Das hat er in Mainz gelernt. Nach einem Sieg auf dem Zaun stehen, das Megafon in der Hand. Die Fans lieben das, wenn sich ein Spieler unters Volk mischt und im besten Fall sogar für den Support sorgt, der sonst ihr Metier ist. Manuel Friedrich war nach dem Leverkusener 1:0-Sieg über den FC Schalke der gefeierte Mann.

Schalke: Friedrich nimmt Neuer in Schutz

„So einen Ball kann kein Torwart halten“

hb
26. Februar 2008, 09:24 Uhr

Das hat er in Mainz gelernt. Nach einem Sieg auf dem Zaun stehen, das Megafon in der Hand. Die Fans lieben das, wenn sich ein Spieler unters Volk mischt und im besten Fall sogar für den Support sorgt, der sonst ihr Metier ist. Manuel Friedrich war nach dem Leverkusener 1:0-Sieg über den FC Schalke der gefeierte Mann.

Auf der anderen Seite stand Manuel Neuer wieder einmal als Depp des Tages. Dabei konnte der Schalker Keeper nach Einschätzung fast aller Experten und sogar des Torschützen selbst an dem kuriosen Einschlag in der 85. Minute gar nichts machen. „Ich glaube nicht, dass er so abgewichst ist, dass er den so machen wollte“, mutmaßte Neuer. „Friedrich hat sich ja selbst erschrocken, dass der Ball so rein geht. Wenn er nachher behauptet, das war gewollt, dann glaube ich ihm das nicht.“

Friedrich, natürlich bester Laune, machte sich einen Scherz mit den Journalisten, die natürlich von ihm wissen wollten, ob das Traumtor wirklich so geplant war. „ Natürlich wollte ich das so“, grinste der Innenverteidiger. „Ich wollte zuerst flanken, dann habe ich gesehen, dass in der Mitte alle Spieler gedeckt sind. Dann habe ich die lange Ecke offen gesehen und dass Manuel Neuer zu weit vor dem Tor stand. Da habe ich es einfach mal versucht“, schilderte Friedrich die Szene aus seiner Sicht.
Er konnte sich dabei ein Lachen nicht verkneifen. Besser kann ein Ball sicher nicht abrutschen, als von 35 Metern in den Winkel des gegnerischen Tores. Immerhin war Friedrich so fair, Neuer keinen Fehler anzukreiden. „So einen Ball kann kein Torwart halten. Ich denke nicht, dass man ihm da einen Vorwurf machen kann“, meinte der deutsche Nationalkicker.

Das sah auch Neuer so, bei dem inzwischen viele Kritiker dazu neigen, ihn bei allen Gegentoren, per se mit in die Verlosung zu nehmen. „Der ist zehn, 15 Meter mit dem Ball gelaufen. Ich glaube, er wollte flanken, dann ist ihm der Ball über den Spann gerutscht“, ließ Neuer die Szene vor seinem geistigen Auge abspielen. „Ich mache einen Schritt nach vorne und habe eine Flanke erwartet. Dann nimmt der Ball so eine blöde Flugbahn und landet im Knick. Das war ein absolutes Glückstor“, betonte der 22-Jährige. „Das war ein glücklicher Treffer, es sollte sicherlich eine Flanke werden“, nahm auch Mirko Slomka seine Nummer eins in Schutz.„Aber wir haben vorher schon einen laschen Ball auf dem Weg nach vorne verloren“, sah der Schalker Coach den Fehler bereits in der Entstehung.

Er und Neuer hätten sich in der schwachen Partie mit einem torlosen Unentschieden abfinden können, ehe das Schicksal in Person Friedrichs zuschlug. „Bis auf das Gegentor standen wir hinten sehr gut. Wir hatten zu wenige Torchancen und die wenigen, die wir hatten, haben wir nicht verwertet“, monierte Neuer. „In so einem Duell muss man auch mal das 0:0 halten, wir waren ja nicht schlechter als Leverkusen. Gegen einen direkten Konkurrenten wäre es aber doppelt wichtig gewesen etwas mitzunehmen. Jetzt stehen die drei Punkte vor uns.“
Er wäre nach dem Abpfiff auch gerne am Zaun gewesen, hätte die Rolle Friedrichs dankend übernommen. Vor den Schalker Fans, seinen Freunden von der „Buerschenschaft“, doch es sollte anders kommen.

Autor: hb

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