14.06.2018

S04

Juves Höwedes geht "erstmal zu Schalke zurück"

Foto: firo

Benedikt Höwedes ist am 1. Juli zurück auf Schalke – seine Perspektive bei den Königsblauen sieht aber wenig vielversprechend aus.

Auf dem Instagram-Profil von Benedikt Höwedes sind die Fan-Wünsche eindeutig. „Du bist Schalker, du hast Schalke schon immer gelebt und auch du weißt: Deine Heimat ist hier, wir brauchen dich.“ Ein anderer Nutzer schiebt mit einem Augenzwinkern Richtung Pott-Rivale Borussia Dortmund nach: „Komm in die Heimat zurück! Wir wollen mit dir gemeinsam die komischen Gelben besiegen.“

Am 1. Juli, wenn Schalkes Trainer Domenico Tedesco zum obligatorischen Fitness-Test bittet, soll auch Benedikt Höwedes absprachegemäß und keineswegs überraschend wieder bei den Königsblauen dabei sein. Das Leihgeschäft mit Juventus Turin gilt vertragsgemäß bis zum 30. Juni. Der Vertrag des Abwehrspielers läuft beim deutschen Vizemeister noch bis Sommer 2020.

Für Höwedes wäre es eine hürdenreiche Rückkehr

Dass Höwedes auf Schalke noch einmal eine wichtige Rolle einnehmen wird, ist kaum anzunehmen. Ohne das Klub-Urgestein wurde Schalke mit veränderter, laufintensiverer Spielweise Tabellenzweiter und qualifizierte sich für die Champions League. An Abwehr-Eckpfeilern wie Naldo oder Matija Nastasic führt in der Form des Vorjahres kein Weg vorbei. Zudem haben die Königsblauen mit dem senegalesischen WM-Teilnehmer Salif Sané (Hannover) einen weiteren Profi mit großen Stammplatz-Ambitionen dazu geholt. Für den einstigen S04-Leader Höwedes, der kaum Spielpraxis vorzuweisen hat (magere 248 Liga-Minuten im Juventus-Trikot), wäre es eine hürdenreiche Rückkehr.

Unter Trainer Tedesco, der dem langjährigen Stammspieler keinen Sonderstatus einräumen und keine Spielgarantie ausstellen wollte, sah Höwedes im letzten Jahr keine ausreichende Perspektive. Von sich aus forcierte er den Wechsel zu Juventus Turin, um durch möglichst viel Spielpraxis doch noch auf den WM-Zug aufzuspringen. Im Nachhinein ging das Vorhaben nicht auf.

Höwedes sagte am Rande des Tennis-Mercedes-Cups in Stuttgart gegenüber sky: „Aktuell geht es mir gut. Ich habe tatsächlich eine relativ lange Verletzungspause hinter mir gehabt, die mich auch daran gehindert hat, mehr Spiele zu machen und ein bisschen mehr Fuß zu fassen bei Juventus. Das war ein bisschen schade. Dadurch habe ich natürlich auch die WM verpasst, die ich mir vor der Saison ja defintiv vorgenommen hatte.“ Der 30-Jährige bilanziert: „Aber man kann die Dinge nicht ändern und man muss die Sache nehmen wie sie ist. Das tue ich auch, dafür bin ich heute bei sonnigem Wetter in Stuttgart dabei.“

Natürlich bin ich ein bisschen wehmütig
Benedikt Höwedes

Höwedes, der vor vier Jahren die WM-Trophäe mit Deutschland holte, gibt zu: „Natürlich bin ich ein bisschen wehmütig. Ich habe die letzten drei Turniere auch alle mitgemacht mit der Nationalmannschaft und hatte auch das große Glück, alle Spiele zu machen bei der Weltmeisterschaft und hatte natürlich nochmal den Traum, in diesem Jahr bei der WM dabei zu sein. Es hat einfach nicht sein sollen mit den ganzen Verletzungen.“

Anstatt hautnah beim Großereignis dabei zu sein, bleibt Höwedes diesmal nur der Fernseher. „Dieses Jahr wird es tatsächlich etwas anders. Dieses Mal bleibt mir nur die Zuschauerrolle. Aber das ist mit Sicherheit irgendwie auch interessant und auf eine andere Art und Weise nett. Ich werde die Spiele mit meinen Jungs zuhause verfolgen und Deutschland die Daumen drücken, so dass wir den Titel auch verteidigen können.“ Die Chancen, dass Manuel Neuer & Co. Beim Turnier in Russland den fünften Stern holen, sind laut Höwedes gut.

Letzten Endes geht Deutschland als klarer Favorit in das Turnier. Wir haben einen breiten Kader, der über so viel Klasse verfügt, dass wir definitiv mithalten können mit allen Nationen. Man muss natürlich immer Spanien, Frankreich, Brasilien, also die üblichen Verdächtigen, auf dem Zettel haben. Aber das Wort Deutschland steht ganz oben auf dem Zettel. Die Stimmung ist gut. Ich glaube, alle freuen sich, dass es endlich los geht. Deutschland war immer eine Turniermannschaft. Das wird sie auch in diesem Jahr sein. Da bin ich mir ziemlich sicher.“

Autor: Thomas Tartemann

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