Kaum ist der Spielplan der Regionalliga West raus, schon gibt es den ersten Ärger.

Ärger um RWE-Heimspiele

"Das ist eine Unverschämtheit!"

Krystian Wozniak
08. Juli 2015, 14:55 Uhr
Foto: Tillmann

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Kaum ist der Spielplan der Regionalliga West raus, schon gibt es den ersten Ärger.

Laut dem Plan wird Rot-Weiss Essen die letzten drei Spieltage gegen Rot-Weiß Oberhausen, FC Kray und Borussia Dortmund II im Stadion Essen austragen. Dabei ist das Kray-Spiel laut Spielplan offiziell ein Auswärtsspiel.

Wir fragten bei einigen Aufstiegsfavoriten, sowie Rot-Weiss Essen und dem Staffelleiter Reinhold Spohn nach, wie sie zu den drei "Heimspielen" von RWE zum Ende der Saison stehen.

Franz Wunderlich, Sportvorstand Viktoria Köln:
"Als ich das mitbekommen habe, konnte ich nur mit dem Kopf schütteln. Das grenzt ja schon fast an Wettbewerbsverzerrung. Wenn Essen oben stehen sollte und dann noch drei Heimspiele hat, dann sind sie doch klar im Vorteil. Das ist eine Unverschämtheit, ein absolutes Unding! Die Verantwortlichen von Rot-Weiss Essen können nichts dafür, aber ich weiß nicht, ob die Herren, die das beschließen, sich überhaupt Gedanken machen. Das ist doch keine Jux-Veranstaltung. Ich finde diese Ansetzungen nicht in Ordnung."

Alexander Klitzpera, Sportlicher Leiter Alemannia Aachen:
"Natürlich ist das ärgerlich. Heimspiele sind immer ein Vorteil. Aber wir wollen uns nicht über etwas ärgern, was wir nicht ändern können. Zudem ist das Kray-Spiel ja rechtlich gesehen eine Auswärtspartie. Deshalb kann man dagegen auch nichts machen."

Ingo Preuß, Teammanager Borussia Dortmund II:
"Sollte sich Rot-Weiss Essen bis dahin ein Punktepolster erarbeitet haben und an der Spitze stehen, dann gönne ich RWE drei schöne Heimspiele. Vielleicht mit einem Endspiel am letzten Spieltag gegen Borussia Dortmund II - das wäre doch wunderbar. Ich sehe das Ganze entspannt. Essen wird ja davor genügend Spiele haben und die muss man erst einmal gewinnen. Zudem werden sie im Dezember dann wohl drei Auswärtsspiele hintereinander haben. Viel ärgerlicher sind die Ansetzungen unserer Spiele. Wenn ich sehe, dass wir am 1. Spieltag bei Düsseldorf II an einem Montag um 14 Uhr spielen sollen, dann kann ich das absolut nicht nachvollziehen. An einem Montagabend würden uns sicherlich 800 Borussen begleiten, so wird nur der harte Kern vor Ort sein. Aber da werden wir das Gespräch mit dem Staffelleiter suchen."

Andreas Winkler, Sportlicher Leiter Rot-Weiss Essen:
"Der Spielplan ist aus unserer Sicht etwas auf den Kopf gestellt, wenn man es mit der vergangenen Saison vergleicht. Wir haben schon am Anfang mehrere Heimspiele, die Highlights verteilen sich über das Jahr. Wir sind deshalb zufrieden mit dem Plan. Die Frage ist immer: Wann hat man einen Lauf? Das kann am Anfang, in der Mitte oder auch am Ende der Saison sein. Ich sehe deshalb keinen großen Vorteil darin, dass wir am Ende drei Spiele nacheinander im eigenen Stadion bestreiten können. Wer schon einmal mit der Erstellung eines Spielplans zu tun hatte, der weiß, wie viel es dort zu beachten gilt. Der Verband kann nie alle Wünsche erfüllen. Deshalb werden auch nie alle Vereine zufrieden sein."

Reinhold Spohn, Staffelleiter der Regionalliga West:
"Ich kann den Ärger mancher Leute verstehen. Doch ich muss auch betonen, dass das kein Wunschkonzert ist. Wir können doch nicht 19 Spielpläne für jede Mannschaft erstellen. Jeder Verein hat eine Schlüsselzahl und aus dieser ergeben sich die Paarungen. Essen hatte das Problem, dass Ende August und Anfang September aufgrund von Konzertveranstaltungen nicht im Stadion Essen gespielt werden kann. Danach wird der Rasen ausgetauscht. Am Ende ist es doch so, dass jede Mannschaft 18 Heim- und 18 Auswärtspartien bestreiten wird."

Autor: Krystian Wozniak

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