Das erste Geisterpiel hat die türkische Fußball-Nationalmannschaft bereits gewonnen:

Geisterspiel macht Türken keine Angst

05. September 2006, 12:18 Uhr

Das erste Geisterpiel hat die türkische Fußball-Nationalmannschaft bereits gewonnen:

Das erste Geisterpiel hat die türkische Fußball-Nationalmannschaft bereits gewonnen: Das 12:0 am vergangenen Freitag gegen den Verbandsligisten SpVgg Ingelheim war allerdings nur der eigens von den Verantwortlichen organisierte Probelauf für das EM-Qualifikationsspiel gegen Malta am Mittwoch (19.00 Uhr) in der menschenleeren Frankfurter WM-Arena. Der türkische Trainer Fatih Terim erwartet vom Fußballzwerg aus dem Mittelmeer aber ohnehin kaum größere Gegenwehr als von deutschen Amateuren. `Ich gehe grundsätzlich davon aus, dass es in unserer Gruppe keine negativen Überraschungen geben wird. Malta wird hart und defensiv spielen. Wenn uns aber ein oder zwei schnelle Tore gelingen, dann werden wir keine Probleme haben´, meinte Terim vor dem ersten von drei Qualifikationspartien, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit und mindestens 500 Kilometer von den türkischen Landesgrenzen entfernt ausgetragen werden müssen.

Wahrscheinlich werden auch die weiteren Partien in Frankfurt/Main stattfinden. Dieses vom Weltverband FIFA im Anschluss an die Vorkommnisse im WM-Playoff gegen die Schweiz ausgesprochene Urteil soll die Türken aber nicht behindern. Ganz im Gegenteil nutzt Terim die Entscheidung der Sportgerichtsbarkeit, um seine Spieler auf die Begegnungen einzuschwören. `Für uns ist die Bestrafung Motivation genug´, sagte der Coach, der in seinem Heimatland auf Grund seiner strengen Amtsführung nur `Imperator´ genannt wird. So richtig einsam und verlassen müssen sich die Türken zudem gar nicht fühlen. Der Team-Sponsor (Coca Cola) hat einen großen Aufwand betrieben, um den Ausschluss der Öffentlichkeit erträglicher für die Spieler zu gestalten. Auf einem 1800 Quadratmeter großen Stoffbanner auf der Gegentribüne werden Menschen abgebildet sein, die Zuschauer simulieren sollen. Zudem wird im Stadion ein 60x80 Meter großes Plakat mit der Aufschrift `Glaubt ihr denn, wir lassen euch allein?´ angebracht.

Allein gelassen fühlte sich Terim zuletzt allerdings von seinen Bundesliga-´Legionären´, von denen er Halil und Hamit Altintop (Schalke 04), Yildiray Bastürk (Hertha BSC Berlin) sowie Nuri Sahin (Borussia Dortmund) in seinen Kader berufen hat. Der Coach ist sauer, weil ihn weder die in Deutschland spielenden Profis noch die Beobachter des Verbands auf den Berliner Malik Fathi aufmerksam gemacht haben. Anstatt im Trikot der deutschen A-Nationalmannschaft hätte Terim den in Deutschland geborenen Türken lieber in seiner Auswahl gesehen. `Ich werde mit allen Beteiligten reden und sie fragen, warum mir keiner etwas von ihm erzählt hat´, sagte der verärgerte Terim, dem eine Vorliebe für in Deutschland ausgebildete Spieler nachgesagt wird.

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