KFC-Klage: Das sagen Rüter und Reichwein

27.11.2018

Uerdingen

KFC-Klage: Das sagen Rüter und Reichwein

Foto: Fabian Kleintges-Topoll

Die Gerichtsverhandlung vor dem Krefelder Arbeitsgericht mit den ehemaligen KFC-Spielern Marcel Reichwein und Florian Rüter erhitzt die Gemüter. Der Gütetermin am Dienstagmorgen versprach viel Emotionalität auf Seiten der Kläger.

Schaut man auf das Trainergeschäft in der Bundesliga, dann stellt man fest, dass Fortzahlungen von Gehältern bis zur Vertragsauflösung in der Regel nichts Ungewöhnliches sind. Im Fall der beiden ausgebooteten Ex-Profis des Drittligisten KFC Uerdingen jedoch steht die Zahlung einiger Monatsgehälter weiter aus – und das trotz gültiger Vertragslaufzeit bis Juni 2019.

Die Ehefrau von Marcel Reichwein hatte während der Verhandlung mit den Tränen zu kämpfen: „Mir steht es bis hier“, äußerte sie ihre Wut über den ehemaligen Arbeitgeber ihres Mannes. Dem 32-Jährigen wird von den KFC-Verantwortlichen um Frank Strüver aus der Geschäftsführung vorgeworfen, das Mannschaftsklima des Drittligisten in Form von ausgeplauderten Interna über Gehälter gegenüber den Mitspielern gefährdet zu haben.

Auch Michael Wiesinger klagt gegen seinen Ex-Klub

„Ich habe seit Anfang August gar nicht mehr mit der Mannschaft trainiert. Wie soll ich die Jungs da beeinflusst haben“, wies der ehemalige Zweitligaspieler die Vorwürfe vor Gericht von sich. Sein Mitkläger Florian Rüter, der im Gegensatz zu Reichwein in der laufenden Saison noch zwei Einsätze im RS-Niederrheinpokal verbuchen konnte, äußerte sich ähnlich. „Ich habe Familie und würde meine berufliche Zukunft nie gefährden. Ich habe niemals solche Aussagen getroffen. Das ist nicht wahr!“ Beide sollen seit ihrer Kündigung auch nicht mehr in Kontakt zu KFC-Trainer Stefan Krämer gestanden haben.

Den Worten des Richters nach zu urteilen, sei eine fristlose Kündigung ohne jegliche Abmahnung nicht zu rechtfertigen. Reichweins Verteidiger Horst Kletke ging sogar noch weiter und sprach sogar von Mobbing und Schadenersatz. Bis zum Kammertermin am 31. Januar 2019 haben alle Beteiligten nun die Chance nach einer Lösung zu suchen. Der KFC Uerdingen hofft weiterhin, dass beide Spieler die kommende Wintertransferperiode noch nutzen.

Gewisse Angebote für Marcel Reichwein soll es bereits im Sommer gegeben haben. „Ich habe lange nicht trainiert. Das ist aktuell sehr schwierig“, sprach Reichwein über einem möglichen Wechsel zu einem anderen Klub. Die Klage von Rüter und Reichwein war im Übrigen nicht die erste und auch nicht die letzte gegen den KFC. Bereits in zwei Wochen steht der nächste Gütetermin an, dann geht es ebenfalls um eine Zahlungsklage, und zwar um die fehlenden Gehälter von Ex-Trainer Michael Wiesinger.


Autor: Fabian Kleintges-Topoll

Kommentieren

27.11.2018 - 18:43 - goleo

Was man den Spielern vorwerfen kann ist, dass sie sich auf einen solchen Verein eingelassen haben. Es ist nicht neu und in jedem Portal nachzulesen, das hier nach jeder Saison der Resetknopf gedrückt wird. Es geht hier nicht um Nachhaltigkeit, sondern nur um kurzfristigen Erfolg. Hire and Fire. Gestaltet es sich so, wie es zu sein scheint, dann sollte zu Gunsten der Spieler entschieden werden. Das von der anderen Seite anscheinend nun Dinge konstruiert werden, um Kosten abzuwenden, verwundert nicht. Das Signal für Spieler, die beim KFC unterschreiben, sollte nun endgültig klar sein. Wandervögeln ist es egal. Kohle wird kurzfristig abgeschöpft. Wer etwas Dauerhafteres sucht, muss mit allen Konsequenzen rechnen. Aufstieg geschafft, Zweck erfüllt und Tschüss. „Bessere“ Spieler werden geholt.

27.11.2018 - 18:13 - Hotteköln

Ich würde erst mal sagen: in dubio pro reo: Beide Seiten scheinen nicht ganz unschuldig zu sein. Vor dem nächsten Termin werden sich sicher beide Seiten einigen. Dann kommt der Mantel des Schweigens drüber und die Spieler werden entsprechend entschädigt incl. ausstehender Gehälter. Zurzeit mit Sicherheit bitter für die Spieler ohne Kohle seit Monaten

27.11.2018 - 17:29 - Jünther, Jötz und Jürgen

.... sollte genauer hinschauen. Genau, was erlauben Reichwein und Rüter? Würde Trapatoni hier sagen.
Sollten die Spieler doch froh sein, bei einem so großem ,, Oligarchen-Verein´´unterzukommen. Aber eins stimmt natürlich. Es gab da schon Zeiten, da konnte man den Eindruck gewinnen, alles wurde verpflichtet was nicht bei drei auf den Bäumen war.

27.11.2018 - 17:08 - Heinrich J.

Es ist nicht schön ,wenn man so auseinander geht. Der KFC sollte bei der Verpflichtung von Spielern vorher genauer hinschauen und solche Spieler nicht noch mit Zweijahresverträgen noch ausstatten.

27.11.2018 - 15:50 - Rattenfänger

Man sollte halt nur mit seriösen Vereinen Verträge abschließen.
Die beiden Spieler haben aber noch Glück - manch anderer wäre
schon in Sibirien!

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken