Rot-Weiß Oberhausen hat im Derby am Dienstagabend gegen Wattenscheid (1:0) in letzter Minute den Dreier geholt - Rafael Garcia war der umjubelte Matchwinner.

RWO

Matchwinner Garcia erlöst die Zuschauer

Julian Tilders
22. März 2017, 09:53 Uhr
Foto: Micha Korb

Foto: Micha Korb

Rot-Weiß Oberhausen hat im Derby am Dienstagabend gegen Wattenscheid (1:0) in letzter Minute den Dreier geholt - Rafael Garcia war der umjubelte Matchwinner.

90. Spielminute. Auf der linken Außenbahn marschiert der eingewechselte Simon Engelmann mit Höchsttempo durch. Er guckt, verzögert seine Hereingabe in den Wattenscheider Strafraum, sieht im Flutlicht des Stadion Niederrhein den ebenfalls eingewechselten Rafael Garcia in der Mitte hektisch winken. Der flache Pass in den Fünfer folgt, Garcia nimmt das Leder an und drischt den Ball aus kurzer Distanz in den Kasten - und wird danach von seinen Mitspielern in voller Euphorie überrannt.

Dass es so kommen würde, war nicht zu erwarten. Lange, sehr lange sogar sah es nach einem klassischen 0:0 aus, obwohl beide Teams sich offensiv Mühe gaben - allerdings blieb es meist auch nur bei den Bemühungen. Wirklich klare Torchancen hatte vor allem in der zweiten Hälfte keiner. Umso mehr freut sich Garcia über seine Rolle als Matchwinner beim Fernsehspiel: „Es ist einfach nur geil, beim Live-Spiel im Fernsehen das entscheidende Tor gemacht zu haben, besser geht’s glaube ich nicht.“

Dem spanischen Mittelfeldspieler ist der Treffer - sein zweites Saisontor - persönlich besonders wichtig: „Ich habe die letzten Wochen unregelmäßig gespielt, letzte Woche gegen Siegen durfte ich dann ran, nun wurde ich von der Bank eingewechselt. Das ist auch für mich persönlich ein Erfolgserlebnis.“ Der 23-Jährige hegt schon Hoffnungen für den nächsten Spieltag. „Ich hoffe natürlich, dass ich Samstag gegen Gladbach wieder ran darf, vielleicht auch wieder 90 Minuten.“ Trainer Mike Terranova kann sich jedenfalls sicher sein: Das entscheidende Tor kann er machen, das hat er nun gegen Wattenscheid bewiesen.

Der Spanier analysiert das Wattenscheid-Spiel wie folgt: „Es war ein sehr umkämpftes Spiel, vielleicht waren auch beide wegen der Live-Übertragung etwas nervös. Vor allem in der ersten Hälfte haben beide viele Fehlpässe gespielt, die eigentlich nicht so oft passieren.“ In der Tat war das Spiel phasenweise zerfahren und von Ballverlusten beider Kontrahenten geprägt. Für RWO traf in der ersten Hälfte Kapitän Robert Fleßers den Wattenscheider Querbalken, die Gäste wurden vereinzelt durch Keita-Ruel und Demircan gefährlich - das war es dann aber auch.

Dass Garcia ausgerechnet in der 90. Minute richtig stand und SG-Keeper Edin Sancaktar bezwang, ist für Wattenscheid besonders bitter. Noch bitterer ist nur, dass Sancaktar beim letzten Eckball für die Gäste wohl eine Frust-Tätlichkeit gegen Fleßers beging und nun für das Spiel gegen Sprockhövel passen muss.

Wir hatten jetzt am Ende die große Chance - umso schöner, dass ich sie nutzen konnte.
Rafael Garcia

Garcia spricht von einem Sieg, bei dem am Ende das Glück auf der Oberhausener Seite war: „Es war ein ausgeglichenes Spiel. Wir hatten jetzt am Ende die große Chance - umso schöner, dass ich sie nutzen konnte.“ Dann verschwindet er beseelt im Spielertunnel, um mit seiner Mannschaft zu feiern.

Autor: Julian Tilders

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