Der FC Bayern München ist im deutschen Fußball seit nunmehr fast einem Jahrzehnt das Maß aller Dinge, gewann zuletzt sein zweites Double in Folge. Im Sport1-Interview ließ FCB-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge nun jedoch mit einer interessanten These aufhorchen. 

Bundesliga

Rummenigge: So hätte Schalke 04 Meister werden können

Tizian Canizales
05. Juli 2020, 09:43 Uhr
Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef des FC Bayern München. Foto: dpa

Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef des FC Bayern München. Foto: dpa

Der FC Bayern München ist im deutschen Fußball seit nunmehr fast einem Jahrzehnt das Maß aller Dinge, gewann zuletzt sein zweites Double in Folge. Im Sport1-Interview ließ FCB-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge nun jedoch mit einer interessanten These aufhorchen. 

Der 64-Jährige sah in den vergangenen Jahren nämlich ausgerechnet im aktuell so gebeutelten FC Schalke 04 einen Kandidaten, der die Dominanz des FC Bayern München im deutschen Fußball hätte beenden können. Der hatte in dieser Saison seinen achten Meistertitel in Serie gefeiert, gewann zudem zum zweiten Mal hintereinander den DFB-Pokal und damit das Double. 


Jüngst wurde außerdem bekannt, dass die Bayern den Ex-Schalker Leroy Sané für rund 50 Millionen Euro von Manchester City verpflichtet haben. Der 24-Jährige verbrachte seine Jugend bei den Knappen und reifte dort zum Profi, ehe er im Jahr 2016 nach England wechselte. Sané ist damit einer der prominentesten Spieler, die Schalke trotz ihrer teils langjährigen Vereinszugehörigkeit nicht für höhere Ziele in Gelsenkirchen gewinnen konnte.

Rummenigge lobt die Knappenschmiede

Für Rummenigge liegt genau dort eines der Schalker Kernprobleme der Vorjahre. "Der FC Schalke hätte in der Zwischenzeit wahrscheinlich Deutscher Meister werden können, wenn sie diese und viele weitere Spieler, die sie in ihrer Nachwuchsabteilung erstklassig ausgebildet haben, hätten halten können. Der Fundus ihrer Nachwuchsarbeit ist einer der besten in ganz Deutschland", adelte Bayern Münchens Vorstandsboss. 


Stattdessen entschieden sich Spieler wie der gebürtige Gelsenkirchener Manuel Neuer für einen Wechsel zur Konkurrenz, in diesem Fall zu den Bayern. Dort reifte er zu einem Torwart mit internationalem Ruf. Allein Schalke stand mit leeren Händen da. 

Im Fall Leroy Sané kassieren die Königsblauen nun aber immerhin einen Teil der Ablösesumme mit. Bei einem Marktwert von rund 80 Millionen Euro liegen die kolportierten 50 Millionen Euro Ablöse allerdings deutlich unter dem, was sich die Schalker erhofft haben dürften. "Vor einem Jahr hatten die Transfersummen eben noch eine andere Dimension, aber in diesem Jahr scheinen sich die Preise auf eine rationalere Größenordnung einzupendeln", sagte Rummenigge mit Blick auf das Transferschnäppchen. 

Schalke 04 "wichtig für die Bundesliga"

Rummenigge sieht für Schalke nun vielmehr die Chance, sich als Verein neu aufzustellen. Ex-Vorstand Clemens Tönnies hat mit seinem Rücktritt den Weg für neue Strukturen freigemacht, die eingeführte Gehaltsobergrenze von 2,5 Millionen Euro im Jahr soll Schalke zu vernünftigerem Wirtschaften verhelfen.

"(Ich drücke) Schalke 04 nun beide Daumen, dass sie mit einem neuen Konzept, neuem Spirit und der nötigen Geduld zurück zu alter Stärke finden. Schalke ist einer der traditionsreichsten Vereine in Deutschland und ein wichtiger Klub für die Bundesliga", sagte Rummenigge mit Blick auf den Umbruch in Gelsenkirchen. 

