Da war sie wieder, die Unbekümmertheit, die ihn in seiner ersten Bundesligasaison im vergangenen Jahr auf Anhieb zum hoffnungsvollsten deutschen Torhüter gemacht hatte. Manuel Neuer hat mit einer fehlerfreien Leistung beim 0:0 des FC Schalke gegen den FC Chelsea vorerst einen Schlussstrich unter die Diskussionen um seine Person gezogen.

Schalke: Neuer stark/Tottenham will Schalkes Nummer eins

Tunnelblick gegen Drogba

08. November 2007, 13:56 Uhr

Da war sie wieder, die Unbekümmertheit, die ihn in seiner ersten Bundesligasaison im vergangenen Jahr auf Anhieb zum hoffnungsvollsten deutschen Torhüter gemacht hatte. Manuel Neuer hat mit einer fehlerfreien Leistung beim 0:0 des FC Schalke gegen den FC Chelsea vorerst einen Schlussstrich unter die Diskussionen um seine Person gezogen.

Noch vor zwei Wochen hatte er an der Londoner Stamford Bridge seine Mannschaft mit einem schlimmen Patzer gegen Malouda bereits in der vierten Spielminute ins Hintertreffen gebracht. In der Folge musste er sich vom Boulevard hochnehmen lassen. Neuer versuchte dies zu kompensieren, indem er den Zeitungen keine Beachtung schenkte, um sich noch mehr auf das jeweils nächste Spiel zu konzentrieren.[box_rsprint]

Am Dienstag, nach einer tollen Leistung der Königsblauen gegen die "Blues", in der er seinem Team schon in der 6. Spielminute mit einer Klasseparade gegen Didier Drogba den Rücken frei gehalten hatte, war das Lächeln in sein noch jugendlich wirkendes Gesicht zurückgekehrt. "Ich hatte eigentlich nur zwei Szenen im Spiel, die waren relativ früh in der Partie. Das hat mir zusätzliche Sicherheit gegeben", nickte Neuer.

Insgesamt waren es sogar drei Aktionen - eine weitere in der zweiten Halbzeit -, mit denen er ein kleines Privatduell gegen Drogba mit 3:0 für sich entschied. Vor allem seine Reaktion kurz vor der Halbzeit war ein wichtiges Signal an die Mannschaft, um zu zeigen: Leute, ihr könnt euch auf mich verlassen, macht nur vorne ein Tor, dann gewinnen wir hier! "Es ist eine Stärke von mir, dass ich lange stehen bleibe. Ich dachte erst, Drogba spielt den Ball in die Mitte, dann sehe ich aber, wie er sich den Ball noch einmal vorlegt und wusste, dass er schießt und habe den Winkel eng gemacht", ließ Neuer die Szene später vor seinem geistigen Auge abspielen. Die unbestrittene Klasse des Gegenspielers, der noch im Hinspiel zum 2:0 getroffen hatte, nimmt Neuer in solchen Momenten nicht wahr. "Das ist für mich das Gleiche, ob da einer wie Drogba steht oder ein anderer. Das macht mich nicht nervös", hilft auch ihm der durch Oliver Kahn berühmt gewordene Tunnelblick, um sich nicht von Rückschlägen aus der Bahn werfen zu lassen.

Nicht erst seit vorgestern steht Neuer daher bei einigen europäischen Top-Vereinen ganz oben auf der Wunschliste. Vor allem auf der britischen Insel kommt seine moderne Spielweise gut an, nun hat Tottenham ein Auge auf den Blondschopf geworfen. Die "Spurs" vertrauen offenbar ihrem zuletzt patzenden Keeper, dem englischen National-Torhüter Paul Robinson nicht mehr. Neuer soll neben Samir Handanovic von Udinese Calcio der Kandidat sein. "Mein Verein ist Schalke, warum sollte ich über etwas anderes nachdenken", kommt für Neuer ein Wechsel nicht in Frage.

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