafft: Die SG Wattenscheid fegt wie ein Wirbelwind durch die fünfte Liga, der Aufstieg ist dem Team kaum noch zu nehmen.

Wattenscheid: Sensationelle Rekordjagd geht weiter

"Zwei-Jahres-Vertrag liegt vor"

Thomas Tartemann
11. April 2008, 09:18 Uhr

13 Punkte Vorsprung, alle Heimspiele gewonnen, seit Monaten ungeschlagen, dazu unglaubliche 76 Tore erzielt und mit dem 9:0 über Hordel den höchsten Verbandsliga-Sieg der laufenden Serie geschafft: Die SG Wattenscheid fegt wie ein Wirbelwind durch die fünfte Liga, der Aufstieg ist dem Team kaum noch zu nehmen.

"Wir versuchen, uns immer weiter zu pushen und stets Dinge zu verbessern", sagt Trainer Dirk Helmig. RevierSport unterhielt sich mit dem ehemaligen Essener.

Dirk Helmig, was gibt es nach einem 9:0 über Hordel in der Trainingsarbeit überhaupt zu korrigieren?
Nicht viel. Dass es so gut in der Meisterschaft läuft und dass man einen so deutlichen Erfolg feiert, ist für mich als Trainer Neuland. Trotzdem bleibe ich dabei, mich nicht zurückzulehnen, sondern mit den Jungs weiter an gewissen Dingen zu feilen. Wir wollen von Woche zu Woche weiterkommen. Uns ist auch klar, dass solche Partien, wie wir sie jetzt Sonntag erlebt haben, die Ausnahme sind.

Auffallend war: Im zweiten Durchgang klingelte es öfter als im ersten.
Wir hatten zur Pause mit einem 4:0 die Pflicht erfüllt. Ich habe den Spielern gesagt, dass sie weitermachen sollen. Man hätte sicherlich auf Verwalten und Halten spielen können, aber das entspricht nicht meiner Mentalität.

76 Tore stehen aktuell zu Buche, der Weg bis zur magischen "100", was wieder eine Bestmarke wäre, scheint nicht mehr weit...
Die 100er-Grenze interessiert mich ehrlich gesagt nicht. Für mich steht die Gesamt-Entwicklung im Vordergrund. Außerdem finde ich diese ganz hohen Siege gar nicht positiv. Wenn du so deutlich gewinnst, wirst du automatisch nicht hundertprozentig gefordert. In Lünen erwartet uns mit Sicherheit eine schwierigere Aufgabe. Der LSV ist zuhause ungeschlagen, unser Ziel ist es, deren Serie zu brechen.

Farat Toku hat in den letzten beiden Spielen zwei Elfmeter verschossen. Müssen Sie da als Coach eingreifen?
Beim dritten Fehlversuch überlege ich mir etwas. Farat ist erfahren. Ich denke nicht, dass ihn die vergebenen Strafstöße belasten. Er ist unser erster Schütze, Ozan Yilmaz der zweite. Wenn Farat mir das entsprechende Signal gibt, dann bleibt alles beim Alten. So etwas passiert im Fußball eben, dass du Mal keinen Erfolg vom Punkt hast.

Nach Martin Daum hat auch Daniel Diaz seine Unterschrift unter einen neuen Vertrag gesetzt. Was ist mit Ihnen?
Mir liegt ein Zwei-Jahres-Kontrakt vor. So weit ich mich erinnern kann, hat es das in den vergangenen Spielzeiten noch nie gegeben, hier lief immer alles per Handschlag. Ich denke, dass die Verlängerung in dieser Woche über die Bühne geht. Die Truppe, die sich in dieser Saison so hervorragend geschlagen hat, ist meine Mannschaft. Ich fühle mich wohl an der Lohrheide, der eine oder andere Akteur hat sein Bleiben davon abhängig gemacht, dass ich auch weitermache.
Der Kader nimmt mehr als Formen an, oder?
Ja, 17 Leute bleiben, dazu wollen wir drei, vier Neue holen. Der erste Zugang ist Vincenzo Burgio aus Dröschede. Er ist 21 Jahre jung, hat 16 Tore erzielt, ist charakterlich einwandfrei und ein schneller Stürmer. Es gibt keinen Grund, unsere Truppe auseinanderzureißen, wir setzen auf Weiterentwicklung mit etwas frischem Blut.

Autor: Thomas Tartemann

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