André Schubert sprach am Montag nicht. Zumindest nicht öffentlich. Bei Borussia Mönchengladbach hatte sich nach der 0:1-Niederlage in Augsburg die Meinung verfestigt, der Worte seien genug gewechselt.

M'gladbach

So will die Mannschaft Schuberts Job retten

Michael Ryberg
20. Dezember 2016, 09:07 Uhr
Foto: firo

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André Schubert sprach am Montag nicht. Zumindest nicht öffentlich. Bei Borussia Mönchengladbach hatte sich nach der 0:1-Niederlage in Augsburg die Meinung verfestigt, der Worte seien genug gewechselt.

Vor allem über die sich aufdrängende Frage nach der Zukunft von André Schubert als Trainer der Fohlenelf über die Weihnachtstage hinaus. Also entfiel vor dem finalen Auftritt des Jahres 2016 im Borussia-Park gegen den VfL Wolfsburg am Dienstag (20 Uhr/Sky) die obligatorische Pressekonferenz. Keine Kameras, keine Mikrofone, keine Worte – einfach nur Training. Ohne Zuschauer. Letzteres wie immer am Tag vor einem Pflichtspiel.

Ob die mediale Montagsruhe rund um den Borussia-Park wirklich hilft, gegen die ebenfalls strauchelnden Wölfe eine siegreiche und vor allem überzeugende Vorstellung hinzulegen?

Gladbachs Schweizer Nationaltorhüter Yann Sommer fordert: „Wir müssen wieder Powerfußball spielen, unseren Stil, mit Mut.“ Davon war zuletzt in Augsburg, gegen Mainz, in Dortmund, in Barcelona rein gar nichts mehr zu sehen. Im Gegenteil: Die Borussia wirkte ideenlos, das Zusammenspiel blieb oft Stückwerk.

Vor knapp drei Monaten erst hatte Sportdirektor Max Eberl den Vertrag seines Cheftrainers bis zum 30. Juni 2019 verlängert. Unter der Prämisse, von André Schuberts Fähigkeiten überzeugt zu sein.
Doch seit genau jenem Tag der Unterschrift vor der 1:2-Heimniederlage gegen den FC Barcelona in der Champions League bis hin zum vergangenen Samstag beim FC Augsburg ist Gladbach in einen Strudel des Misserfolgs geraten.

Erst stimmten bei nur drei Siegen in den 16 Pflichtspielen seit dem Barca-Gastauftritt die Ergebnisse nicht. Dann kamen schwache Auftritte dazu. Vor allem der Angriff, in der vergangenen Saison noch eine Zierde des Gladbacher Offensivstils, wirkt von Spiel zu Spiel harmloser. Gerade nach der Pause. Vier Treffer schaffte da die Borussia in 15 Bundesliga-Saisonspielen – das bedeutet ligaweit die Rote Laterne.

„Komplikationen sind dazu da, um sie zu lösen“, erklärt Torhüter Sommer. Nicht nur mit Blick auf die trübe Statistik, jeweils nach dem Seitenwechsel und auch nach Rückständen kaum zählbare Antworten mehr zu wissen.

Sommer mag die Situation ungern mit jener vergleichen, als die Gladbacher im September 2015 nach fünf Startniederlagen am Tabellenende standen. Und André Schubert den Posten des zurückgetretenen Lucien Favre übernahm. Der Wechsel war eine Initialzündung. Die Spieler agierten wie befreit nach viereinhalb Jahren unter dem detailversessenen Schweizer. Schuberts frischer Einfluss scheint verflogen: Lockerheit und Harmonie sind verschwunden.
Das könnte den Ausschlag darüber geben, ob die Gladbacher mit einem anderen Trainer ins neue Jahr starten. Auf der Weihnachtsfeier im Borussia-Park skizzierte Präsident Rolf Königs Ausgangslage und Anspruch so: „Wir haben sportlich und wirtschaftlich ein tolles Jahr hingelegt. Ich bin überzeugt davon, dass wir in der Bundesliga auch eine tolle Rückrunde spielen werden.“

Noch ist aber Hinserie. Und gegen Wolfsburg fehlen Weltmeister Christoph Kramer, Verteidiger Tony Jantschke sowie die Außenbahnspieler Fabian Johnson, Patrick Herrmann und Ibrahima Traoré. Das sind fünf potenzielle Eckpfeiler.

Autor: Michael Ryberg

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