Die Zweitvertretung des VfL Bochum musste sich trotz einer bärenstarken Leistung im Nachholspiel gegen Titelaspirant SF Lotte mit einem 1:1 (1:0)-Remis begnügen.

VfL II - Lotte 1:1

Funkel sieht überragenden Azaouagh

Krystian Wozniak
23. November 2010, 22:04 Uhr

Die Zweitvertretung des VfL Bochum musste sich trotz einer bärenstarken Leistung im Nachholspiel gegen Titelaspirant SF Lotte mit einem 1:1 (1:0)-Remis begnügen.

Der VfL-Nachwuchs legte vor 250 Zuschauern in der Wattenscheider Lohrheide furios los und hatte bereits nach sieben Zeigerumdrehungen durch einen Freistoß von Kapitän Oliver Zech eine gute Gelegenheit zur Führung. Doch SFL-Schlussmann Bastian Görrissen, der am Ende zum Matchwinner für die Gäste avancierte, fischte den Knicker noch aus der Ecke.

Wenig später hätte Bochums Angreifer Justin Eilers (17.) seine Farben in Front schießen können. Doch der Blondschopf scheiterte mit seinem Schussversuch aus spitzem Winkel nur Zentimeter am Lotter Gehäuse. Normalerweise sind alle guten Dinge drei: doch auch Mimoun Azauoaghs Torversuch - eine Bombe aus 30 Metern - konnte Görrissen abwehren. "Wir können uns an diesem Tag bei Bastian bedanken", bekam der Sportfreunde-Keeper kurz nach Spielschluss Sonderlob von Lottes Kapitän David Czyszczon. Auch wenn der Torwart beim 1:0 (26.) der Bochumer unglücklich aussah. Nach einem feinen Pass von Azaouagh auf Kevin Freiberger eilte Görrissen aus seinem Kasten heraus und wurde von Freiberger umkurvt, der sich die Einschussmöglichkeit nicht nehmen ließ und bei seinem Torabschluss noch Sergej Neubauer überlupfte - 1:0 für den VfL. "Ein wunderschönes Ding", bemerkte VfL-Trainer Nico Michaty.[infobox-right]
VfL Bochum II: Esser - Caspari, Kalina, Acquistapace, Ostrzolek (90. Avci) - Mengert, Zech - Braininger, Azaouagh, Freiberger (86. Pellowski) - Eilers (86. Wassinger).
SF Lotte: Görrissen - Willers, Wiwerink, Czyszczon, Oscislawski -
Neubauer (67. Gorschlüter), Wingerter - Liesenfeld, Arend (67. Erwig), Engelmann (72. Schneider) - Stachnik.
Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover).
Tore: 1:0 Freiberger (26.), 1:1 Erwig (84.).
Gelbe Karte: - Oscislawski.
Zuschauer: 250.
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Bis dahin war nur wenig von den Gästen aus dem Tecklenburger Land zusehen. Tobias Willers (28.) hatte noch mit einem Fernschuss die beste Gelegenheit. Nach dem Seitenwechsel ging es rauf und runter, die Zuschauer bekamen einen offenen Schlagabtausch geboten. "Es gab reihenweise Torchancen auf beiden Seiten. Für die Zuschauer war es ein schönes Spiel. Für die Trainer dagegen eine Katastrophe", bilanzierte Lotte-Trainer Maik Walpurgis, der sich für den Punktgewinn beim Ex-Schalker Christian Erwig bedanken konnte. Erwig, der an einer Bänderdehnung laboriert und nur auf Grund schmerzstillender Mittel auflaufen konnte, markierte per Volleyabnahme das 1:1 für seine Farben.

Die Matchwinner-Rolle war an diesem Abend eigentlich für Azaouagh prädestiniert. Der quirlige Bochumer Techniker trieb seine Elf - unter den Augen von VfL-Proficoach Friedhelm Funkel - immer wieder an und war von den Lottern nicht zuhalten. Er hätte in der 92. Spielminute zum Mann des Abends avancieren müssen. Doch dem Marokkaner versagten beim Eins-gegen-eins-Duell gegen Görrissen die Nerven und letztendlich blieb es bei der Punkteteilung.

"Azaouagh war der überragende Mann auf dem Platz. Er hat eine außergewöhnliche Klasse, die wir nie in den Griff bekommen konnten", war der Gästetrainer von der Vorstellung des Bochumer Mittelfeld-Motors mehr als angetan. Auch von Seiten Michatys bekam der ehemalige Mainzer Sonderlob. "Mimoun ist ein super Spieler. Er hängt sich bei uns immer voll rein. Er zeigt immer wieder, wie wichtig er für diese Mannschaft ist. Schade das er das Ding in der Nachspielzeit vergeben hat, aber das haut weder ihn, noch uns um", konnte Michaty schließlich auch mit der Punkteteilung leben.

Nach dem Abpfiff skandierten 20 lautstarke VfL-Anhänger, die während der Partie sogar eine Rauchbombe gezündet hatten und für ein ungewohntes Bild in der Lohrheide sorgten, lautstark Azaouaghs Namen skandiert. Mit Gesängen forderten die Fans seine Rückkehr in die 'Erste'. Zu diesem Zeitpunkt war Funkel schon auf dem Heimweg. Er hatte das Stadion in der 75. Spielminute verlassen...

Autor: Krystian Wozniak

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