„Union spielt Fußball, wie ich es mag. Die Zuschauer werden zwei Mannschaften sehen, die in die Offensive gehen und fast gleich spielen.“

VfL

Bochum muss gegen Union Berlin Farbe bekennen

Michael Eckardt
06. August 2016, 08:41 Uhr
Foto: firo

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„Union spielt Fußball, wie ich es mag. Die Zuschauer werden zwei Mannschaften sehen, die in die Offensive gehen und fast gleich spielen.“

Wer sich also Spannung verspricht und Mannschaften bevorzugt, die strukturiert, aber angstfrei und schwungvoll den Erfolg anstreben, der dürfte sich angesichts dieser Worte von VfL-Trainer Gertjan Verbeek aufgefordert fühlen, dem Zweitligisten zum Saisonstart am Samstag (13 Uhr, Vonovia Ruhrstadion/live in unserem Ticker) den Rücken zu stärken. Verbeek verspricht nichts, bekennt auch, selbst nicht genau zu wissen wo „wir jetzt stehen“, und kann doch guten Gewissens sagen: „Die Taktik, das Umschaltspiel, all’ das ist trainiert. Und es ist uns sehr gut gelungen, eine Mannschaft zu kreieren, die menschlich gut zueinander passt.“

Ein Auftaktspiel ist immer auch eine Gleichung mit vielen Unbekannten. Denn diese gewisse Portion Unsicherheit vor dem ersten Pfiff beschränkt sich ja nicht auf die Leistungsfähigkeit des eigenen Teams. Dass man noch Zeit brauche, um die so wichtigen Automatismen einzuschleifen, sagt Verbeek, gehe ja nicht nur ihm in Bochum so, „das geht auch anderen so, auch Union Berlin“. Allerdings darf man den 3:0-Sieg der Berliner in ihrem abschließenden Vorbereitungsspiel gegen den FC Utrecht durchaus auch als Qualitätsnachweis begreifen.

Hochstätter rechtfertigt sich

Natürlich war auch ein Spieler Thema, der gar nicht mehr für den VfL auflaufen kann. Immer wieder wird den Bochumer Verantwortlichen der Vorwurf gemacht, sie hätten Torjäger Simon Terodde nicht ziehen lassen dürfen, und wenn doch, dann nicht zu diesem Preis und zu diesem Gegner. Das kann nerven. Und so versuchte Sportvorstand Christian Hochstätter noch einmal, seine Sicht der Dinge darzulegen: „Ich muss auch mal sagen, dass dieser Spieler nicht bereit war, seinen Vertrag zu verlängern. Das Gleiche trifft für Onur Bulut zu. Wir haben auch frühzeitig versucht, mit Marco Terrazzino zu verlängern.“ Hochstätter schloss schließlich mit diesen Worten: „Ich habe keine Lust mehr, mich für Dinge zu rechtfertigen, die im Fußball normal sind.“

Den Verantwortlichen in Bochum ist jedenfalls zu wünschen, dass Peniel Mlapa und/oder Nils Quaschner mit ihren Leistungen dazu beitragen, das Thema Terodde sanft ausklingen zu lassen. Mlapa jedenfalls hat gute Erinnerungen an Union, beim letzten Aufeinandertreffen in Bochum erzielte er den Führungstreffer, der allerdings nicht Bestand hatte.

Über Personalien musste nicht lange geredet werden - mit einer Ausnahme. Gertjan Verbeek wies darauf hin, dass in der Diskussion um die Alternativen Maxim Leitsch vergessen worden war. „Was mache ich, wenn Felix Bastians oder Timo Perthel was passiert“, fragte Verbeek, um dann den 18-jährigen Essener als Lösung zu präsentieren. Leitsch hat einen starken linken Fuß und damit derzeit die Nase vorne gegenüber Gökhan Gül und Jan Gyamerah.

Autor: Michael Eckardt

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