Schalke-Torwart Fabian Giefer über seine lange Verletzungspause, Weihnachtsgeschenke und Uhren, die in der Eifel noch anders ticken.

Schalkes Giefer

„Das war alles sehr unglücklich“

Christoph Winkel
28. November 2015, 08:47 Uhr
Foto: firo

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Schalke-Torwart Fabian Giefer über seine lange Verletzungspause, Weihnachtsgeschenke und Uhren, die in der Eifel noch anders ticken.

Es gibt sicher nicht viele Fußballprofis, die sich über ein dickes Veilchen am Auge freuen. Fabian Giefer tut es trotzdem. Passiert ist es beim Training am Mittwoch, beim Kampf um den Ball. „Halb so wild“, sagt er. „Auf der Massagebank passiert sowas nicht.“ Schalkes Nummer zwei ist glücklich, nach neunmonatiger Verletzungspause endlich wieder auf dem Fußballplatz zu stehen.

Die wichtigste Frage zuerst: Was macht die Gesundheit?
Fabian Giefer: Ich bin wieder im Mannschaftstraining, die Verletzung im Adduktorenbereich ist ausgeheilt. Ich kann mich wieder auf den Fußball konzentrieren, alles ist gut.

Vor neun Monaten mussten Sie im Auswärtsspiel gegen die Bayern in der Halbzeit wegen einer Leistenverletzung ausgewechselt werden - warum stehen Sie erst jetzt wieder auf dem Trainingsplatz?
Es war in der Tat ein sehr unglücklicher Verlauf, der Heilungsprozess verlief nicht optimal. Die Geschichte fing ja schon im August 2014 an, im Testspiel beim VfL Bochum habe ich mir die Adduktorsehne gerissen. Wir haben uns zu einer konservativen Heilung entschieden. Das hat zunächst funktioniert, ich habe die komplette Wintervorbereitung bestritten, dann gegen Hannover 90 Minuten gespielt. Im Bayern-Spiel ist die Sehne wieder eingerissen. Bei einer Reruptur ist der Heilungsverlauf nicht ganz einfach. Wir haben uns für zunächst wieder für eine konservative Behandlung entschieden. Aber im Juni haben wir dann doch die Entscheidung getroffen, dass ich mich operieren lasse. Und seitdem geht es wirklich bergauf.

Ich setze mir kein zeitliches Ziel
Fabian Giefer

Ärgern Sie sich dass Sie sich nicht haben deutlich früher operieren lassen?
Definitiv. Aber hinterher ist man immer schlauer. Eine Operation bringt aber auch immer ein Risiko mit sich. Der Professor, der mich in London operiert hat, ist auf dem Gebiet absolute Spitze. Was jetzt zählt, ist aber das Endergebnis. Und das passt.

Sie sind also schmerzfrei?
Ja, das bin ich. Es ist ganz normal, dass nach neun Monaten noch viele Dinge im Training ungewohnt sind, aber ich habe keine Angst. Natürlich muss ich gerade bei diesen Temperaturen immer top aufgewärmt sein.

Wann stehen Sie wieder auf dem Aufstellungsbogen?
Ich setze mir da kein zeitliches Ziel. Man darf nicht vergessen, dass ich auch in der Reha lange nicht richtig trainieren konnte. Die Adduktorensehne ist eben eine ganz schlechte Stelle für eine Verletzung. Der ganze Rumpf- und Beinbereich ist außer Gefecht, weil ein Teil der Bauchmuskulatur mit dem Adduktor zusammenhängt. Das Trainerteam hat mir signalisiert, dass ich mich nicht zu sehr unter Druck setzen und erst einmal das volle Vertrauen in meinen Körper zurückgewinnen soll. Das ist jetzt das Wichtigste.

Sie sind im Sommer 2014 von Fortuna Düsseldorf nach Schalke gekommen, um die Nummer eins zu werden. Hat sich Ihr Plan geändert?
Nach den gravierenden Verletzungen habe ich mich ein Stück weit besser kennenlernt. Rückwirkend würde ich nichts anders machen, außer mich eben nicht zu verletzen, wenn ich darauf Einfluss hätte. Wenn ich wieder auf einem sportlichen Topniveau bin, kann ich dem Verein auch wieder helfen. Wie das dann aussieht, wird man sehen.

Wie verstehen Sie sich mit Ralf Fährmann?
Das Verhältnis zu Ralf ist gut, zur gesamten Mannschaft ist es gut. Mit unserem neuen Torwarttrainer Simon Henzler macht es in der Torwart-Truppe richtig Spaß.

Würden Sie Ralf Fährmann zur Nationalmannschaft einladen?
Ich bin kein Bundestrainer und will es auch nicht sein (lacht).

In vier Wochen ist Weihnachten. Haben Sie schon alle Geschenke besorgt?
Ich würde lügen, wenn ich jetzt ja sagen würde. Nein, habe ich noch nicht, aber vielleicht sollte ich damit mal anfangen.

Was wünschen Sie sich denn eigentlich?
Im Moment gibt es genug Krisenherde, deshalb würde alles kitschig klingen. Aber ich denke, dass es schon angebracht ist, die Weihnachtszeit mal wieder zu genießen. Grundsätzliche Dinge, wie mit Freunden über den Weihnachtsmarkt zu gehen. Weihnachten verbringe ich dann ganz traditionell zu Hause bei meiner Familie und bin natürlich auch gespannt, was unter dem Weihnachtsbaum liegt.

Der Weihnachtsbaum wird bei den Giefers aber wieder selbst geschlagen, oder?
Ja klar. Wir haben in der letzten Woche im Wald schon einen rausgesucht, der steht jetzt noch als Deko vor dem Haus. Ich bin dann mit meinem Patenkind, dem Bollerwagen und einer Axt los, um den Baum zu holen. In der Eifel ticken die Uhren noch ein bisschen anders, ich genieße das.

Autor: Christoph Winkel

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