Mit einem Verlust von 3,9 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Borussia Dortmund seinen Sanierungsplan abgeschlossen.

Watzke erklärt BVB-Sanierung für abgeschlossen

pst
28. November 2006, 17:23 Uhr

Mit einem Verlust von 3,9 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Borussia Dortmund seinen Sanierungsplan abgeschlossen.

Langsam aber sicher geht Borussia Dortmund zumindest wirtschaftlich wieder auf eine rosigere Zukunft zu: Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke verkündete den Aktionären in der Westfalenhalle 2 den Abschluss der Sanierung mit einen Verlust im abgelaufenen Geschäftsjahr per Stichtag 30. Juni von lediglich 3,9 Millionen Euro (Vorjahr minus 78,7 Millionen) und stellte für das kommende Jahr ein Plus von 9 bis 10 Millionen Euro in Aussicht.

Die Wende konnte der BVB rund 20 Monate nach dem drohenden finanziellen Kollaps primär durch den Rückkauf der Stadionanteile, die Umstuktuierung der Gesamtschulden und den Abschluss lukrativer Sponsorenverträge einleiten. "Wir haben einige deutliche Schritte vollzogen und schreiben seit dem 1. Juli sogar wieder schwarze Zahlen", erklärte Watzke der im Vergleich zu den Vorjahren entspannten Aktionärsversammlung.

Zudem habe man wieder in die Mannschaft investieren können. "Doch Abenteuer, die in ein finanzielles Desaster führen könnten, werden nicht mehr stattfinden", erklärte Watzke, der viel Lob für seine Sanierungsarbeit erhielt und gemeinsam mit Thomas Treß von den Aktionären mit 99,99 Prozent entlastet wurde.

Watzke nimmt Trainer und Profis in die Pflicht

Gleichzeitig nahm Watzke mit deutlichen Worten Trainer und Mannschaft, die zwischen zwei Trainingseinheiten der Versammlung beiwohnten und mit Beifall begrüßt wurden, in die Pflicht. "Wir haben in den vergangenen Monaten viel Geduld gezeigt. Doch nun sind Mannschaft und sportliche Leitung in der Pflicht. Am Samstag im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg müssen drei Punkte her", appellierte Watzke mit Blick auf die Heimbilanz mit nur einem Sieg in acht Spielen. Immerhin habe die zu Saisonbeginn verstärkte Mannschaft das Potenzial für einen UEFA-Cup-Platz.

Der Sprung ins internationale Geschäft soll helfen, die Entschuldung in der kommenden Saison zu forcieren. Das Erreichen der Gruppenphase würde laut Geschäftsbericht zusätzlich mindestens rund 5 Millionen Euro in die Kasse spülen, ein Sprung in die Champions League mindestens zehn Millionen. Zudem würde es die Stimmung unter den Aktionären und Fans weiterhin verbessern. Eine Dividende dürfen die Besitzer eines BVB-Wertpapiers dennoch vorerst nicht erwarten.

Die BVB-Aktie war beim Börsengang im Oktober 2000 mit einem Kurs von 11 Euro gestartet, derzeit wird das Papier mit rund 2,20 Euro gehandelt. Im Sommer notierte die Aktie mit einem Wert von 2,62 Euro ein Jahreshoch. Der bisher niedrigste Kurs wurde Anfang 2005 mit 1,85 Euro beim Tiefpunkt der Finanzkrise registriert.

Autor: pst

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