05.11.2018

OL W

Siegen sucht nach Erklärung für Haltern-Debakel

Foto: Thorsten Tillmann

Mit 0:7 (0:4) wurden die Sportfreunde Siegen in der Oberliga Westfalen vom TuS Haltern zurück ins Siegerland geschickt. Im Anschluss suchte Trainer Dominik Dapprich nach Erklärungen. Auch der Gegner half bei der Ursachenforschung.

Es waren nicht wenige Siegener Fans, die sich das Debakel gar nicht mehr bis zum Ende ansehen wollten. Bevor Halterns Joker Luca Steinfeldt den Sportfreunden kurz vor dem Schlusspfiff den siebten und letzten Gegentreffer einschenkte, hatte ein Großteil der mitgereisten SF-Anhängerschaft das Gelände der Halterner Stauseekampfbahn bereits verlassen. Vier Gegentreffer zur Halbzeit, in der zweiten Hälfte das halbe Dutzend kassiert – das war ihnen dann doch zu viel des Guten.

Angesichts der herben Pleite waren auf offizieller Seite ebenfalls viele betretene Gesichter zu sehen. Eins davon gehörte zu Siegens Cheftrainer Dominik Dapprich. Mit finsterem Blick nahm der 29-Jährige auf der Pressekonferenz  seinen Platz ein. Als er das Mikrofon in die Hand nahm, ließ er sich dann aber immerhin zu einem kleinen Lächeln hinreißen: „Ich hätte vielleicht besser die Pressekonferenz von Magnus Niemöller in Sprockhövel angeschaut – dann wüsste ich, was ich jetzt sagen soll“, witzelte Dappprich in Anlehnung an Halterns 0:5-Pleite, die sich der TuS bei der TSG Sprockhövel einhandelte.

Verletzungspech und Pokalfight kosten Kraft


In seiner anschließenden Analyse suchte der SF-Trainer nach Gründen für das Ausmaß der herben Pleite in der Seestadt. Ein Grund fiel ihm dabei schnell ein: Siegen kämpft derzeit mit großem Verletzungspech. „Es hatte sich die Woche über schon angedeutet. Wir haben unglaublich viele Verletzte – ich glaube sechs oder sieben Stammspieler, die uns einfach fehlen“, bedauerte Dapprich. „Die letzten Wochen haben wir auf dem Zahnfleisch bestritten. Gegen Haltern hat man dann gesehen, dass sowas in die Hose gehen kann.“

Halterns Cheftrainer Magnus Niemöller sprach im Anschluss einen weiteren Aspekt an, hatte die Elf seines Siegener Kollegen unter der Woche ja auch schon einige Körner in der ungemütlichen Pokalbegegnung gegen den Bezirksligisten SG Hickengrund lassen müssen. „Was hier keiner weiß, das hätte er gerne noch sagen können: Siegen hatte unter der Woche ein Pokalspiel, wo sie richtig ackern mussten. Sie hatten eine englische Woche. Auf diesem Niveau ist es dann einfach auch mal möglich, dass du am Wochenende nicht so funktionierst“, fügte der TuS-Trainer Dapprichs Worten noch hinzu.

Autor: Anika Haus

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