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05.07.2020 - 19:27 - Gemare

Was hätte Schalke denn machen sollen um die Spieler zu halten? Es geht um das Grosse Geld,und da kann Schalke ,so wie viele andere Vereine auch,nicht mehr mithalten,Rummenige sollte sich mal Gedanken machen ob die Politik der Bayern die Liga auf Dauer nicht unatttraktiv macht!!! Dortmund ist nur noch Ausbildungsverein,und der Rest spielt um Europa oder Abstieg.Seit Jahrzehnten räubertBayern bei den anderen Vereinen,und haut dann schlaue Sprüche raus !!

05.07.2020 - 14:40 - easybyter

Es ist falsch, dass Schalke bei Neuer mit leeren Händen da stand. Heldt hat einen guten Vertrag ausgehandelt und neben der guten Ablösesumme noch Erfolgsprämien kassiert. Wenn alle Talente aus der Knappenschmiede so viel für Schalke getan hätten und so viel Geld gebracht hätten wie Neuer, wäre Schalke wirtschaftlich saniert. Was hätte z.B. ein Goretzka bringen können, wenn er noch ein Jahr auf Schalke gebleiben wäre, dort CL gespielt hätte und dann für eine gute Summe den Verein gewechselt hätte. Aber so hat er sich wahrscheinlich ein gutes Handgeld eingesteckt. Es haben zu viele Talente den Verein ablösefrei verlassen, darauf müssen die Verantwortlichen in Zukunft ihr Augenmerk legen. Die Aussage Rummenigges klingt gerade nach den ablösefreien Verpflichtungen von Goretzka und Nübel etwas heuchlerisch.

05.07.2020 - 14:02 - Schalker1965

Hätte, hätte, Fahrradkette ...

Natürlich wäre Schalke die Fußballmacht in Deutschland. Aber leider - und das weiss dieser Heuchler Rummenigge nur zu genau - konnte Schalke insbesondere aufgrund des Stadionbaus nicht mit den wirtschaftlichen Möglichkeiten anderer Vereine wie Bayern, ManCity, Liverpool oder Arsenal mithalten. Insbesondere haben sich die Bayern immer wieder u.a. bei Schalke bedient, auch um die Konkurrenz klein zu halten.

05.07.2020 - 12:22 - Bayerischschalke

Echt, 6-facher Vater? Respekt, da war er ja recht sportlich unterwegs.
In der Sache hat er aber wohl Recht. Das war zu der Zeit schon eine gute, hoffnungsvolle Mannschaft. Und noch gar nicht so lange her.

05.07.2020 - 12:15 - Linksaussen

Na das sind ja oberschlaue Erkenntnisse. Hätte, wenn, aber...
Das heisst doch im Umkehrschluss nur: Schalke ist zu blöd.
Klar, das ist die Bayern-Lesart. In diesem System aber muss man nicht so tun, als ob die Kleinen daran Schuld sind, dass die Grpßen die Spielregeln bestimmen und die größten Talente für sich reservieren. Besonders darin ist Bayern meisterlich: den Konkurrenten immer da treffen, wo es die größten Lücken reisst.
Siehe Neuer, Lewandowski etc. Und mit der Marktmacht des FCB wird das auch in den nächsten Jahren so bleiben.
Die größten Fische werden sich immer die besten Happen schnappen Ohne Wenn und Aber. Es bleibt, wie es ist in der Bundesliga. Nicht weil Schalke zu blöd ist, weil alle anderen Vereine außer Bayern zu blöd sind. Weil Bayern auch weiterhin nicht zulassen wird, das die besten Fische nicht in Ihrem Teich schwimmen.
Darum: Vergesst den FCB. Ich kenne keinen langweiligeren Verein. Vergesst die Labertasche, den Märchenerzähler Rummenigge.

05.07.2020 - 10:30 - S04Charly

Rummenigge wird schon Angst und Bange das schalke auf längere Zeit nicht mehr mit der Geduld und Akribie die Stars für die größten Vereine ausbilden kann... auch auf schalke haben sich im Training viele viele gute Fußballer gepusht und die jungen konnten ohne Druck besser werde... hier und da ein paar Spiele auf internationaler Bühne und Zacken waren die Stars von morgen dumme weg.... da haben die verantwortlichen gnadenlos versagt.....
Die Quelle versiegt mit und mit...
Glück auf

05.07.2020 - 09:57 - Pevenage

Zu Rummenigge fällt mir nur ein, dass er 6-facher Vater, mehrfacher Opa und in unbekannter Zahl Uropa ist

Und so sieht er auf dem Bild auch aus.