Einer badischen Sage zu Folge muss jeder Mensch, der in Freiburg ohne Absicht in einen der kleinen Bachläufe tritt, eine Einheimische oder einen Einheimischen heiraten.

Duisburg

Für den MSV tut Albutat auch dem Herzensklub weh

Thomas Tartemann
21. April 2016, 07:47 Uhr

Einer badischen Sage zu Folge muss jeder Mensch, der in Freiburg ohne Absicht in einen der kleinen Bachläufe tritt, eine Einheimische oder einen Einheimischen heiraten.

Duisburgs Fußballprofi Tim Albutat kennt die Geschichten, die sich um die Wasseradern ranken. Der 23-Jährige trug von 2008 bis 2014 das Trikot des SC Freiburg. „Ich bin noch nicht ins Bächle getreten“, schmunzelt der Mittelfeldmann, „aber meine Freundin Maxi-Kristin kommt aus Freiburg.“

Seit einem Jahr hat Maxi-Kristin ihren Lebensmittelpunkt ebenfalls im Ruhrpott. „Am Freitag kann sie nicht mit zu unserem Auswärtsspiel in Freiburg kommen. Sie muss arbeiten, das wird zeitlich zu knapp“, so Tim Albutat. Der Defensivspieler musste vor der Rückkehr in den Breisgau einige Kartenwünsche für Freunde und Bekannte besorgen. „Insgesamt acht Tickets“, lacht „Albu“, „alle Kumpel, mit denen ich zur Schule gegangen bin, befinden sich auf Reisen. Und die Teamkollegen, mit denen ich früher in der Freiburger Jugend gespielt habe, sind fast alle woanders.“

Mit dem SCF-Talentschuppen holte Tim Albutat im Mai 2011 den DFB-Pokal im Elfmeterkrimi gegen Hansa Rostock. Anschließend spielte Albutat für die Reserve in der Regionalliga, durfte viermal im Profibereich hineinschnuppern. Im Mai 2013 debütierte er gegen Greuther Fürth, im Dezember kam er beim Auswärtsspiel auf Schalke zu einem Kurzeinsatz. „Dazu habe ich in der Europaleague gegen Liberec und den FC Sevilla gespielt. Zuhause saß ich in der Bundesliga einmal auf der Bank. Wenn ich Freitag für den MSV zum Einsatz kommen sollte, wäre es dann also meine Profipremiere auf dem Freiburger Rasen“, fiebert Albutat der Rückkehr entgegen.

Albutat kann sich vorstellen, beim MSV zu bleiben

Die Situation an sich scheint nicht ganz so einfach: Albutat kämpft mit den Zebras um den Klassenerhalt, gehört aber noch dem SC Freiburg, wo sein Arbeitspapier bis 2017 Gültigkeit besitzt. „Eine Zwickmühle sehe ich darin nicht. Wenn ich auf dem Platz stehe, gebe ich für den MSV das Beste. Freiburg kann das verkraften, wenn wir dort einen oder mehrere Punkte mitnehmen“, zwinkert der Allrounder, der zuletzt beim 2:1-Sieg in Nürnberg in der Schlussphase als Stürmer in die Partie kam und dabei gelungene Aktionen vorweisen konnte. Tim Albutat forsch: „Wir haben gegen Freiburg schon beim 1:1 im Hinspiel gezeigt, dass wir ihnen gefährlich werden können. Ich möchte Freitag natürlich zeigen, dass der SC einen Fehler gemacht hat, als er mich gehen ließ.“

Gespräche über seine Zukunft hat es noch nicht gegeben. „Das erste Wort hat der MSV. Ich kann mir vorstellen, hier zu bleiben“, erklärt der frühere Juniorennationalspieler. Die Zebras können eine Kaufoption ziehen. Im Falle des Klassenerhalts wäre der Betrag für den klammen MSV relativ leicht zu stemmen. „Ich habe in Duisburg meine ersten Schritte im Seniorenbereich gemacht, hier immer Vertrauen gespürt. Der MSV bleibt im Falle der Rettung mein erster Ansprechpartner“, erklärt Albutat. Dafür ist er sogar bereit, seinem badischen „Herzensklub“ weh zu tun.

Autor: Thomas Tartemann

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