Seit drei Wochen betreut Aytekin Uynaik nun den TB Oberhausen. Zu den sportlichen Problemen (nur ein Punkt Vorsprung auf einen Abstiegsplatz) gesellen sich auch interne Querelen im Klub auf der Mellinghofer Straße. Im Interview mit RevierSport online erklärt der 38-Jährige, was alles in seiner Mannschaft steckt, was er selbst für die Zukunft plant und warum er einen eher autoritären Trainerstil pflegt.

Bezirksliga 8 NR: Aytekin Uyanik (Trainer TB Oberhausen) im Interview

"Im Sport gibt es keine Freunde"

Interview: Heiko Gaeb
30. Januar 2008, 19:16 Uhr

Seit drei Wochen betreut Aytekin Uynaik nun den TB Oberhausen. Zu den sportlichen Problemen (nur ein Punkt Vorsprung auf einen Abstiegsplatz) gesellen sich auch interne Querelen im Klub auf der Mellinghofer Straße. Im Interview mit RevierSport online erklärt der 38-Jährige, was alles in seiner Mannschaft steckt, was er selbst für die Zukunft plant und warum er einen eher autoritären Trainerstil pflegt.

[b]RevierSport online:[/b] Herr Uyanik, Sie betreuen jetzt seit gut drei Wochen den TB Oberhausen. Wie beurteilen Sie Ihr Team?

Aytekin Uyanik: Fußballerisch ist das Team top besetzt. Mit Christian Rondo-Peres, Marko Thomas und Recep Tuner fallen mir gleich drei Akteure ein, die für die Liga ein überdurchschnittliches fußballerisches Können besitzen. Dafür mangelt es aber an einer mannschaftlichen Geschlossenheit. Und das ist auch der Grund, warum die Truppe so weit unten steht. Meine Aufgabe ist es jetzt möglichst schnell ein intaktes Mannschaftsgefüge aufzubauen. Die Eindrücke im Training sind aber durchweg positiv. Da zieht jeder mit.

RevierSport online: In Ihrer Mannschaft spielen viele türkische Spieler, die oft in Ihrer Muttersprache untereinander kommunizieren. Ist das ein Grund für die mangelnde Geschlossenheit der Mannschaft?

Aytekin Uyanik: Sicher auch, aber ich verlange schon, dass untereinander deutsch gesprochen wird. [infobox-right]Zur Person:
Name: Aytekin Uyanik
Alter: 38 Jahre
Wohnort: Duisburg
Stationen als Trainer: Siegfried Materborn
Stationen als Spieler: u. a. Darmstadt 98, 1860 München, SC Heerenveen, Fenerbahce Istanbul (1996-97), wo er wegen eines Bandscheibenvorfalls Sportinvalide wurde. Seit dem war Uyanik in der Ober- und Verbandsliga aktiv. Letzte Station: Viktoria Goch (bis 2006)
Position: Stürmer[/infobox]
RevierSport online: Spüren Sie die Unruhe, die im Verein herrscht?

Aytekin Uyanik: Natürlich nehme ich von den Dingen Notiz, aber ich kenne ja im Prinzip die Beteiligten gar nicht. Dafür bin ich nicht lange genug hier. Nur so viel: Ich kann dennoch hier ganz normal trainieren und merke auch, dass sich im Verein einiges zum Positiven tut. Das Engagement vom Vorstand um Andreas Eckhart ist spürbar. Der Verein befindet sich im Umbruch. Alles andere wäre auch eine Schande, denn der
Klub ist der zweitgrößte in der Stadt.

RevierSport online: Wie sehen Ihre Planungen für die Zukunft aus?

Aytekin Uyanik: Im Moment will ich die Mission Klassenerhalt erfolgreich hinter mich bringen. Im Oktober habe ich dann die Prüfung zum Fußball-Lehrer. Das zeigt zwar deutlich, dass meine Ambitionen als Trainer höher sind, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich hier über die Saison hinaus bleibe. Denn das ist es, was hier fehlt: Die Kontinuität mit einem Coach längerfristig zusammenzuarbeiten, um das Vertrauen der Spieler zu erlangen. Und Ziele gibt es auch. Ich will dann als Trainer endlich mal einen Kader zusammenstellen und um den Aufstieg in die Landesliga mitspielen.

RevierSport online Wie würden Sie sich selbst als Trainer beschreiben?

Aytekin Uyanik: Es muss nicht immer streng sein, aber eine gewisse Distanz zu seinen Spielern sollte ein guter Trainer immer wahren, um seinen Respekt und seine Autorität beim Fußball zu erhalten. Das ist das Wichtigste beim Sport, in dem nur Leistung zählt. Da gibt es keine Freunde. Entweder es läuft oder man kann gehen.

Autor: Interview: Heiko Gaeb

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