OBERHAUSEN: Nulle will spielen - "Abstiegsfrage stellt sich für mich nicht!"

mk
23. Juni 2003, 09:26 Uhr

Am Sonntag begann an der Landwehr eine neue Zeitrechnung. Trainer Jörn Andersen bat nach dem Einkleiden um 10 Uhr seine Spieler zur ersten Übungseinheit.

Am Sonntag begann an der Landwehr eine neue Zeitrechnung. Trainer Jörn Andersen bittet nach dem Einkleiden um 10 Uhr seine Spieler zur ersten Übungseinheit. Bekannte Gesichter vergangener Jahre wie Daniel Ciuca oder Thorsten Judt sind nicht mehr dabei. Stattdessen wird man sich nun mit Denis Bushuev oder Leandro Vilas Boas Simioni vertraut zu machen haben.
Der große Umbruch - noch sind mehrere Planstellen im künftigen Kader offen. Doch auf einer Position ist alles unter Dach und Fach, wird der Wettbewerb vom ersten Tage an größer, als in den letzten fünf Jahren. RWO-Dauerbrenner Oliver Adler (seit 1995 unter Vertrag) erhielt im Tor einen neuen Kollegen. Und dieser hat andere Ambitionen als zuvor Bozidar Urosevic, Matthias Kleinsteiber oder Emir Hadzidulbic.
Carsten Nulle wurde am 27. Mai als zweiter neuer Spieler nach Lars Kampf verpflichtet. Mit dem SV Waldhof Mannheim stieg der Keeper in der letzten Spielzeit aus der Liga ab. Dort war der 27-Jährige in den letzten 18 Monaten die klare Nummer 1 zwischen den Pfosten. Und genau diesen Status strebt er - spätestens mittelfristig - auch bei Rot-Weiß an. Das RS-Interview.

Carsten Nulle, Sie haben einen Einjahresvertrag unterschrieben. Darin die Option, dass sich die Zusammenarbeit automatisch nach dem 20. Ligaspiel verlängert. Wie kam es zu dieser Vereinbarung?
Ich will im ersten Jahr erstmal sehen, wie es läuft. Ob ich mich hier gleich durchsetze und spielen werde. Es ist natürlich mein Ziel, im besten Fall bereits beim Saisonstart in Bielefeld das Tor zu hüten. Wenn ich bei RWO Stammtorhüter sein sollte und die 20 Spiele mache, ist eine Verlängerung die logische Konsequenz.

Heißt das im Umkehrschluss, dass sie nächstes Jahr wieder den Abflug machen, sollte Oliver Adler seinen Posten erfolgreich verteidigen?
Das muss nicht zwangsläufig so sein. In diesem Fall wäre es eine Frage der Perspektive. Grundsätzlich möchte ich nicht nach einem Jahr wieder wechseln.

Ein paar Worte zu Oliver Adler!
Er hat in den vergangenen Jahren konstant gut gespielt. Darüber gibt es nichts zu diskutieren! Doch im Geschäft - und vor allem auf unserer Position - ist die Konkurrenz eben da. Von meiner Seite werde ich einen fairen und gesunden Wettkampf suchen. Dann entscheidet der Trainer.

Der Abstieg mit Mannheim - wo lagen die Gründe?
Da gab es zwei Faktoren. Zum einen haben die Neuverpflichtungen im letzten Sommer überhaupt nicht gepasst. Die Mannschaft besaß schlicht nicht mehr die Qualität, um in dieser Liga zu bestehen. Später kamen noch ein paar brauchbare Spieler hinzu. Aber da war es schon zu spät. Der andere Grund lag in den permanenten Querelen im Verein und im Umfeld. Da war konzentriertes Arbeiten nahezu unmöglich.

15 Feldspieler stehen bisher bei Rot-Weiß unter Vertrag. Darunter einige unerfahrene und junge Akteure. Da drängt sich fast eine Parallele zur Mannheimer Situation vor Jahresfrist auf.
Mit Sicherheit nicht! Ich sehe die Situation in Oberhausen viel positiver. Hier sind Leute unter Vertrag, die viel Potenzial mitbringen. Etwa Catic oder Rietpietsch. Offensiv scheint der Kader bereits recht gut besetzt zu sein. Wenn es dem Trainer in den kommenden Tagen noch gelingt, die passenden Spieler im Defensivbereich zu finden, können wir den Klassenerhalt in der nächsten Spielzeit sicher früher klarmachen, als es RWO in der letzten Saison gelungen ist. Die Frage Abstieg stellt sich für mich überhaupt nicht!

Werden Sie auch was den Wohnort angeht zu einem echten Oberhausener?
Jawoll! Ich beziehe eine Wohnung im Stadtteil Sterkrade. Ich bin in Mannheim immer fast ´ne Stunde von zu Hause unterwegs gewesen, diese Fahrerei will ich mir künftig ersparen. Meine Frau Andrea und unser Sohn Marvin werden aber noch in Neu-Isenburg bleiben. Wenn es für mich hier gut laufen sollte und sich ein längerer Verbleib abzeichnet, kommen sie später nach.

Autor: mk

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