Trainer Weinzierl trifft mit Schalke auf seinen Ex-Klub Augsburg. Bei einer Niederlage würden die Königsblauen tief in den Abstiegskampf geraten.

Schalke 04

Warum sich beim FC Schalke 04 Mut und Sorge mischen

Peter Müller
11. März 2017, 10:56 Uhr
Foto: firo

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Trainer Weinzierl trifft mit Schalke auf seinen Ex-Klub Augsburg. Bei einer Niederlage würden die Königsblauen tief in den Abstiegskampf geraten.

Beim Training am Freitagmorgen schien auf Schalke die Sonne. Die Profis, die am Donnerstagabend beim 1:1 im ersten Europa-League-Achtelfinalspiel gegen Borussia Mönchengladbach nicht oder nur kurz zum Einsatz gekommen waren, spielten zur Abwechslung mal Handball mit Kopfball-Abschluss auf vier kleine Tore und hatten erkennbar Spaß dabei. Markus Weinzierl hingegen verzog keine Miene. Mit auf dem Rücken verschränkten Armen stand der Trainer da, und als wieder Fußball gespielt wurde, gab er knappe, klare Anweisungen. Auch wenn die Fans hoffen, dass sich die Großwetterlage auf Schalke durch die Leistung gegen Gladbach gebessert hat: Der Trainer weiß genau, dass noch nichts gewonnen ist.

Lob für leidenschaftlichen Auftritt

Weinzierl lobte seine Mannschaft für ihre „Leidenschaft und Kampfkraft“, und er folgerte daraus, dass Schalke „noch alle Chancen auf ein Weiterkommen“ habe. In der Europa League. Vor dem Rückspiel am Donnerstag in Gladbach aber muss Schalke wieder auf Bundesliga umschalten. Am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) kommt der FC Augsburg in die Arena, Weinzierls ehemalige Mannschaft. Ein anderer Wettbewerb, aber wenn man es streng sieht: auch ein K.-o.-Spiel.

Nach der 2:4-Pleite am vergangenen Samstag in Gladbach stimmten beim zweiten von drei Treffen mit der Borussia Einsatz und Spielfreude bei Schalke. Fans haben dafür ein feines Gespür, sie unterstützten das willige Team nach Kräften und verabschiedeten es diesmal mit Applaus. Doch diese Mut machende Atmosphäre, verbunden mit der Hoffnung auf die große Wende, ist auch trügerisch. Schalke braucht jetzt vor allem Resultate. Gegen Augsburg am Sonntag geht es darum, sich wieder weiter als nur vier Punkte vom Relegationsrang zu entfernen. Bei einer Heimniederlage würde Schalke tief in den Abstiegskampf geraten.

Markus Weinzierl kann das 1:1 gegen Gladbach deshalb nur als kurzes Zwischenhoch werten, richtungweisend ist auch für ihn das Spiel gegen Augsburg. „Wir müssen an unsere eigenen Stärken glauben“, betont er. Am Sonntag steht vieles auf dem Spiel, nicht nur für den Klub, auch für den in den vergangenen Wochen stärker in die Kritik geratenen Trainer. Und ausgerechnet jetzt trifft sein Team auf Augsburg.

Weinzierl "hatte in Augsburg eine tolle Zeit"

Weinzierl glaubt, dass es sein Vorteil ist, die meisten Spieler des Gegners bestens zu kennen. Er versichert: „Sie werden uns nicht überraschen können.“ Aber kann er, der als Trainer Profi sein muss, eigentlich die Emotionen ausblenden, die mit so einem Wiedersehen verbunden sind? Seine Antwort ist unmissverständlich: „Ja.“ Und er liefert eine nachvollziehbare Erklärung: „Wir haben dort in vier Jahren vieles erreicht, ich hatte in Augsburg eine tolle Zeit, sogar mit Europapokalspielen. Aber all das schiebe ich jetzt komplett beiseite. Hier geht es ja gerade Schlag auf Schlag, ich kann mich sehr gut nur auf meine Aufgabe bei Schalke 04 konzentrieren. Beim ersten Mal im Hinspiel in Augsburg war das noch etwas schwieriger.“

Die Erinnerung an das Hinspiel ist auch die Erinnerung an eines der folgenschwersten Fouls dieser Saison: Der Augsburger Kostas Stafylidis trat Schalkes neuen Stürmer Breel Embolo so heftig, dass der junge Schweizer eine komplizierte Fraktur des Sprunggelenks, ein gebrochenes Wadenbein sowie Risse der Syndesmose und des Innenbandes erlitt. Vorsichtig tastete sich Embolo zuletzt wieder ans Training heran, jetzt kam ein Rückschlag. „Die Belastung muss zurückgefahren werden“, berichtet Weinzierl. „Die Verletzung stellt sich als so langwierig heraus, wie wir es befürchtet hatten.“ Wird Embolo in dieser Saison noch ein Comeback feiern können? „Es ist nicht ausgeschlossen“, sagt Markus Weinzierl. „Aber ich persönlich habe die Hoffnung nicht.“

Autor: Peter Müller

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