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Herkenrath bereitet sich auf RWE-Ansturm vor

Foto: Thorsten Tillmann

Der TV Herkenrath steht vor dem größten Pflichtspiel seiner Vereinsgeschichte. Die Bergisch Gladbacher erwarten am Sonntag (14 Uhr) Rot-Weiss Essen - inklusive 2000 RWE-Fans.

"Wir sind auf den Ansturm aus Essen sehr gut vorbereitet. Es werden 60 Ordner für Ordnung sorgen und die Polizei ist auch informiert. Das sind alles Beamte, die sich in der Szene auskennen und auch bei den Heimspielen des 1. FC Köln vor Ort sind. Vor nicht allzu langer Zeit haben wir in der Belkaw-Arena ein Testspiel gegen den 1. FC Köln reibungslos über die Bühne gebracht und das werden wir auch gegen Essen hinbekommen", erzählt Walter Convents, Herkenraths Pressesprecher, gegenüber RevierSport.

Vor sechs Jahren erlebte RWE in Bergisch Gladbach sein blaues Wunder

Die Heimspiele des TV Herkenrath - dessen eigenes Stadion die Regionalliga-Anforderungen nicht erfüllt - finden nämlich in der Belkaw-Arena, der eigentlichen Heimat des SSV Bergisch Gladbach 09, statt. An dieses Stadion werden sich einige Essener mit Sicherheit nur ungern erinnern. Das letzte Gastspiel der Rot-Weissen in Bergisch Gladbach liegt fast sechs Jahre zurück. 1887 Zuschauer sahen am 16. September 2012 einen 2:1-Heimerfolg des damaligen Regionalligisten SV 09 Bergisch Gladbach.

RWE-Fans machen Auswärtspartien zu Heimspielen

Doch nun ist die Situation eine andere. RWE ist Tabellenführer in der Regionalliga West und im Umfeld herrscht eine große Euphorie. Mit rund 1000 Fans im Rücken startete Rot-Weiss die Saison in Rödinghausen (1:2). Es folgten 11.000 Zuschauer gegen Wuppertal (5:1), 2000 Essener in Siegen gegen Kaan-Marienborn (4:1) und 8000 Besucher an der Hafenstraße gegen den 1. FC Köln II (2:0). Nun wollen rund 2000 RWE-Fans die Mannschaft von Karsten Neitzel in Bergisch Gladbach unterstützen. "Wir rechnen mit 2500 bis 3000 Zuschauern. Es gab 1900 Karten-Bestellungen aus Essen. Von mir aus können noch mehr Essener kommen. Wir haben in der Belkaw-Arena Platz für 4950 Zuschauer", sagt Convents.

Sportlich gesehen, ist der TV Herkenrath mit fünf Punkten aus vier Spielen stark gestartet. Da kommt es nicht überraschend, dass Convents seiner Mannschaft auch gegen RWE einen Sieg zutraut. Convents: "Die Mannschaft brennt auf dieses Spiel, ist gut in Form und will diese auch gegen den Spitzenreiter bestätigen."

Sechs Aufstiege in neun Jahren

Der TV Herkenrath ist ein ganz besonderer Verein. Mit einer sportlichen Geschichte wie in einem Märchen. 2009, der Tiefpunkt der Fußballabteilung. Damals stieg der TV Herkenrath in die Kreisliga C ab, trat in der untersten Spielklasse an. Es folgten eine Umstrukturierung in der Ausrichtung der Mannschaft und eine phönixhafte Wiederauferstehung. 2011 stieg man in die Kreisliga B auf. Nur der Anfang. Bis 2015 stieg der TV fünfmal in Folge auf, spielte sich so bis in die Mittelrheinliga. Dort scheiterte das Team in der Saison 2016/17 erst am letzten Spieltag mit dem Aufstieg in die Regionalliga, und musste diesen um ein Jahr verschieben.

Es ist eine Geschichte, die einen unweigerlich an andere plötzlich erfolgreiche Vereine wie den KFC Uerdingen, die TSG Hoffenheim oder RB Leipzig denken lässt. Bei all diesen Vereinen steht ein Mäzen im Hintergrund. In Verbindung mit dem TV Herkenrath fällt immer wieder der Name Manfred Faber. Faber, gebürtiger Herkenrather und Inhaber einer Steuerberatungsgesellschaft, leitete lange als Vorsitzender die Geschicke der Fußballabteilung und unterstützte diese finanziell. Als Vorsitzender trat er vergangenes Jahr zurück, blieb dem Verein als beratendes Mitglied aber erhalten.

Keine Angst vor einem Desaster

Nun geht es also in die Regionalliga. Trotz der finanziellen Mittel wird der Verein mit einem kleineren Etat als die meisten anderen Konkurrenten in die Saison gehen. Das Ziel ist der Klassenerhalt. "Das werden wir schaffen. Wir werden noch viele Mannschaften überraschen", versprach Chris Burhenne, Herkenraths niederländischer Trainer, bereits vor der Saison im Gespräch mit dieser Redaktion. Nach vier Spieltagen muss man sagen: Burhenne und seine Schützlinge haben den Worten Taten folgen lassen.

Autor: Krystian Wozniak

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