3. Liga

0:0 in München! KFC Uerdingen verpasst Sieg in Überzahl

Fabian Kleintges-Topoll
21. November 2020, 15:54 Uhr
Hidde Jurjus hielt seinen Kasten gegen den TSV 1860 München sauber. Foto: firo

Hidde Jurjus hielt seinen Kasten gegen den TSV 1860 München sauber. Foto: firo

Obwohl der KFC Uerdingen beim TSV 1860 München für die letzten 20 Minuten in Überzahl agierte, erreichten die Krefelder nicht mehr als ein torloses Remis. Die Analyse.

Ausgangslage: Es war das Duell des Tabellenzweiten gegen den Neunten. Allerdings lagen in der Tabelle nur drei Punkte zwischen beiden Teams. Die Gäste wollten den Schwung aus dem Sieg gegen Unterhaching mitnehmen. In den vergangenen vier Spielen kassierte die Mannschaft von Stefan Krämer nur zwei Gegentore – Ligabestwert. Für den KFC ging es gegen die stärkste Offensive der 3. Liga. Die Münchener Löwen kassierten allerdings am letzten Spieltag eine 1:2-Pleite bei Dynamo Dresden.

Rückkehr: Nach unzähligen Verletzungen meldete sich Adriano Grimaldi vor einer Woche prompt mit einem Tor zurück. In der Vorsaison erzielte der 29-jährige Angreifer nur einen Saisontreffer – damals ausgerechnet gegen den TSV. Bei seinem alten Arbeitgeber kam Grimaldi Mitte der zweiten Halbzeit von der Bank. Auch für Kolja Pusch war das Match gegen die Löwen durchaus besonders. Uerdingens Mittelfeldakteur schaffte 2017 in der Zweitligarelegation mit dem SSV Jahn Regensburg den Aufstieg in der Allianz-Arena.

Kirchhoff-Comeback:
Innenverteidiger Jan Kirchhoff stand für den KFC zuletzt am 30. Mai auf dem Platz. Es war die erste Partie nach dem Re-Start – Uerdingen gewann zu Beginn der zweiten Amtszeit von Krämer mit 2:1 in Mannheim. Der Ex-Schalker zog sich jedoch einen Muskelbündelriss zu und war ein halbes Jahr außer Gefecht. Nach der Reha arbeitete der ehemalige Kapitän lange auf sein Comeback hin, trainierte die letzten 14 voll mit und gehörte direkt zur ersten Elf. Fridolin Wagner musste am Samstag wegen einer Muskelverhärtung passen. Es war die einzige Änderung. Gino Fechner rutschte aus dem Abwehrzentrum wieder auf die Achterposition vor.

Analyse: In einer absolut ereignisarmen ersten Hälfte neutralisierten sich die Kontrahenten über weite Strecken. Die gefährlichste Szene ereignete sich nach sechs Minuten, als Muhammed Kiprit einen schnittigen Freistoß von Pusch nur knapp verpasste. Ansonsten plätscherte das Geschehen nur vor sich hin. Torraumszenen waren Mangelware. So ging es torlos in die Kabinen. Uerdingen konzentrierte sich fast ausschließlich darauf, hinten sicher zu stehen und zeigte auf dem Weg nach vorne nur wenig Gefahr. 


Die Sechziger hatten nach Wiederbeginn mehr Kontrolle, wirkten aber auch zu ideenlos, um das Bollwerk der Krefelder zu knacken. Ab Minute 69 war der KFC dann plötzlich in Überzahl. Der bereits verwarnte Erik Tallig kam gegen Patrick Göbel einen Schritt zu spät und wurde frühzeitig zum Duschen geschickt. Kurz zuvor scheiterte Kiprit im Eins-gegen-Eins kläglich an 1860-Keeper Marco Hiller. Die Hausherren zogen sich mit einem Mann weniger weiter zurück, großartige Chancen ließen beide Teams nicht mehr zu.

Ausblick:
Nach einem mauen Fußballnachmittag an der Grünwalder Straße musste der KFC Uerdingen am Ende mit der torlosen Punkteteilung leben. Immerhin bleiben die Krefelder dadurch auf Schlagdistanz zum oberen Drittel. Zu Beginn der Englischen Woche kommt der Hallesche FC am Dienstagabend in die Merkur Spiel-Arena. Drei Tage später trifft die Krämer-Elf auf den SC Verl. Die nächsten beiden Heimspiele werden für die Blau-Roten durchaus richtungsweisend.

