Auf dem Papier sind die Rollen für das Heimspiel der  Sportfreunde Siegen am 12. Spieltag der Regionalliga West klar verteilt.

Siegen - Viktoria

Gemeinsamer Aufstieg als einzige Parallele

07. Oktober 2016, 11:59 Uhr
Foto: Micha Korb

Foto: Micha Korb

Auf dem Papier sind die Rollen für das Heimspiel der Sportfreunde Siegen am 12. Spieltag der Regionalliga West klar verteilt.

Die Gäste von Viktoria Köln sind in der Partie (Anstoß Freitag, 7. Oktober, 20 Uhr) eindeutig der Favorit, die Gastgeber unserer Sportfreunde der Außenseiter.

Zu signifikant sind die Unterschiede in wirtschaftlicher und sportlicher Hinsicht, als dass man bei dem Flutlichtspiel von einem Duell auf Augenhöhe sprechen könnte. Die Viktoria ist aktuell als Tabellendritter mit 20 Punkten genau in der Region der Tabelle, in der sie vor der Saison von vielen Experten erwartet wurde. Seit dem gemeinsamen Aufstieg 2012 (beide Teams gingen aus der NRW-Liga hoch) versuchen die Rechtsrheinischen bereits, die Regionalliga zu verlassen - und zwar nach oben. Bisher war das nicht von Erfolg gekrönt, auch in dieser Spielzeit gehört die Viktoria wieder zu den Top-Favoriten auf Platz Eins. Wie kein anderer Spieler steht der Kapitän für die Riesenqualität der Mannschaft: Mike Wunderlich hat seit 2012 in 132 Regionalliga-Spielen 68 Tore erzielt, darunter bereits in der laufenden Saison wieder acht in elf Partien. Bei der Viktoria spielen mit Sascha Eichmeier und Patrick Koronkiewicz auch zwei Ex-Siegener.

Bei den Sportfreunden dagegen geht es darum, nach der Niederlage in Wuppertal den nächsten Schritt zu machen - denn auch, wenn dies nach einem 1:4 komisch klingt: Ansätze der Verbesserung waren am vergangenen Spieltag sehr wohl zu sehen. "Für uns Spieler hat sich das auf dem Platz einfach anders angefühlt, wir hatten mehr Zugriff auf den Gegner, mehr Ballbesitzphasen, in denen man auch mal durchschnaufen konnte und mehr Kontermöglichkeiten als in den Spielen zuvor. Leider hat das Ergebnis nicht gestimmt", sagt Abwehrspieler Til Bauman. Bis zum Gegentor in der 65. Minute gilt diese Feststellung, danach gab es im Stadion am Zoo einen kollektiven Einbruch, den Cheftrainer Thorsten Seibert mit der Mannschaft unter der Woche angesprochen und aufgearbeitet hat. Der 36-Jährige Cheftrainer dazu konkret: "Es gab für uns unter anderem zwei Dinge, die sich in Wuppertal und in der Video-Analyse des Spiels gezeigt haben und die wir ändern wollen - wobei das nicht von heute auf morgen geht: Wir wollen aktiver sein, aktiver verteidigen und dafür müssen wir uns in eine körperliche Verfassung bringen, so dass wir 90 Minuten unseren Plan verfolgen können. Wenn ich mir das Spiel nochmal anschaue, dann ist für mich die körperliche Verfassung ein Faktor gewesen. Da beschäftigen wir uns zum Beispiel durch die Expertise von Johannes Sander, der uns dahingehend unterstützt, mit Trainingselementen, Hausaufgaben für die freien Tage oder auch der Möglichkeit einer zusätzlichen Trainingseinheit im Athletikbereich. Das andere ist für mich ganz klar eine mentale Komponente. Es gibt fast keine Mannschaft im Fußball, die nicht auch mal Großchancen des Gegners zulassen muss, wo der Torwart gefordert ist oder wo sogar mal eine Gegentor fällt. Davon dürfen wir uns nicht so verunsichern lassen, das darf uns nicht so belasten wie es derzeit der Fall ist. Wir müssen dann weiter aktiv sein und auch mit dem Ball Aktionen haben, um Entlastung zu schaffen."

Dass das gegen einen Gegner wie die Viktoria aus Köln noch einmal umso schwerer wird, ist allen Beteiligten klar. "Wir haben uns intensiv mit dem Gegner beschäftigt und wissen, was da für eine Riesenherausforderung kommt", sagt Seibert, "die Viktoria hat hervorragende Spieler, die auch schon höher aktiv waren und die individuell zu dem Besten der Liga gehören." Personell muss Thorsten Seibert wieder auf einige Spieler verzichten: Lukas Hombach, Haluk Arslan und auch Günter Mabanza fallen nach wie vor verletzungsbedingt aus. Serkan Dalman ist nach seinem Platzverweis in Wuppertal gesperrt.

Autor: Krystian Wozniak

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