Eine seiner letzten Amtshandlungen als Vereinschef wie auch Vorsitzender der MSV Duisburg KGaA hat sich Walter Hellmich sicherlich ganz anders vorgestellt.

Auch Werder kommt

Hellmich trauert mit den Opfern

29. Juli 2010, 15:38 Uhr

Eine seiner letzten Amtshandlungen als Vereinschef wie auch Vorsitzender der MSV Duisburg KGaA hat sich Walter Hellmich sicherlich ganz anders vorgestellt.

Anstatt seinen Abgang in Ruhe vorzubereiten, ist tiefe Trauer angesagt. „Meiner Familie und mir geht es wie vielen angesichts der Katastrophe bei der Loveparade nicht gut“, macht das Duisburger Urgestein aus seiner Gefühlswelt keinen Hehl. „Auch mit ein paar Tagen Abstand ist dieses Drama einfach unbegreiflich.“ Hellmich kann angesichts der nunmehr 21 Toten und mehr als 500 Verletzten im Schatten der „Schauinsland-Reisen“-Arena nur ungläubig mit dem Kopf schütteln: „Das ist die schlimmste Geschichte, die ich je erlebt habe. Das wird Duisburg noch einige Jahre bedrücken.

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Um Solidarität mit den Opfern zu bekunden, hat Hellmich beim Test gegen Bochum im Stadion keine Musik erlaubt. Außerdem hat der Geldgeber seine Kontakte spielen lassen und den FC Schalke zu seinem Benefizspiel nach Duisburg geholt. „Das war eine spontane Idee von mir ich und ich bedanke mich bei Felix Magath, dass er sich sofort solidarisch erklärt hat.“ Spontan hat sich auch Werder Bremen gemeldet. Weil die Hanseaten mit der Targo-Bank einen Hauptsponsor aus Duisburg haben, wird auch die Elf von Thomas Schaaf kommen. Der genaue Termin für das Kurzturnier wird in den kommenden Tagen bekannt gegeben, wahrscheinlich wird das Match aber während der Länderspielpause im September über die Bühne gehen.

Der MSV, der sich am Freitag auf den Weg ins Trainingslager nach Österreich macht, wird dennoch am Samstag bei der zentralen Trauerfeier um 11 Uhr in der Salvatorkirche vertreten sein. „Ich bin zwar beruflich im Ausland, aber wir werden selbstverständlich vertreten sein“, berichtet Hellmich. Der ökomenische Gottesdienst, an dem Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Christian Wulff teilnehmen werden, wird auch auf Großbildleinwänden am Burgplatz und im Innenhafen übertragen.

Derweil zeigt sich Hellmich mit Blick auf die Schuldigen für die Katastrophe zurückhaltend: „Man sollte nie Vorverurteilungen treffen. Die Schuldigen müssen sich verantworten, aber bis diese Tragödie nicht aufgeklärt ist, halte ich mich zurück. Für die Stadt, die ja ohnehin ein Imageproblem hat, ist es jedenfalls ein erneuter Tiefschlag.“

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