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21.11.2020 - 20:28 - magic75

Sehe ich anders, das ailton: "zu wenig" ja, "nix" nein!

Viele gute Ansätze, die leider ins Leere liefen. Größte Chancen, die ich erinnere: Erste HZ gute Flanke von links, leider in den Rücken des Stürmers (ich glaube, Kiprit war's). Zweite HZ Kiprit im 1:1 gegen Hiller, Pusch mit einem satten Schuss (habe es bei Magenta geschaut - dem (m. M. relativ schwachen) Moderator ging ja regelrecht einer ab, was das für ein "Strahl" gewesen sei). Sie müssen ja nicht 25 Chancen haben - 60 hatte auch nur zwei, drei. Also ein paar mehr vielleicht wären gut, und dann müssen ein, zwei Möglichkeiten halt mal sitzen. Mehr braucht es an sich nicht - aber umgekehrt darfst Du auch nix kassieren, dann ist schon schlecht ...

Darum finde ich es gut, dass sie jetzt aus einer sehr soliden Abwehr heraus kommen. Rechne das 0:4 gegen Wehen raus, dann ist es die beste Abwehr der Liga. Rechne die depperte Niederlage gegen Lübeck raus, dann wären wir schon ganz oben dabei. Aber es egalisiert sich natürlich auch alles, gegen Saarbrücken z. B. der Sieg war so spät wiederum sehr glücklich. Darum ist die Bilanz bisher doch okay - so kann es weitergehen.

Es ist m. M. auch nicht so, dass sie nicht wollen. Man hat gesehen, dass sie wollten, aber die zündende Idee fehlte, zum Abschlussmoment zu kommen. Das jetzt gezielt nachbessern, dann wird das was! Und etwas weniger aggro als die letzten zwei Spielzeiten, wo wir die Kartentabellen angeführt und gefühlt ständig in Unterzahl geraten sind, ist mir auch nicht unlieb, ehrlich gesagt. Gebt alledem jetzt mal ein bisschen Zeit! Wo soll es denn herkommen, wenn es nicht "wachsen" darf? Ich sehe da überhaupt keinen Vergleich zu einigen lustlosen Auftritten vergangener Jahre. Das ist was ganz anderes und halt neues jetzt - so neu, dass es nicht gleich bei 100 % sein kann.

21.11.2020 - 19:15 - das ailton

@magic75
ja defensiv voll in Ordnung aber mehr halt nicht.
gras fressen kämpfen und lunge aus dem Körper rennen verlange ich immer.
unabhängig ob man gewinnt oder verliert.
offensiv wieder gar nix oder???
Torhüter wechsel hat sicher was gebracht.
aber ich seh nicht den unbändigen Willen gegen 10 zu gewinnen.

21.11.2020 - 18:05 - magic75

Sehr gut übrigens der Torhüterwechsel. Jurjus strahlt mehr Sicherheit aus, ist ein mehr spielender Keeper und bringt auch mal die eine oder andere offensive Spieleinleitung zustande.

21.11.2020 - 17:29 - magic75

Keine Ahnung, was Ihr manchmal seht. Fands defensiv prima, sehr engagiert und ja, weiterhin zu wenig nach vorne. Aber es gab auch Chancen (v. a. Kiprit, der im 1:1 gegen den Keeper scheitert) - wie so oft in dieser Liga aber nicht viele. 1860 mit viel Ballbesitz, aber der KFC hat sie nahezu komplett neutralisiert. Immerhin hatten die jüngst z. B. 6:1 gegen Halle gewonnen und sind ganz oben mit dabei, da stand anderes zu fürchten. Es ist weiterhin eine positive Gesamtentwicklung erkennbar, und auf solchen Leistungen kann man echt aufbauen. Wenn natürlich die Erwartungshaltung die ist, dass man immer dominiert und haushoch gewinnt, wird man nur selten zufrieden sein. Das sollte man in den vergangenen Jahren über diese Liga aber gelernt und solche Erwartungen abgelegt haben.

21.11.2020 - 16:32 - firlefanz1905

Spiel war langweilig

21.11.2020 - 16:10 - das ailton

spieler waren schwach wie eine Flasche leer